MÜNSINGEN-GUNDELFINGEN. Noch steht der Strommast unterhalb der Burgruine Hohengundelfingen zwischen Oberdorf und Unterdorf Wittstaig an Ort und Stelle. Von ihm aus führt eine Freileitung nach Dürrenstetten. Schon bei der ersten Felsräumaktion, die im Frühjahr für reichlich Wirbel in Gundelfingen und auch für eine wochenlange Sperrung der Ortsdurchfahrt verantwortlich war, sorgte sich der zuständige Netzbetreiber Netze BW um die Sicherheit dieser Freileitung. Bereits im Vorfeld waren neue Umspannstationen in der Wittstaig und im Oberdorf gebaut worden, um diese auf den neuesten Stand der Technik zu bringen.
Jetzt soll das fehlende Zwischenstück auf einer Länge von rund 700 Metern zwischen Mitte der Matthias-Erzberger-Straße und Ende Häldelesweg in die Erde eingebracht werden. 300 Meter im Innenbereich des Oberdorfs, 400 Meter im Außenbereich auf dem Rad-, Land- und Forstwirtschaftsweg zwischen Oberdorf und Wittstaig. Bereits am 11. August starten die Baumaßnahmen, denn bis Anfang Oktober muss alles fertig sein. Von diesem Zeitpunkt an wird die Kreisstraße wieder für einige Wochen gesperrt sein, weil weitere Felssicherungsmaßnahmen unterhalb der Burg anstehen und in diesem Zuge – wie bereits beim ersten Mal - der Busverkehr über den schmalen Weg umgeleitet wird.
»Im Außenbereich graben wir mal links, mal rechts auf einer Breite von rund 0,8 Meter am Straßenrand oder innerhalb der Grünflächen neben dem Weg, wenn diese im Stadteigentum sind«, erklärt Projektierer Martin Muhr von Netze BW. An der Brücke werden Leerrohre aufgehängt. Gleichzeitig ist vorgesehen, Breitbandkabel für die BLS mitzuverlegen.
Rücksicht nehmen auf Landwirte
»Wir wollen immer nur 20 bis 30 Meter aufgraben, Rohre einlegen und verschweißen, dann schottern. Nach Möglichkeit soll abends wieder verfüllt und eine Stahlplatte drübergelegt sein, sodass man die Stelle gleich wieder befahren kann«. Denn mitten in der Ernte eine solche Baumaßnahme zu tätigen, hat vor allem von Seiten der Landwirte Kritik eingebracht. Marcus Friedrich, Leiter des Tiefbauamts der Stadt Münsingen, betont, dass man deshalb auch in intensivem Austausch mit den Landwirten sei, um Einschränkungen so gering wie möglich zu halten. »Wenn man weiß, dass in der Ernte ein Großkampftag ansteht, sollte versucht werden, an anderer Stelle zu arbeiten, sodass der Verkehr nicht eingeschränkt wird«, sagt Friedrich.
Beide Seiten – Netze BW und Landwirte – müssten hier flexibel sein. Einschränkungen wird es aber auch für die Anwohner von der Brücke An der Dölle an und im Innendorf geben. Denn hier muss die gesamte Straße geöffnet werden, weil die Stadtwerke auch die Wasserleitung erneuern wollen. »Teile davon sind aus den 1960er-Jahren und weisen diverse Schäden auf. Das hätte man sowieso in den nächsten Jahren sanieren müssen. Jetzt machen wir es gleich mit.« Solange die Wasserleitung neu verlegt wird, erfolgt die Wasserversorgung über eine Notleitung.
Radverkehr wird umgeleitet
Auch die Hausanschlüsse müssen in diesem Zuge erneuert werden. Im Anschluss soll die Matthias-Erzberger-Straße neu asphaltiert werden, wenn nötig, muss auch der Unterbau ausgetauscht werden. Friedrich rechnet mit Kosten für die Stadt Münsingen in Höhe von rund 180.000 Euro. »Aber so genau kann man das nicht sagen. Erst wenn wir die Straße öffnen, sehen wir, was rauskommt und wie viel erneuert werden muss«. Der komplette Radverkehr soll während der rund sechswöchigen Bauphase das kurze Stück vom Ack bis zur Wittstaig über die Kreisstraße umgeleitet werden. »Hier reduzieren wir für die Zeit der Umleitung das Tempo für den gesamten Verkehr von 50 auf 30 Stundenkilometer«, erklärt Friedrich. Das Zeitfenster für die Bauarbeiten sei recht eng, auf die Wintermonate konnten sie wegen der Notwasserleitung nicht geschoben werden. »Wir sind aber bestrebt, dass wir alles so störungsarm wie möglich gestalten«, verspricht er. (GEA)

