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Aktuell Kinderbetreuung

»TigeR-Nestle« in Hohenstein feiert 15-jähriges Bestehen

Seit 15 Jahren ist das »TigeR-Nestle« ein fester Bestandteil der Kinderbetreuung in Hohenstein. Kinder unter drei Jahren werden hier in einen familiennahen Alltag eingebunden.

Bürgermeister Simon Baier (Mitte) und Staatssekretär Volker Schebesta (links daneben) sind ins TigeR-Nestle nach Ödenwaldstetten
Bürgermeister Simon Baier (Mitte) und Staatssekretär Volker Schebesta (links daneben) sind ins TigeR-Nestle nach Ödenwaldstetten gekommen, um zum 15-jährigen Bestehen zu gratulieren und vorzulesen. Foto: Maria Bloching
Bürgermeister Simon Baier (Mitte) und Staatssekretär Volker Schebesta (links daneben) sind ins TigeR-Nestle nach Ödenwaldstetten gekommen, um zum 15-jährigen Bestehen zu gratulieren und vorzulesen.
Foto: Maria Bloching

HOHENSTEIN-ÖDENWALDSTETTEN. Die Einrichtung für »Tagespflege in anderen geeigneten Räumen« (TigeR) ist ein Kooperationsprojekt zwischen der Gemeinde Hohenstein und dem Tagesmütterverein Reutlingen. Die Kommune fördert die Betreuung durch eine Platz- und Sachkostenpauschale für neun Kinder und sie stellt Räume und Ausstattung - unter einem Dach mit dem Kindergarten in Ödenwaldstetten - kostenfrei zur Verfügung. Dazu zählen ein Spielraum, ein Schlafraum, eine Küche, die Garderobe und Toiletten. Der Bewegungsraum wird vom Kindergarten und dem »TigeR-Nestle« gemeinsam genutzt.

Für Bürgermeister Simon Baier sind das perfekte Voraussetzungen: »Wir sind froh und dankbar, dass wir durch diese Einrichtung im U3-Bereich große Flexibilität in der Kinderbetreuung zu speziellen Zeiten bieten können«. Kernzeit ist von 7 bis 17 Uhr, die Öffnungszeiten richten sich laut Silke Zanger-Christoph, beim Tagesmütterverein zuständig für die Vermittlung der Kinder an das »TigeR-Nestle«, ganz nach dem Bedarf der Familien.

Zwei Haupttagesmütter und zwei Vertretungskräfte leiten die Gruppe mit Kindern im Alter von einem Jahr bis drei Jahre. Unter ihnen Tatjana Kitt, die seit dem ersten Tag das »TigeR-Nestle« in Ödenwaldstetten mit aufgebaut hat und ihre Arbeit liebt. Mehr als 120 Kinder hat sie in den vergangenen 15 Jahren begleitet und dabei »unzählige Geschichten über kleine Schritte, große Fortschritte, gute Zusammenarbeit und viel Mut« erlebt.

Ein Ort, wo Kinder wachsen dürfen

Nie hätte sie am Anfang gedacht, dass sich diese Einrichtung einmal zu einem so festen Bestandteil in der Kinderbetreuung der Gemeinde Hohenstein entwickeln würde. Das »TigeR-Nestle« sei ein Ort, an dem Kinder körperlich und im Herzen wachsen dürfen, an dem sie ihre ersten Wörter sprechen und erste Freundschaften schließen. »Wir feiern nicht nur 15 Jahre Bestehen, sondern 15 Jahre Gemeinschaft, Vertrauen und Zukunft. Jeden Tag darf ich erfahren, wieviel Wärme und Bedeutung in diesem Nestle steckt«, sagte Kitt im Rahmen einer kleinen Feierstunde, zu der neben Tuelay Schmid, Geschäftsführerin des Tagesmüttervereins, und Bürgermeister Simon Baier auch Staatssekretär Volker Schebesta (CDU) vom Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg begrüßt werden konnte. Er nutzte die Gelegenheit, anlässlich des bundesweiten Vorlesetags die Geschichte von der Maus Frederik vorzulesen und zum 15-jährigen Bestehen zu gratulieren.

Deutlich wurde an diesem Tag, wie bedeutend gute frühkindliche Förderung in der Raumschaft ist. Gerade in Zeiten, in denen der Bedarf an verlässlichen Betreuungsangeboten steigt, bietet das »TigeR-Nestle« Familien Planungssicherheit und eine liebevolle, individuelle Betreuung ihrer Kinder. Die Tagesmütter arbeiten selbstständig, werden organisatorisch vom Tagesmütterverein unterstützt. Diese Kombination aus persönlicher Verantwortung und professioneller Organisation schafft einen hohen Qualitätsstandard. Die Kinder profitieren von kleinen Gruppen, klaren Bezugspersonen und einer Umgebung, die auf ihre Bedürfnisse abgestimmt ist. Jeden Tag wird zusammen gefrühstückt und das gemeinsam zubereitete, frische Mittagessen gegessen.

Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Laut Tatjana Kitt führt dies dazu, dass die Kinder Verwurzelung erfahren. Außerdem fällt der Übergang in den Kindergarten leicht, weil regelmäßige Begegnungen stattfinden. Das 15-jährige Bestehen dieser Einrichtung macht für die Tagesmutter deutlich, wie unverzichtbar das Angebot für das soziale Gefüge der Gemeinde ist. Sie entlaste Familien, stärke die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und trage zu gleichberechtigten Chancen in der frühen Bildung bei.

Das »TigeR-Nestle« hat sich über eineinhalb Jahrzehnte zu einer festen Institution entwickelt, die nicht nur betreut, sondern ein Stück Heimat, Wertschätzung und Geborgenheit vermittelt – für Kinder und Eltern. Kinder werden als Persönlichkeit ernst- und angenommen, individuell gefördert und bekommen genügend Raum und Zeit, sich zu entfalten. Durch die Gruppe, so heißt es von Seiten des Tagesmüttervereins, entwickeln sie ihr Sozialverhalten und erfahren Zusammenhalt und Zusammengehörigkeit. (GEA)