GAMMERTINGEN. Bürger, die sich um die Zukunft des Städtischen Altenpflegeheims St. Elisabeth in Gammertingen sorgen, haben am Freitag, 31. Oktober, eine Bürgerinitiative (BI) gegründet. Ziel der BI ist es, für den Neubau des Altenpflegeheims am Standort Eichertstraße und für den Verbleib der Einrichtung in kommunaler Trägerschaft einzutreten und von der Stadtverwaltung Gammertingen den Sachstand der Umsetzung gefasster Beschlüsse zu erfahren.
Hintergrund ist die zurückhaltende Informationspolitik der Stadtverwaltung. Das Heim befindet sich in städtischer Trägerschaft, kann aber im Bestandsgebäude wegen verschärfter Anforderungen an die Pflege nicht mehr weiterbetrieben werden. Zurzeit arbeitet das Heim mit 65 Pflegeplätzen mit einer Sonderbetriebserlaubnis, die Ende 2026 ausläuft.
2020 hat der Gemeinderat beschlossen, den Neubau eines Heims neben dem bisherigen Gebäude zu realisieren und das Haus weiterhin in kommunaler Trägerschaft zu führen. Das Architekturbüro Supper Heinemann wurde mit der Planung beauftragt, erste, schon recht weit fortgeschrittene Entwürfe wurden dem Gemeinderat bereits 2023 vorgestellt. Seither wurde das Thema allerdings nicht mehr in öffentlicher Sitzung im Gemeinderat beraten.
Zukunftsängste im Umfeld
Zuletzt wurde in der Bürgerfragerunde in der Oktober-Sitzung des Rats mehr Transparenz eingefordert. Bürgermeister Andreas Schmidt wollte oder konnte aber nicht konkreter zum Stand der Dinge werden. Er verwies auf intensive Beratungen und Arbeiten der Verwaltung, die aber wohl noch nicht spruchreif sind.
Folge der Nicht-Informationen sei, dass wilde Spekulationen über die Zukunft von St. Elisabeth sowohl unter den Mitarbeitenden als auch unter den Bewohnern und ihren Angehörigen, aber auch in der Bevölkerung für Unruhe und Zukunftsängste sorgen, meint die Bürgerinitiative.
Gemäß der Sonderbetriebserlaubnis des Landratsamts darf St. Elisabeth noch Zweibettzimmer betreiben. Die Bürgerinitiative treibt aber die Sorge um, dass frei werdende Pflegeplätze nicht mehr besetzt werden dürfen, aus den Doppelzimmern so Einzelzimmer würden, mit gravierenden Auswirkungen auf die Wirtschaftlichkeit. »Dem Heim würde die wirtschaftliche Grundlage entzogen«, fürchtet Herbert Winkler, einer der Gründer der Bürgerinitiative.
Morgen, Freitag, 7. November, von 13 bis 17 Uhr und am Samstag von 8.30 bis 13 Uhr werden Vertreter der Bürgerinitiative auf dem Parkplatz des Supermarkts in der Europastraße über ihr Anliegen informieren. Es sollen dabei Unterschriften gesammelt werden, um eine Einwohnerversammlung zum Thema St. Elisabeth zu erwirken. (eg/GEA)

