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Aktuell Betreuung

Wo Pfullinger Kinder in Bewegung gebracht werden

In der Bewegungskita des VfL Pfullingen rennen, hüpfen, springen und basteln die Kinder seit Februar. Es ist ein besonderes Angebot, das viel Interesse geweckt hat.

Das zentrale Anliegen in der VfL-Kita heißt Bewegung. Dafür gibt's viel Platz und jede Menge Geräte zum Toben, Hüpfen, Rennen, K
Das zentrale Anliegen in der VfL-Kita heißt Bewegung. Dafür gibt's viel Platz und jede Menge Geräte zum Toben, Hüpfen, Rennen, Klettern. Foto: Dieter Reisner
Das zentrale Anliegen in der VfL-Kita heißt Bewegung. Dafür gibt's viel Platz und jede Menge Geräte zum Toben, Hüpfen, Rennen, Klettern.
Foto: Dieter Reisner

PFULLINGEN. Für Malik ist die Sache sonnenklar: Im »Bewegungsraum« gefällt es dem Fünfjährigen am besten. Dort hängt ein Kletternetz, liegen weiche Matten, warten viele Bälle und stehen Turnkästen - alles zum Toben, zum Balancieren, zum Hüpfen und Rennen. Es ist der zentrale Platz auf dem großzügigen Gelände der Bewegungskita des VfL Pfullingen und der Stadt Pfullingen. Im Februar haben die ersten sieben Kinder, darunter Malik, die Räumlichkeiten im Arbachquartier bezogen.

Seither kamen immer mehr Kinder im Alter von einem Jahr bis fünf Jahre dazu. Momentan werden neun Krippenkinder und 32 Kindergartenkinder zu diesem besonderen Angebot betreut. Denn der VfL Pfullingen ist - gemeinsam mit der Stadt Pfullingen - der einzige Betreiber einer Bewegungs-Kita im Landkreis. Die nächsten Angebote dieser Art gibt es in Filderstadt sowie in Böblingen.

Hindernisse und ein Kletternetz sorgen für Abwechslung im großzügigen Bewegungsraum.
Hindernisse und ein Kletternetz sorgen für Abwechslung im großzügigen Bewegungsraum. Foto: Dieter Reisner
Hindernisse und ein Kletternetz sorgen für Abwechslung im großzügigen Bewegungsraum.
Foto: Dieter Reisner

Die Kindertagesstätte im Arbachquartier setzt voll auf Bewegung. »Bei uns ist - anders als in manch' anderen Kindergärten - das Rennen auf den Fluren ausdrücklich erwünscht«, sagt Linda Holderle. »Das Ziel ist, Kinder den Spaß an der Bewegung zu vermitteln und dabei ihren normalen Drang zu fördern.« Sie leitet die Bewegungskita nicht nur, sondern hat auch maßgeblich am Konzept mitgearbeitet. Dafür hat sie in Böblingen reingeschnuppert und dort auch Fortbildungen gemacht. »Wir sind in gutem Kontakt.«

780 Quadratmeter Fläche

Die Räume, hell dank großen Fensterfronten und offen, laden die Kinder förmlich ein, ihren natürlichen Bewegungsdrang auszuleben. »Das sollen sie auch. Aber sie bekommen auch genug Ruhepausen«, erklärt die Leiterin. Dass sie sich viel bewegen, wirkt sich nicht nur positiv auf ihre Entwicklung aus, sondern vermindert auch das Unfallrisiko, weil sie ein besseres Körpergefühl entwickeln, so Holderle. Auf 780 Quadratmetern in den Innenräumen plus rund 800 Quadratmetern im Außenbereich – übrigens nah am Arbach gelegen - gibt es aber nicht nur Platz für Sport und Bewegung. »Wir bilden hier Verschiedenes ab, wir fordern und fördern verschiedene Talente. Der Schwerpunkt gilt der ganzheitlichen Entwicklung des Kindes«, hebt die Leiterin hervor.

Im Speiseraum gibt's täglich Mittagessen für die Kinder.
Im Speiseraum gibt's täglich Mittagessen für die Kinder. Foto: Dieter Reisner
Im Speiseraum gibt's täglich Mittagessen für die Kinder.
Foto: Dieter Reisner

Es gibt einen Raum für Rollenspiele, ein Bauzimmer, einen Lesebereich, eine Werkstatt, einen Raum für die Kreativität, einen Platz, um sich auszuruhen, und einen Speisesaal. Die Bewegungskita bietet Ganztagsbetreuung an, da gehört ein Mittagessen dazu. Tischweise holen sich die Kinder ihr Essen selbst, immer nacheinander, wenn sie aufgerufen werden. Anschließend müssen sie auch abräumen. So sollen sie Verantwortung lernen.

Nach dem Mittagessen ist Ruhe angesagt

Zum Team gehören neben Leiterin Linda Holderle zehn Erzieherinnen plus ein Absolvent des Freiwilligen Sozialen Jahrs sowie ein Anerkennungspraktikant und eine Hauswirtschafterin. Nach dem Mittagessen ist für eine halbe Stunde Ruhe angesagt, dafür gibt es einen extra Raum, für die Krippenkinder einen Schlafraum, wobei jedes Kind ein eigenes Bett hat. Das zentrale Anliegen allerdings bleibt, die Kinder zur Bewegung zu animieren.

Fußbodenheizung sorgt dafür, dass die Kinder auch auf dem Boden spielen können. Das nutzen die Kids gerne, hier mit Leiterin Lin
Fußbodenheizung sorgt dafür, dass die Kinder auch auf dem Boden spielen können. Das nutzen die Kids gerne, hier mit Leiterin Linda Holderle. Foto: Dieter Reisner
Fußbodenheizung sorgt dafür, dass die Kinder auch auf dem Boden spielen können. Das nutzen die Kids gerne, hier mit Leiterin Linda Holderle.
Foto: Dieter Reisner

Dazu nutzt die Kita auch die Infrastruktur des zweitgrößten Vereins im Landkreis: etwa das schon bestehende Angebot der Kindersportschule KISS oder auch die Sportplätze, dafür sind dann auch die Eltern gefragt. Die Kita steckt noch in den Kinderschuhen und wird von Linda Holderle und ihrem Team weiterentwickelt. Platz ist noch genügend da, 55 Kinder mit Krippe können insgesamt aufgenommen werden. Stellt sich noch die Frage, ob man Vereinsmitglied sein muss, um einen Platz zu ergattern? "Nein, das ist keine Voraussetzung, aber ein Bewertungsfaktor, erläutert Linda Holderle. Wenn es einen freien Platz gibt und mehrere Bewerber, dann werde das in Betracht gezogen. Momentan stehen ihren Angaben zufolge 31 Kinder auf der Warteliste. Bis 2028 sei die Kita ausgebucht.

Nach zehn Monaten war es Zeit, sich auch in der Öffentlichkeit zu zeigen. Dafür war der Weihnachtsmarkt eine gute Gelegenheit. Dort verkauften Eltern und Mitarbeiter der VfL-Bewegungskita in einem Häuschen auf dem Passy-Platz an drei Tagen Glühwein, Punsch und Gulaschsuppe – auch vegetarisch. Die Kinder hatten dafür Sterne und Schneekugeln gebastelt, die Eltern Plätzle gebacken.

Kosten von rund 650.000 Euro

Rund 650.000 Euro hat dieser besondere Kindergarten gekostet. Davon hat die Stadt 75 Prozent übernommen, zudem zahlt sie 75 Prozent der Betriebskosten. Das restliche Viertel wird durch die Elternbeiträge finanziert. Der VfL hat 200.000 Euro für die Innenausstattung gegeben. (GEA)

Auch im großzügigen Außenbereich sind die Kinder täglich - bei fast jedem Wetter.
Auch im großzügigen Außenbereich sind die Kinder täglich - bei fast jedem Wetter. Foto: Dieter Reisner
Auch im großzügigen Außenbereich sind die Kinder täglich - bei fast jedem Wetter.
Foto: Dieter Reisner