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Aktuell Jahresabschlusskonzert

Stehende Ovationen in Pfullingen für großartiges Jahresabschlusskonzert in vollbesetzten Hallen

Der Musikverein Stadtkapelle Pfullingen und das Sinfonische Jugendblasorchester Pfullingen gestalteten gemeinsam das Jahresabschlusskonzert »Von der Klassik in die Moderne« in den restlos besetzten Pfullinger Hallen. Der ehemalige Vorstand Michael Wödl wurde zweifach geehrt.

120 Musikerinnen und Musiker boten dem begeisterten Publikum ein großartiges Jahresabschlusskonzert
120 Musikerinnen und Musiker boten dem begeisterten Publikum ein großartiges Jahresabschlusskonzert Foto: Gabriele Böhm
120 Musikerinnen und Musiker boten dem begeisterten Publikum ein großartiges Jahresabschlusskonzert
Foto: Gabriele Böhm

PFULLINGEN. Großartig und anspruchsvoll war am Samstagabend das Jahresabschlusskonzert des Musikvereins Stadtkapelle Pfullingen in den restlos besetzten beiden Pfullinger Hallen. Zusammen mit dem Sinfonischen Jugendblasorchester Pfullingen (SJBO) sorgten120 Musikerinnen und Musiker auf der Bühne mit einem Spektrum »Von der Klassik in die Moderne« für beste Unterhaltung. Isabell Gruber führte wie immer kenntnisreich durch den Abend.

Vorstand Jürgen Stoll begrüßte unter den vielen Gästen Bürgermeister Stefan Wörner, den früheren Bürgermeister Rudolf Heß mit Ehefrau Marianne, Dekan Hermann Friedl und den Leiter der Wilhelm-Hauff-Realschule (WHR) Jochen Wandel. Das 73-köpfige Jugendblasorchester, das den Abend eröffnete, besteht aus Schülerinnen und Schülern der Städtischen Musikschule Pfullingen, des Bläserprofils der WHR und des Musikvereins und wurde im Wechsel von Johannes Falk, David Heinzelmann und Jens Saure geleitet.

Monumental und mit den Tubas vorneweg ließen die jungen Leute das »Allegretto from Symphony Nr. 7« von Beethoven in einem Arrangement von Robert Longfield erklingen, der auch das Schlagzeug einsetzte. »A Night in Budapest« lässt die Phrasen in Czardas-Manier langsam beginnen und sich immer weiter im Tempo steigern. Diese dynamischen Anforderungen bewältigte das Nachwuchsorchester in meisterhafter Harmonie und Sicherheit. Mitreißend gelang auch »Fairytale« aus Norwegen, das beim ESC 2009 den ersten Platz belegte und auch das Pfullinger Publikum begeisterte. In einem glanzvollen Crescendo ließ das Orchester bei »Morning Star« die Sterne aufgehen und funkeln, während der Soul »Skyfall«, das mehrfach ausgezeichnete Titellied von James Bond 2012, den überaus dramatischen »Himmelssturz« beschreibt. Das SJBO interpretierte beides enthusiastisch und wurde vom Publikum mit langem Beifall, Pfiffen und Bravorufen belohnt.

Musical-Melodien mit Sängerin

Die Stadtkapelle unter der Leitung von Stadtmusikdirektor Alfred Hepp begann ebenfalls majestätisch-prachtvoll mit »Hymne und Triumphmarsch« aus Aida. »Köpenick,« das zum 50-jährigen Jubiläum des dortigen Blasorchesters komponiert wurde, soll die Vielfalt des Berliner Stadtteils und den Zusammenhalt des Orchesters verdeutlichen. Entsprechend und überzeugend umgesetzt, rückten immer wieder einzelne Instrumentengruppen in den Vordergrund und vereinigten sich wieder gefühlvoll zu einem harmonischen Ganzen. Lyrische Elemente wurden ebenso fesselnd interpretiert wie spielerische oder feurige voller Lebensfreude.

Auch »Ross Roy«, das eine australische Schule beschreibt, bot viele Gelegenheiten, die Facetten der Blasmusik zu verdeutlichen. »Omens of Love«, die »Vorzeichen der Liebe«, ließ mit Trillern der Klarinetten und jazzigen Saxophoneinsätzen »Schmetterlinge fliegen«, so Gruber. In den »Musical Highlights« mit »Ich hab´ geträumt von einer Zeit« aus »Les Misérables«, »Mamma Mia« von Abba und »Ich gehör´ nur mir« aus »Elisabeth« kam mit der ausgebildeten Musicaldarstellerin Manuela Hepp-Röck, Ehefrau des Dirigenten, ein weiteres Highlight dazu. Sie ging charmant durchs Publikum und ließ so ihre brillante Stimme und gefühlvolle Ausdruckskraft unmittelbar erleben.

Zum Schluss vereinigten sich Stadtkapelle und SJBO zu einem riesigen Orchester, das leidenschaftlich und voller Energie mit prachtvollen Auftakt-Fanfaren das »Concerto D'amore« von Jakob de Haan erklingen ließ. Big Band Sound war ebenso zu hören wie barocke Erhabenheit. Das Publikum spendierte Bravorufe und stehende Ovationen und bekam dafür zwei Zugaben, darunter eine musikalische Rundreise durch europäische Länder.

Michael Wödl (Mitte) erhielt Medaille und Urkunde vom Verband von Steffen Haap (links) und die Ernennung zum Ehrenmitglied von J
Michael Wödl (Mitte) erhielt Medaille und Urkunde vom Verband von Steffen Haap (links) und die Ernennung zum Ehrenmitglied von Jürgen Stoll. Foto: Gabriele Böhm
Michael Wödl (Mitte) erhielt Medaille und Urkunde vom Verband von Steffen Haap (links) und die Ernennung zum Ehrenmitglied von Jürgen Stoll.
Foto: Gabriele Böhm

Zwischen den beiden Zugaben gab es eine besondere Ehrung für Michael Wödl, der dem Verein 27 Jahre lang bis zum März 2025 als erster Vorsitzender gedient hatte. Über 30 Jahre war er Vorstandsmitglied. Als Denker und Lenker habe er den Verein maßgeblich geprägt, so sein Nachfolger Jürgen Stoll. Wödl erhielt die Vereinsurkunde und wurde zum Ehrenmitglied ernannt. Aus der Hand von Steffen Haap, Vorstand des Blasmusikverbands Neckar-Alb, bekam Wödl die selten verliehene Erich-Ganzenmöller-Medaille in Bronze. (GEA)