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Ideen für die Gammertinger Hohenzollernstraße

Die Qualitätserfassung Ortsmitten hat Impulse für die Neugestaltung der Gammertinger Innenstadt entwickelt, die jetzt im Gemeinderat vorgestellt worden sind

Viel verändert hat sich seit 1970 nicht: Jetzt soll die Hohenzollernstraße grüner und freundlicher werden.  FOTO: PRIVAT
Viel verändert hat sich seit 1970 nicht: Jetzt soll die Hohenzollernstraße grüner und freundlicher werden. FOTO: PRIVAT
Viel verändert hat sich seit 1970 nicht: Jetzt soll die Hohenzollernstraße grüner und freundlicher werden. FOTO: PRIVAT

GAMMERTINGEN. Die Stadt Gammertingen hat einige Chancen, ihre Innenstadt neu zu gestalten. Die Hohenzollernstraße, bisher Bundesstraße, wird zur Ge-meindestraße, der Bund übernimmt die Europastraße hinauf ins Gewerbegebiet gen Neufra. Der Schwer- und Durchgangsverkehr bevorzugt jetzt schon die Europastraße, die Hohenzollernstraße war bisher aber an die Vorschriften für Bundesstraßen gebunden. Das wird sich ändern. Da kommt es gelegen, dass der Ortscheck »Qualitätserfassung Ortsmitten« schon vor dem Umbau Impulse für eine lebendige, sichere und verkehrsberuhigte Ortsmitte entwickelt hat.

Mehr Lebensqualität

Das Planungsbüro Pesch Partner Architektur Stadtplanung GmbH hat die Hohenzollernstraße und die Sigmaringer Straße unter die Lupe genommen. Planer Fabian Deckel stellte auszugsweise einige der 18 Handlungsimpulse im Gemeinderat vor. Die Hohenzollernstraße ist bisher ein recht ungastlicher Ort, stark vom Verkehr geprägt, hat Deckel analysiert. Tempo 50, schmale Gehwege und Gehwegparken sind weder fußgänger- noch radfahrerfreundlich. Da sollte man bei einer Umgestaltung rangehen.

Der neugestaltete Kleine Schlossplatz hat schon einige Qualitäten, darum herum ist aber noch einiges möglich. Wenn die Fahrbahn schmaler gestaltet wird, hat man Raum für breitere Gehwege und Radspuren. Was Deckel fehlt, sind Parkplätze für Behinderte, Car-Sharing-Flächen oder solche mit E-Lade-Stationen.

Grünflächen und Bäume sind bei global steigenden Temperaturen im Sommer wichtig. Hier könne kurzfristig mit Pflanzen in Kübeln etwas erreicht werden. So, wie die Hohenszollernstraße zurzeit an-gelegt ist, gibt es auch Konflikte zwischen motorisierten und nichtmotorisierten Verkehrsteilnehmern. Zebrastreifen an un-übersichtlichen Ecken und fehlende Radfahrstreifen bei Tempo 50 seien gefährlich. Die Sigmaringer Straße bietet immerhin eine gute Infrastruktur, das hätten nicht alle Kommunen in dieser Fülle, informierte Deckel. Aber auch hier gibt es die Konflikte zwischen Motor und Muskelkraft. Viele Zufahrten, weite Kurven zu den Seitenstraßen, zu wenig Fußgängerüberwege – eine sichere und verkehrsberuhigte Ortsmitte sieht anders aus.

Die Impulse sind interessant, darin waren sich die Gemeinderäte weitgehend einig. Allerdings steckt der Teufel im Detail. Rat Karl Bögle merkte an, dass man zum Beispiel den Schwerverkehr nicht komplett aus der Hohenzollernstraße rausnehmen könne, dort sind ja Gewerbebetriebe auf Zulieferungen angewiesen. Das Durchpflastern von Fußgängerwegen entlang der Sigmaringer Straße habe man schon mal versucht, erinnerte sich Karlheinz Hebeisen, allerdings hatten die rauen Gammertinger Winter dem Pflaster so hart zugesetzt, dass man wieder auf Asphalt umgestellt hat.

Teufel steckt im Detail

Feldhausens Ortsvorsteher Hans Steinhart mahnte an, dass parallel laufende Planungen, etwa zur Umwidmung der Bundesstraße, und die Impulse zusammenlaufen sollten, um Doppelstrukturen zu vermeiden. Wobei es noch mehr zu bedenken gibt: Karl Endriß erinnerte ans Nahwärmenetz, Hans Hübner an die Radwegeplanung.

Wo denn Gammertingen im Vergleich zu anderen baden-württembergischen Kommunen bei der Qualität der Ortsmitten stehe, fragte Rat Gerhard Jaudas. »Im problematischen Mittelfeld«, antwortete Deckel, zumindest unter den Gemeinden, die am Programm teilnehmen.

Die Dossiers der Qualitätserfassung Ortsmitten aus anderen Orten stehen zum Vergleich online. (wu)

 

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