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Dirigentin Gaby Schiller verabschiedet sich von den Genkinger Chören

Nach 20 Jahren Chorleitertätigkeit legt Gaby Schiller den Taktstock nieder. Doch nicht ohne am Sonntag noch einmal ein sehr gut besuchtes Konzert in der Genkinger Kirche zu geben.

Der Projektchor dankte seiner Dirigentin Gaby Schiller mit Applaus.
Der Projektchor dankte seiner Dirigentin Gaby Schiller mit Applaus. Foto: Gabriele Böhm
Der Projektchor dankte seiner Dirigentin Gaby Schiller mit Applaus.
Foto: Gabriele Böhm

SONNENBÜHL-GENKINGEN. Das Lebewohl ist endgültig – von der Schule und von der Chorleitertätigkeit: Am Sonntag gab Gaby Schiller ihr sehr gut besuchtes Abschiedskonzert in der evangelischen Kirche in Genkingen. Nach über zwei Jahrzehnten, die sie intensiv die Chöre betreut und geleitet hatte, sagte sie nun musikalisch »Danke« mit einem rund 30-köpfigen Projektchor. Die offizielle Verabschiedung erfolgt zu einem späteren Zeitpunkt.

Gaby Schiller studierte Musik im Rahmen ihres Lehramtsstudiums. »Als meine erste Tochter zur Welt kam, habe ich zusammen mit Birgit Herrmann und Sibylle Hermann einen Kinderchor mit rund 30 Kindern gegründet«, erzählt sie. 1994 entstand daraus ein engagierter Jugendchor, der gut zehn Jahre später dann mit rund 25 Jugendlichen und jungen Erwachsenen vierstimmig sang und seit 1996 unter anderem auch jährlich zum Jugendchortag fuhr.

Kirchenchor löst sich auf

2013 gab Gaby Schiller den Taktstock des Jugendchors ab, doch lud sie immer wieder Jugendliche zu Chorprojekten ein, die gemeinsam mit dem klassischen Kirchenchor, den Schiller als Angestellte der Kirchengemeinde seit 1999 ebenfalls dirigierte, gestaltet wurden. 2015 rief Musiklehrerin Lisa Link - bereits beim Kinderchor aktiv und Tochter von Sibylle Hermann - den Chor »popCHORNn« ins Leben, mit Mitgliedern aller Altersklassen, von Jugendlichen bis zu Seniorinnen und Senioren. Der Kirchenchor allerdings, der am Sonntag noch einmal alle Register gezogen hat, wird sich nach dem Konzert aus Altersgründen auflösen. Almut Wünsch überreichte im Namen des Chors einen Blumenstrauß an die scheidende Leiterin.

»Es hat mich bei allen Chören immer begeistert, mit wie viel Engagement die Sängerinnen und Sänger mitgemacht haben«, betont die Dirigentin. Zusätzlich zu den Chören der Kirchengemeinde leitete sie in der Schule das Lehrerchörle, spielte Orgel und bot Klavier- und Flötenunterricht an. »Das hat alles wirklich einen Riesenspaß gemacht«, blickt sie zurück. »Es war aber auch ziemlich anstrengend. Daher ist jetzt die Zeit gekommen, etwas kürzerzutreten.«

Dank für viele Jahre voller Musik

Das Programm bestand aus Stücken, so Gaby Schiller, die sie unbedingt noch habe singen wollen. Wie Beifall und Bravorufe zeigten, kamen die Lieder auch bestens beim Publikum an. Mit »So viel Gutes« oder »Nun danket alle Gott« in einem modernen Arrangement von Michael Schütz, in dem der Chor mit einer sehr guten Textverständlichkeit und einer feinen Dynamik glänzte, sagte die Dirigentin auch Danke für die vielen musikalischen Jahre. Sehr gefühlvoll interpretierte der Chor auch das schwedische Stück »Gabriellas Song« und »Fly with me« aus dem Film »Wie im Himmel« sowie »Music«, das Lena Schiller arrangiert hatte und in dem mehrere Solisten zum Einsatz kamen.

Der Abba-Hit »Thank you for the music« passte natürlich auch hervorragend zum Abend. Gestaltet wurde er mit wunderbaren Stimmen von Gaby Schiller und ihren Töchtern Sophia und Lena. Die Sehnsucht nach Frieden, Liebe und Geborgenheit verkörpern die Lieder »Anderland« und »Wenn der Hoffnung Flügel wachsen«, sensibel gesungen von jungen Stimmen und qualitätvoll am Klavier begleitet.

Klavierstück für den Ehemann

»Man braucht für seine Aufgaben auch Menschen, die an einen glauben, Sängerinnen und Sänger, die sich auf die wöchentlichen Proben einlassen und eine Familie, die einem den Rücken freihält und auch musikalisch einspringen kann«, so Gaby Schiller. Nur für ihren Ehemann Stefan spielte sie »Träume von besseren Tagen« auf dem Klavier. Den Schluss bildete »Der Herr segne Dich«, bei dem das Publikum gerne mitsang. Als Zugabe wünschte es sich noch einmal »Music«. (GEA)