ALB. Adventsstimmung aller Orten. In zahlreichen Albgemeinden wurde die Zeit vor Weihnachten mit Weihnachts- und Adventsmärkten eingeläutet.
- Weihnachtsmarkt Undingen
Vorweihnachtliche Stimmung verbreitete sich am Samstag in der Dorfmitte von Sonnenbühl-Undingen. Zum 17. Mal war die Zehntscheuer Dreh- und Angelpunkt für weihnachtliches Feeling inklusive Nikolaus mit seinem Goldenen Buch. Der wurde sehnlichst erwartet von den Kindern, die für ihn Gedichte und Lieder vorbereitet hatten. »Wir haben für jedes Kind eine Kleinigkeit, 120 Tütchen mit Nüssen, Mandarine und Schokolade«, verrät Rolf Rilling vom Vorstand des Kulturvereins Zehntscheuer, dem Ausrichter. Der Weihnachtsmarkt habe sich bewährt und sei inzwischen fester Bestandteil des Veranstaltungskalenders in Undingen und für den Kulturverein. »Erst war der Besucherandrang eher verhalten«, bemerkt er. Aber im Lauf der Jahre wurde es immer mehr. »Für die Aussteller haben wir eine Warteliste, denn wir haben die Kapazitätsgrenze erreicht«, fügt Vorstandsmitglied Marc Bergweiler hinzu. Obwohl die Ausstellungsfläche vergrößert wurde. Nicht mehr nur in und vor der Zehntscheuer, sondern auf dem ganzen Dorfplatz fanden sich Buden mit Handgefertigtem und Verköstigung. Mit einem Korb voll gebrannter Mandeln und Marmelade waren Kati, Lara und Lena für den Naturkindergarten Waldwinkel unterwegs. »Das schmeckt lecker. Bei uns kann man das direkt kaufen.« Den Weihnachtsmarkt zunutze machten sich auch Schüler des Albgymnasiums für ihre Klassenfahrt nach Berlin. »Wir wollten ein bisschen Geld dazuverdienen und verkaufen Popkorn und Zuckerwatte«, erläuterten Christoph und Simon im Weihnachtsmannkostüm ihre Marketingstrategie. Der Frauenchor aus Holzelfingen läutete das Event musikalisch ein, beendet hat es der Posaunenchor. Der Weihnachtsmarkt mit seinem Kunsthandwerk und Handgefertigtem habe sich etabliert, versichert Uwe Morgenstern. »Das ist ein ganz besonderer für mich, der letzte als Bürgermeister von Sonnenbühl.«
- St. Johanner Advent
Kunsthandwerk, Nikolaus und Lichterzauber gaben der Ortsmitte von Würtingen ein vorweihnachtliches Flair. Das Rathaus stand im Mittelpunkt des St. Johanner Adventsmarkts mit Holzbuden und Galerie für Handgemachtes. »Wie ein kleines Adventsdorf, dessen Kunsthandwerkermarkt inzwischen zu einer Tradition geworden ist«, sieht es Bürgermeister Florian Bauer. »Der Advent ist eine Zeit des Innehaltens – aber auch der Vorfreude, des Zusammenseins und des Lichts. Und es ist schön, dass wir mit unserem Markt zur besonderen Stimmung beitragen.« Musikalisch stimmten die Musikflöhe unter Veronika Müller und die Jugendkapelle auf die Weihnachtszeit ein. Weihnachtliche Gestecke, Schmuckstücke oder Holz-, Porzellan- und Tonarbeiten, Kreativität schien in allen Arbeiten der über 20 Aussteller auf. Gestricktes und Gehäkeltes zeigte sich nicht nur in Mützen und Socken, das Angebot bot viel Abwechslung. Wie am Stand der Bergwacht-Bastelgruppe aus Bleichstetten. »Jede der zehn Frauen bastelte was anderes«, ließ dort Lisa Wetzel wissen. Sterne in Falttechnik, Dekoration und Nützliches machte die Auswahl nicht leicht.
Holzscheiben dekorieren war das Highlight für Kinder im Raum der Deutschen Indianer Pionier Mission aus Lonsingen. »Die Rentiere sind leider ausgegangen. Es waren mehr Kids da als gedacht da«, stellt Marcus Nürnberger fest. Mit den Spenden unterstützen sie ein Projekt für Kinder im brasilianischen Lábrea. Spaß am Falten von Papier hat Sabine Jaisern und lässt mit ihrer Puste ein kleines Spielzeug mit der Murmel in der Mitte sich drehen. Sie ist von Beginn an bei diesem Adventsmarkt dabei.
Treffpunkt vieler Besucher waren die Buden mit Glühwein, Punsch und Gaumenfreuden vor dem weihnachtlich geschmückten Fachwerk-Rathaus. »Bei uns gibt es die neu erschienenen Heimatkalender vom Kispel«, freut sich Vorsitzender Albert Schediwy von den Oldtimerfreunden. »Das Thema für 2026 ist der Vergleich der Kispelgemeinden, wie sie Anfang vergangenes Jahrhundert aussahen mit aktuellen Aufnahmen. Eine spannende Sache.«
- Münsinger Weihnachtsmarkt
Schon zum Auftakt des diesjährigen Weihnachtsmarkts strömten am Freitagabend viele Besucher zum Matthias-Erzberger-Platz, auf dem bis Sonntag eine festliche, vorweihnachtliche Stimmung herrschte. Unzählige warm leuchtende Lichter verbreiteten eine schöne Atmosphäre, die Händler der 42 Marktstände hatten sich mächtig ins Zeug gelegt, um ihre Waren- kulinarische Köstlichkeiten, handgefertigte und hochwertige Geschenkideen – ansprechend zu präsentieren. Die Fenster des Rathauses strahlten in allen Farben, dank der Bilder, die von Kindern der 14 Schulen und 23 Kindergärten gestaltet wurden. Sie hatten auch die Weihnachtsbäume geschmückt, die auf dem ganzen Platz verteilt waren und für vorweihnachtliches Flair sorgten. Auch für das Singen von Advents- und Weihnachtsliedern waren sie zuständig. Für ihre Mühen und ihre Bereitschaft, das Programm mit Gesang und Klängen zu gestalten, wurden sie mit Leckereien vom Nikolaus belohnt. Bürgermeister Mike Münzing ging dem bei Kindern nach wie vor beliebten Herrn zur Hand, hinter dessen Bischofsgewand und weißem Rauschebart – wie von Anfang an auf dem Münsinger Weihnachtsmarkt – Jupp Warmsbach steckte. »In die glänzenden Augen der Kinder zu schauen, ist für mich immer wieder etwas ganz Besonderes«, sagte der 82-Jährige. Bürgermeister Münzing dankte allen, die mit ihren Ständen und ihrem Engagement diese Veranstaltung von Jahr zu Jahr bereichern und damit »Licht ins Dunkel zu bringen«: Fördervereine von Schulen und Kindergärten, der Tafelladen, die Kenia-Hilfe, Vereine und Einrichtungen, Kameraden der Bundeswehr und viele mehr, die ihre Standerlöse einem guten Zweck zukommen lassen.
- Tannenbaumallee Gammertingen
Alljährlich zur Adventszeit wird die Gammertinger Hohenzollernstraße zur »Weihnachtsbaumallee«. Dann künden Tannenbäume, die von verschiedenen Vereinen und Gruppierungen festlich geschmückt wurden, von der nahen Weihnachtszeit und vom baldigen Weihnachtsmarkt, der wie in jedem Jahr auch heuer am ersten Adventswochenende rund um und im Rathaus stattfand.
Stimmungsvolle Weihnachtsbeleuchtung und ein gemütliches Ambiente: Die Kulisse, die kleiner und großer Rathausplatz boten, stimmte. Die Besucher wussten das zu schätzen und kamen zahlreich, schlenderten über den Markt, vorbei an den über 30 Ständen, an denen Schulklassen, Kindergärten, Vereine gewerbliche und private Anbieter ihre Waren präsentierten. Neben Hand- und Selbstgemachtem gab’s ein großes kulinarisches Angebot. Traditionell verkauften die Freunde aus der bretonischen Partnerstadt Tregueux ihre frischen Austern. Daneben gab es regionale Spezialitäten wie Wildburger und Rote Wurst, ergänzt durch Schweizer Raclette. Auch die Getränkekarte ließ keine Wünsche offen. Magnetwirkung für Kinder hatte an beiden Weihnachtsmarkttagen der Schafstall vor dem Rathaus, wo die geduldige Ziege und die Schäflein hautnah erlebt, gestreichelt und geherzt werden durften.
Auch auf der Bühne war einiges los. Nachdem Bürgermeister Andreas Schmidt am Samstagnachmittag den Weihnachtsmarkt eröffnet hatte, hatten die singenden »Adventswichtel« der städtischen Kindergärten und der Grundschulchor der Laucherttalschule ihren großen Auftritt. Später waren die Marktbesucher vom katholischen Kirchenchor zum Mitsingen eingeladen. Zwischendurch öffneten Nikolaus und Ruprecht ihren großen Rupfensack und verteilten Geschenke an die Großen, vor allem aber an die Kleinen. Auf den Abend stimmte schließlich die Stadtkapelle Gammertingen musikalisch ein. Am Sonntag war die Jagdhornbläsergruppe Sau-Tot zu hören, gefolgt von der Musikkapelle Feldhausen-Harthausen und der aus Kettenacker, die festliche Blasmusik intonierten. (GEA)

