LICHTENSTEIN. Die Schulsanierung in Lichtenstein ist ein Thema mit Geschichte. Seit 2016 beschäftigt sich der Lichtensteiner Gemeinderat damit, wie der Schulstandort auf Vordermann gebracht, beziehungsweise den Anforderungen anpasst werden kann. Am Donnerstag, 4. Dezember, um 18.30 Uhr in der Lichtensteinhalle steht die Sanierung der Uhlandschule dann zum 25. Mal auf der Tagesordnung: 13 Mal nicht öffentlich und 11 Mal öffentlich hat das Gremium bisher über das Thema beraten. Und es wird ganz sicher noch eine Sitzung dazu kommen. Denn am Donnerstag soll noch keine Entscheidung fallen, sondern über das Kernthema informiert und diskutiert werden, nämlich ob die Holzelfinger Grundschule eine Zukunft hat oder nicht.
Diese Frage bewegt viele Bürger. Daniel Rieker hat in den vergangenen Monaten über eine Online-Plattform 1.106 Unterschriften von Bürgerinnen und Bürgern gesammelt, die sich für einen Erhalt der Holzelfinger Schule aussprechen (wir berichteten). Gut die Hälfte der Unterzeichner der Petition »Holzelfingen braucht eine Grundschule« kommen aus Lichtenstein (52 Prozent) und rund 35 Prozent geben an, dass sie von einer Schließung der Schule betroffen sind, beziehungsweise in Zukunft davon betroffen sein könnten. Rieker wird die Petition für den Erhalt der Holzelfinger Grundschule zu Beginn der Sitzung an Bürgermeister Peter Nußbaum übergeben.
Aktuelle Kostenberechnung
Dann kommen die Fakten auf den Tisch. Zwar hatte der Gemeinderat bereits 2024 eigentlich beschlossen, die Karl-Bröger-Schule und die Grundschule in Holzelfingen aufzugeben, die Uhlandschule in Unterhausen künftig vierzügig fortzuführen und für einen modernen Ganztagsbetrieb umzubauen. Im März dieses Jahres legten Verwaltung und Planer dem Gemeinderat die fortgeführten Planungen mit der Umsetzung des Raumprogramms vor. Außerdem eine aktualisierte Kostenberechnung. Danach würden für die Sanierung des 8-Klassenbaus und ein Ersatzneubau mit Mensa am Standort des bisherigen 4-Klassenbaus rund 12 Millionen Euro fällig.
Für Umbau und Sanierung des Neubautrakts sowie des Pavillons beliefen sich die Kostenschätzungen auf 2,7 bis 4,4 Millionen Euro. Angesichts der finanziellen Lage der Gemeinde lehnten die Bürgervertreter in der nichtöffentlichen Sitzung mehrheitlich eine Fortführungen der Planungen ab. In der Folge setzte sich das Gremium noch einmal hinter verschlossenen Türen zusammen, um das weitere Vorgehen mit Blick auf die Finanzen, aber auch auf die gesetzlichen Vorgaben für den Ganztagsbetrieb zu beraten.
Drei- oder vierzügige Schule?
Herausgekommen ist dabei, dass ergänzend zu den bisherigen Ergebnissen zwei weitere Varianten untersucht werden sollen. Zum einen die Umgestaltung der Uhlandschule zu einem dauerhaft vierzügigen Schulstandort mit Einbeziehung der Karl-Bröger-Schule und der Holzelfinger Grundschule. Dabei sollen Einsparpotentiale beim 8-Klassenbau und beim Ersatzbau für den 4-Klassenbau dargelegt werden. Variante zwei sieht die dauerhafte Einrichtung einer dreizügigen Grundschule an der Uhlandschule vor, bei Erhalt der Holzelfinger Grundschule. An beiden Standorten soll dabei auf einen Neubau oder auf Grundriss verändernde Maßnahmen verzichtet werden sowie die Mensa im Bestand der Uhlandschule untergebracht werden.
Die Ergebnisse für beide Untersuchungen liegen vor und sollen am Donnerstagabend diskutiert werden. Angesichts der langfristigen Bedeutung des Schulsanierungsprojekts hat der Gemeinderat beschlossen, zuerst über die Ergebnisse zu diskutieren und die Entscheidung voraussichtlich in der Sitzung Ende Februar zu treffen. So soll das Gremium Gelegenheit haben, sich nochmal im Nachgang mit allen Aspekten auseinanderzusetzen und dann abzustimmen.
Schulamt bezieht Stellung
Teil der Abwägung wird dann auch eine Stellungnahme des Staatlichen Schulamts Tübingen sein, die vor dem Hintergrund der eingereichten Petition auf Fragestellungen und Einschätzungen eines zukünftigen Schulbetriebs in Holzelfingen, losgelöst von allen Finanzierungsfragen, eingehen wird. (GEA)

