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Aktuell Adventskonzert

Sängerbund Bernloch-Meidelstetten mit Projektchor begeistert in der Georgskirche

Ein strahlender, musikalischer Moment in der Vorweihnachtszeit: der Sängerbund Bernloch-Meidelstetten machte in seinem Konzert den zweiten Advent zur klingenden Vorfreude.

Der Sängerbund Bernloch-Meidelstetten mit Projektchor begeisterte unter der Leitung von Christina Staneker beim Adventskonzert i
Der Sängerbund Bernloch-Meidelstetten mit Projektchor begeisterte unter der Leitung von Christina Staneker beim Adventskonzert in Bernloch. Foto: Maria Bloching
Der Sängerbund Bernloch-Meidelstetten mit Projektchor begeisterte unter der Leitung von Christina Staneker beim Adventskonzert in Bernloch.
Foto: Maria Bloching

BERNLOCH. Was die rund 40 Sängerinnen und Sänger im Altarraum der Bernlocher Georgskirche darboten, war ein stimmungsvoller, musikalischer Adventsgruß, der die Zuhörer im vollbesetzten Kirchenschiff am Sonntagabend tief berührte. Die Akteure hatten sich zu einer harmonischen, vierstimmigen Chorgemeinschaft zusammengefunden. Unter der souveränen Leitung und zur Klavierbegleitung von Christina Staneker vereinten sich Sopran, Alt, Tenor und Bass zu einem warmen Gesamtklang, der kraftvoll und fein nuanciert wirkte. Der Chor verstand es, die besonderen Farben eines jeden Stückes herauszuarbeiten und dennoch in allen Liedern einen verbindenden, hoffnungsfrohen Adventston zu treffen.

Traditionelle Weihnachtslieder und moderne Stücke

Der Abend eröffnete mit »Siyahamba« von Pasquale Thibaut – ein rhythmisches, getragenes afrikanisches Lied, das sofort seine mitreißende Strahlkraft entfaltete. Die Stimmen wuchsen zu einer volltönenden Einheit zusammen, die den Kirchenraum vollständig erfüllte. Stimmungsvoll und zugleich modern wurde »Driving Home for Christmas« von Chris Rea zum Besten gegeben, besinnliche Töne schlugen mit »Es blüht eine Rose zur Weihnachtszeit« von Robert Stolz an. Immer wieder zeigte sich die besondere Stärke des Chores mit der Fähigkeit, sanfte Melancholie, zarte Hoffnung und innere Wärme in einen ausgewogenen Klang zu fassen.

Ob bei »Angel Carol« von John Rutter, »In the Bleak Midwinter« von Christina Rossetti, »Uns ist ein Kindlein heut geboren« von Johann Sebastian Bach oder auch bei »It´s beginning to look a lot like Christmas« von Meredith Willson: das Publikum hörte nicht nur zu, sondern schien mit dem Herzen mitzusingen. Zum krönenden Abschluss erklang »Tausend Engel singen Halleluja« von Manfred Düllberg. Ein Lied, das die adventliche Botschaft in ihrer ganzen Weite spürbar machte.

Advent: Warten auf das Kommen des Herrn

Doch was heißt Advent überhaupt? Dieser Frage ging Pfarrer Stephan Mergenthaler in seinen Adventsgedanken humorvoll und gleichzeitig nachdenklich machend nach. Während die einen Weihnachten kaum noch erwarten können und die Zeit bis dahin noch ewig erscheint, hetzen die anderen zwischen Backen, Alltag, Weihnachtsfeiern und Geschenkebesorgen umher. »Es gibt noch so viel was drankommen muss, bis er kommen kann«, sagte Mergenthaler. Multitasking sei gefragt, denn der Advent rennt. Wo bleibt da die Stille, das Abwarten, das Aushalten, der gemächliche Schritt? »Gut Ding will Weile haben. Die göttliche Stille ist das menschliche Warten, das hoffende Ausharren«. Aber das fällt schwer, muss doch immer alles unverzüglich schnell geschehen. Braucht es also einen effizienten Advent? Um keine Zeit zu verlieren und dem verordneten Warten zu entgehen? Immerhin sollte Zeit gespart und genutzt werden, denn Zeit ist oft Geld. »Wehe, wenn Zeit verschwendet wird«.

»Er kommt, wenn die Zeit reif ist. Gott ist nicht langsam, nur wir sind manchmal zu schnell.«

Mergenthaler riet dazu, sich aus dem ganzen Tumult auszuklinken, mit Erwartung zu warten und mit einer Sehnsucht zu hoffen, die danach sucht, ihn zu sehen. »Er kommt, wenn die Zeit reif ist. Gott ist nicht langsam, nur wir sind manchmal zu schnell«. Advent verlange Geduld und biete eine gute Gelegenheit, sich in den Zeitplan Gottes einzuschwingen. »Advent ist eine Zeit, die wir zum Segen bekommen«. Gut hinein in diesen Zeitplan Gottes passte auch das Adventskonzert, das berührte und begeisterte. Der Sängerbund Bernloch-Meidelstetten samt Projektchor hatte die Adventszeit nicht nur besungen, sondern fühlbar gemacht. Gemeinsam ist es gelungen, aus der Vielfalt der Stimmen eine Einheit zu formen und so aus dem Konzert einen Moment des gemeinsamen Innehaltens zu zaubern. Aaron Feder rundete an der Orgel mit »Pastorale sopra un Noel francese« von Carlotta Ferrari und »Improvisation« über »Veni Veni Emanuel« den zweiten Adventsabend stimmungsvoll und gewaltig ab. (GEA)