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Aktuell Benefizkonzert

Stadtkapelle Pfullingen und junge Musiker spielen für den Verein Sonnenstrahlen

Der Förderverein Sonnenstrahlen für Kinder/Jugendliche krebskranker/schwer kranker Eltern ist spendenfinanziert. Zur Unterstützung gaben der Musikverein Stadtkapelle Pfullingen und das Verbandsjugendblasorchester Neckar Alb in den Pfullinger Hallen ein bemerkenswertes Benefizkonzert.

Die jungen Musikerinnen und Musiker des Verbandsjugendblasorchesters überzeugte mit ihrem Können.
Die jungen Musikerinnen und Musiker des Verbandsjugendblasorchesters überzeugte mit ihrem Können. Foto: Gabriele Böhm
Die jungen Musikerinnen und Musiker des Verbandsjugendblasorchesters überzeugte mit ihrem Können.
Foto: Gabriele Böhm

PFULLINGEN. Sie brauchen dringend Hilfe. Derzeit betreut der »Förderverein für Kinder/Jugendliche krebskranker/schwer kranker Eltern – Sonnenstrahlen« 52 Kinder aus 47 Familien. »Sonst begleitet sie niemand«, sagte der Vorsitzende Thomas Reumann am Sonntagabend. Der 2010 von Verena Stub gegründete Verein arbeitet ehrenamtlich und kostenfrei für die Betroffenen. Deshalb ist der Verein auf Spenden angewiesen. Dazu verhalfen ihm jetzt der Musikverein Stadtkapelle Pfullingen und das Verbandsjugendblasorchester Neckar Alb (VJBO), die in den Pfullinger Hallen ein gut besuchtes, sehr vielseitiges Benefizkonzert gaben.

»Wir haben gerne zugesagt, als die Anfrage nach einem Konzertraum kam«, sagte Stefan Wörner, Pfullinger Bürgermeister und Vereinsbeirat. Seinen Dank an alle Mitwirkenden sprach auch Steffen Haap, Vorsitzender des Blasmusikverbands Neckar-Alb, aus.

Jürgen Stoll, Vorsitzender des Musikvereins Stadtkapelle, begrüßte das Publikums, dann begannen die Musikerinnen und Musiker unter der Leitung von Stadtmusikdirektor Alfred Hepp mit einem schwungvollen »So schön ist Blasmusik«. Isabell Gruber führte durch das Programm und kündigte ein Highlight nach dem anderen an. Bravorufe gab es für den Konzertmarsch »Salemonia« und den Ohrwurm »Nessaja« aus Peter Maffays Musical »Tabaluga« von 1983. Das Coldplay-Medley, unter anderem mit »Viva la vida« und »Lost!«, bewies einmal mehr die Vielseitigkeit der Blasmusik. Nicht umsonst hat die Pfullinger Stadtkapelle einen großen und treuen Stamm an Fans. Viele Gäste erwiesen sich als textsicher bei dem mitreißenden Marsch »Dem Land Tirol die Treue« und sangen zusammen mit dem Orchester zur Tuba-Begleitung.

Mystisch-geheimnisvoller Kirchenbau

Mit Beifall empfangen wurde das Verbandsjugendblasorchester Neckar Alb unter der Leitung von Andreas Lewedey. Die Ouvertüre von »A Huntington Celebration« bot einen starken Auftakt, in dem einzelne Instrumentengruppen glanzvoll hervortraten. Mystisch-geheimnisvoll interpretierten die jungen Musikerinnen und Musiker »Lebuinus ex Daventria«, das Moderatorin Sarah Lohmiller als Komposition über die Geschichte des angelsächsischen Missionsmönchs Lebuinus vorstellte, der im 8. Jahrhundert eine Kirche im niederländischen Deventer errichtete. Das Stück begann zart, man hörte Vogelgesang von den Querflöten. Mit den aufsteigenden Linien der Klarinetten wuchs auch die Kapelle empor. In bewundernswerter Synchronität wurden Tempo und Lautstärke gesteigert. Erst von den Männern, dann von den Frauen erklangen gregorianische Gesänge. Hammerschläge waren zu hören, es ging voran. Zum Schluss läutete eine Glocke, das Bauwerk war fertig. Doch dann wurden die Töne laut, hastig und unharmonisch, Hörner und Paukenschläge kündigten Gefahr an. Musikalisch wurde die Zerstörung der Kirche durch die Sachsen erlebbar.

Atlantis versinkt im Meer

Ein ebenso fantastisches Stück war »Atlantis«, in dem zunächst erhaben und mächtig die Reiterkrieger aufmarschierten. Es folgte beschaulicher Insel-Alltag, der abrupt mit rhythmischen Schlägen endete: Atlantis versinkt im Meer. Das VJBO meisterte die vielen emotionalen Facetten mit ausgefeilter Dynamik. Wie der Beifall zeigte, flogen den jungen Leuten die Herzen zu.

Schwarz-humorvoll wurde es mit dem »Tanz der Vampire« aus dem Musical nach dem gleichnamigen Polanski-Film, in dem zwei Wissenschaftler versuchen, den finsteren Gesellen den Garaus zu machen. Idealer Stoff für ein derart wandelbares Orchester, das noch einmal die schier endlosen Möglichkeiten seiner Instrumente aufzeigte. Das Publikum spendete stehend Ovationen und wünschte natürlich eine Zugabe. Ein Medley der Erfolgsband Toto mit Hits wie »Africa« und »Rosanna« entließ die Gäste hochzufrieden nach Hause. (GEA)