HAYINGEN-WIMSEN. Alle zwei bis drei Jahre findet der Tourismus-Kongress Schwäbische Alb statt, Höhepunkt dieser Veranstaltung ist die Verleihung des Löwenmensch-Awards für herausragende und innovative touristische Projekte in den Kategorien »Outdoor«, »Genuss und Gastgeber«, »Städte und Kultur« sowie »Wirtschaftspartner«. Der Kongress tagte in der Wimsener Mühle.
Der Preis in der Kategorie »Wirtschaftspartner« ging an das Magazin Alblust aus dem GEA-Verlagshaus. Seit 2013 erscheint das Magazin und zeigt die Alb mit Reportagen und Fotos mit viel Touch fürs Lokale, für Skurriles oder Spektakuläres aus immer neuen, immer interessanten Blickwinkeln. Die Alblust macht Appetit auf die aufstrebende Urlaubsregion, die Hälfte der Abonnenten und Kioskkunden sind Besucher und Gäste, die nicht in der Region leben. Die Alblust öffnet den Blick für das nicht ganz Offensichtliche, sagte Moderatorin Jana Große-Hohkamp bei der Übergabe des goldenen Löwenmenschen. Tipps für Ausflüge, für Übernachtungen, für Kulinarik - kurz alle Arten touristischer Highlights - sind darin zu finden.
Der Löwenmensch in der Kategorie »Wirtschaftspartner« wurde in diesem Jahr zum ersten Mal verliehen, den Preis nahmen Chefredakteurin Claudia List und Magazinleiterin Sabrina Glück entgegen. In diesem Bereich passiere viel, gebe es viele Ideen, sagte Moderator Tobias Klöpf. Wichtig in der Kategorie ist neben Innovationskraft das Zusammenführen von Akteuren, auch aus der Wirtschaft, mit den Touristikern und natürlich den Gästen. Der Alblust gelinge das auf vorbildliche Weise. Die Konkurrenz war schwer zu schlagen, nominiert als Wirtschaftspartner waren neben der Alblust die Albgold Trophy, SchwörerHaus und der Schlosspark Weitenburg. Was hat die Alblust weiter vor? Bald erscheint die 50. Ausgabe, für die nächsten 50 werden ihnen die Ideen nicht ausgehen, sind sich List und Glück sicher.
Insgesamt hatten sich rund 30 Kandidaten beworben, eine fachkundige Jury aus IHK-Vertretern, dem SAT-Marketing-Ausschuss und der SAT-Geschäftsstelle und zum ersten Mal ein Publikumsvotum trafen die Auswahl, gewichtet wurde die Meinung der Jury mit 70, die der Fans mit 30 Prozent. Hier waren rund 3.000 Stimmen eingegangen. In jeder Kategorie kamen vier Vorschläge in den Endspurt und wurden von den Moderatoren vorgestellt.
In der Kategorie »Outdoor« kamen die Hochgehberge nicht zum Zug, trotz des Angebots von 22 Premiumwanderwegen in und um das Biosphärengebiet. Der Albschäferweg, der ebenfalls mit naturnahem Tourismus, der albprägenden Schäferkultur plus Vermarktung regionaler Produkte antrat, ebenfalls nicht. In der engeren Auswahl standen auch die Rennradtouren »Tour de Alb« mit 700 Kilometern straßenrennertauglichen Pisten vor allem im Alb-Donau-Kreis. Den Löwenmensch hat aber ein anderes innovatives Angebot für Radfahrer mit nach Hause genommen: Im Bikepark Albstadt können sich Freizeitsportler und Profis auf Stollenreifen an Flowtrails und Übungsstrecken versuchen. Holger und Renate Blum sehen im Preis eine Aufwertung für einen etwas anderen sportlichen Ansatz. Die Frage nach der Zukunft konnten die Partner schnell beantworten: Begonnenes abschließen und die Augen offenhalten.
Radfahren und Wandern
Begonnenes abschließen wollen auch die Tress Brüder. Zum Beispiel das begonnene Projekt Schülerverpflegung über die Anfangshürden heben, sagte Daniel Tress, der für die Familie aufs Podium kam. Zutaten aus der Region, auf höchstem Niveau zubereitet, im Restaurant, in der Linie für Fertiggerichte ohne Zusatzstoffe oder jetzt auch in Kantinen: Das Konzept überzeugte Jury und Fans. Dass der Sonnenbühler Gerd Windhösel mit seinem michelinprämierten »Hirsch« in Erpfingen ebenfalls in der engeren Auswahl stand, zeugt davon, dass die Alb auch ein Feinschmecker-Mekka ist. Ohne Kochmütze konkurrierten Alb-Camping Westerheim mit naturnahem und innovativen Zelten und die Biotal-Hofgemeinschaft Eselsburger Tal bei Giengen mit der Erzeugung und Vermarktung von nachhaltigen Lebensmitteln im Verbund bäuerlicher Familien um den Löwenmenschen.
Auch in der Kategorie »Städte und Kultur« ging der Preis ins GEA-Verbreitungsgebiet. Die Bürgermeister Siegmund Ganser aus Hülben und Patrick Docimo aus Grabenstetten sowie Tanja Breitenbücher, Leiterin der Geschäftsstelle Region am Heidengraben, erlegten den Löwen fürs Heidengrabenzentrum: Hier wird über die Lebenswelt der Kelten innovativ und multimedial ohne klassische Vitrinen erzählt, würdigten die Moderatoren. Heraus stach bei der Kultur das Neue Kunstmuseum Tübingen: ein Forum für zeitgenössische Kunst, die dem Albtourismus neben Wandern und Radeln ein interessantes Highlight liefert. Angetreten waren auch die Erlebnis Burg Katzenstein und der Skulpturenpark Giengen an der Brenz.
Kultur und Wirtschaft
Eigentlich waren vier Kategorien angekündigt, einen fünften, silbernen, Löwenmenschen gab es aber auch noch. Er ging an Münsingens Bürgermeister Mike Münzing, der auch Erster Vorsitzender des SAT ist. Mit unermüdlichem Netzwerken habe er das Budget des SAT verdoppelt, die Zahl der Mitarbeiter von fünf auf zwölf gesteigert, lobte Marion Leuze-Mohr, Münzings Stellvertreterin und »mögliche Nachfolgerin«, scherzte der Amtsinhaber. Und das komme der Schwäbischen Alb zugute. (GEA)


