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Berufsinfo in der Turnhalle: Tigers Tübingen zu Gast in der Freibühlschule Engstingen

Die Freibühlschule in Engstingen und SchwörerHaus haben die Basketballer aus Tübingen eingeladen. Es ging um Profisport und Beruf.

Sportdirektor Eric Detlev mit den Spielern Joshua Schwaibold, Silas Oriane, Aaron Ogunjobi und Felix Edvardsson. Rechts die Schw
Sportdirektor Eric Detlev mit den Spielern Joshua Schwaibold, Silas Oriane, Aaron Ogunjobi und Felix Edvardsson. Rechts die SchwörerHaus-Moderatoren Kaya List und Nikolas Sahm. Foto: Steffen Wurster
Sportdirektor Eric Detlev mit den Spielern Joshua Schwaibold, Silas Oriane, Aaron Ogunjobi und Felix Edvardsson. Rechts die SchwörerHaus-Moderatoren Kaya List und Nikolas Sahm.
Foto: Steffen Wurster

ENGSTINGEN. Influencer oder Profisportler - träumen darf man, Ehrgeiz muss man haben, aber den Blick auf weniger glamouröse berufliche Möglichkeiten sollte man nicht aus dem Auge verlieren. Das haben sich das Rektorenteam der Freibühlschule, Uwe Stark und Bettina Haag, und die Ausbilder von SchwörerHaus gesagt und Bundesliga-Basketballer der Tigers Tübingen eingeladen, die den Schülern der Klassen 8 bis 10 unter dem Motto »Zukunft trifft Körbe« das Körbewerfen beibringen und ihnen etwas über ihren Alltag erzählen. Unter die Schüler haben sich zahlreiche Schwörer-Azubis gemischt, erkennbar an den Shirts in der roten Firmenfarbe, die aus der eigenen Erfahrung heraus ihre Berufsbilder ins rechte Licht rückten.

Die Freibühlhalle wurde zur Basketball-Arena. Aaron Ogunjobi, Silas Oriane, Felix Edvardsson und Joshua Schwaibold schnappten sich 40 Freibühl-Schüler und übten mit ihnen so, wie sie es auch in Tübingen tun. Na ja, fast: Nicht alle Schüler haben schon Basketballerfahrung. Trotzdem: Körbe werfen und Körbe legen, dribbeln und eins gegen eins standen auf dem Trainingsplan. Die Profis trainieren an mindestens vier Tagen in der Woche, dazu kommen die Spiele am Samstag oder Sonntag, berichtete Sportdirektor Eric Detlev. Mehr Freizeit als bei Schwörer hat man bei den Tigers also auch nicht, dazu kommen die Wochenenddienste.

Profisport und Ausbildung vergleichen

SchwörerHaus sponsert die Tigers und die Freibühlschule ist eine der zehn Kooperationsschulen des Oberstetter Fertighausherstellers, berichtete Ausbildungsleiterin Bianca Loock-Hummel. So kam die einmalige Aktion zustande. Die Schüler sollen einen Blick auf zwei Welten werfen können: Auf den Profisport, aber auch auf die Möglichkeiten, die ein breit aufgestelltes Unternehmen bieten kann, mit dualer Ausbildung oder dualem Studium. Dazu hatten die Schüler Fragen vorbereitet an die Sportler und die Auszubildenden, die alle selbst ja erst vor kurzem die Schule verlassen haben. Die Schüler lernen Ausbildungsberufe kennen - Schwörer hat 18 Sparten im Programm -, erhalten Einblicke in den Profisport und können Vergleiche ziehen, erklärt Loock-Hummel das Konzept von »Zukunft trifft Körbe«. Und sie können aus verschiedenen Perspektiven auf die Zukunft schauen: Arbeitszeit, Entgelt, Wochenendspiele und Familie - das Fragenspektrum zeigte sich später in den Fragerunden.

Körbe werfen mit Felix.
Körbe werfen mit Felix. Foto: Steffen Wurster
Körbe werfen mit Felix.
Foto: Steffen Wurster

Zuerst ging es aber aufs Spielfeld: Körbe werfen mit Felix, das Spiel mit dem Ball mit Aaron, Körbe legen mit Silas oder dribbeln mit Silas - die Profis zeigten, wie es geht, die Freibühler machten es recht gut nach. Aktive Teilnahme war zumindest von den 40 Schülern auf dem Feld gefordert. »Wir wollen Bewegung in die Berufsorientierung bringen«, erklärt Loock-Hummel. Die Verständigung klappte, auch mit dem Neuzugang Aaron Ogunjobi aus Manchester. »Wir sprechen alle Basketball«, sagte Sportdirektor Eric Detlev. Und die Englischlehrer der Freibühlschule konnten sich über Werbung für ihr Fach freuen, ohne diese Sprache geht es nicht, auch wenn alle »Basketball sprechen«. Die Spieler sind meist weitgereist, wie die Blicke auf die Lebensläufe und die Spielpläne zeigen. Wie sie zu den Tigers kamen, erzählten sie in einer Kurzvorstellung ihres Werdegangs.

Die Trainingseinheiten hat der Sportdirektor zusammen- und vorgestellt. In Tübingen gibt es dazu Kraft- und Ausdauertraining, die Vorbereitung auf die Spiele per Videomitschnitt gehört dazu. Jeder Spieler müsse beim Basketball auf dem Feld alles können, erklärte Detlev, Spezialisten gibt es nicht, feste Positionen auch nicht - nicht einmal einen Torwart.

Gut vorbereitete Schüler

Die Schüler hatten eine Vorstellung davon, wo die Herausforderungen einer Profikarriere liegen. Wie es mit dem Umziehen und der Wohnungssuche klappe, wollten sie wissen - der Verein hilft -, wieviel Zeit neben dem Sportjob noch bleibe - wenig -, wie man sich ernähre - ausgewogen. Oder wie man mit Niederlagen umgehe: Jeder auf seine Weise, erklärte Joschi. Wichtig sei es, aus Niederlagen oder schlechten Spielen zu lernen.

Ist Talent oder Training für eine Profikarriere wichtig? Ohne ständiges Training gehe es auf jeden Fall nicht, antwortete Felix, deswegen wird auch viel mehr trainiert als gespielt. Das zumindest dürfte bei einer Ausbildung bei SchwörerHaus ganz ähnlich sein. Das Ziel bei den Tigers ist es, ein erfolgreiches Team zu sein, ganz wie in Oberstetten. »Im Basketball wie beim Hausbau zählen Teamgeist, Disziplin und ein stabiles Fundament«, glaubt Ausbildungschefin Loock-Hummel. Und Ausbildungsperspektiven im Bauwesen könnten genauso spannend und erfüllend sein wie eine Sportlerkarriere. (GEA)