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Sommerserenade in Pfullingen: Epochaler Klang im Gotteshaus

Die Sommerserenade mit Magdalenenchor und Kirchenchor Honau sowie Bläserkreis Reutlingen begeistert.

Die Sängerinnnen und Sänger bezauberten ihre Zuhörer.  FOTO: LEIPPERT
Die Sängerinnnen und Sänger bezauberten ihre Zuhörer. Foto: Ottmar Leippert
Die Sängerinnnen und Sänger bezauberten ihre Zuhörer.
Foto: Ottmar Leippert

PFULLINGEN. Es war ein Konzert, bei dem die Zuhörer so richtig die Seele baumeln lassen konnten. Unaufgeregt und eher beruhigend, aber keinesfalls langweilig, machten die Protagonisten vom Magdalenenchor Pfullingen, vom Kirchenchor Honau sowie vom Bläserkreis Bezirk Reutlingen bei ihrer gemeinsamen Sommerserenade auf der Neue-Mitte-Bühne einen musikalischen Streifzug quer durch die Epochen.

Von der Renaissance über Barock und Klassik bis in zu neuzeitlichen Liedern reichte die Literatur. Sonore Männerstimmen in Harmonie mit glockenklarem Frauensopran, dazu der strahlende Klang von Blasinstrumenten wie Trompeten, Tuba oder Euphonium und schließlich amüsante Gedichte oder Erzählungen von Elsbeth Pasternacki begeisterten die Zuhörer in vollem Umfang.

Tosender Applaus

Der Applaus am Ende war dementsprechend tosend und lautstark. Doch zuvor hatten sich die Veranstalter ernste Gedanken machen müssen. »Drinnen oder Draußen war eine schwierige Entscheidung«, erzählte Bezirkskantorin Bettina Maier in ihrer Begrüßung. Denn der Wetterdienst verhieß Gewitter und Regengüsse anstatt sonnigem Sommerklima. Und so wurde das Konzert kurzfristig vorsichtshalber vom Marktplatz in die daneben liegende Martinskirche verlegt.

Im Programm war viel Abwechslung angesagt, die beiden Chöre wurden mal von Maier mal von Benedikt Hinger dirigiert oder auch alternierend am Klavier begleitet. So erklangen etwa »O Täler weit o Höhen«, das Felix Mendelssohn Bartholdy 1843 komponierte oder »Der Herr ist mein Hirte«, Psalm 23 und einer der bekanntesten Text der Bibel, der vom deutschen Komponisten Bernhard Klein vertont wurde. »Alle Dinge dieser Welt« von John Rutter führte das Publikum in die Neuzeit, genauso wie das äußerst schwierige »Cantate Domino«, der Jubelgesang an Gott des walisischen Komponisten Sir Karl Jenkins, das von den Sängern hervorragend interpretiert wurde. Der Bläserkreis, der von der höchsten Empore des Gotteshauses herabspielte, glänzte etwa mit dem »Entree« des Kirchenmusikers Christian Witt oder der »Morgenmusik« von Paul Hindemith. Auch hatten die Instrumentalisten mit »Verleih uns Frieden« oder »Richte mich Gott« den Romantiker Mendelssohn Bartholdy dabei, bevor sie mit »Hello Dolly« von 1964 ins Musicalfach wechselten, bei »What a wonderful world« an einen der bedeutendsten Musiker des 20. Jahrhunderts, den US-amerikanischen Jazztrompeter und Sänger Louis Armstrong erinnerten.

Mit Gedichten garniert

Beim von Wolfgang Amadeus Mozart komponierten »Dona nobis pacem«, machten Chor und Bläser gemeinsame Sache mit den Zuhörern, so dass ein epochaler Klang im Gotteshaus entstand. Elsbeth Pasternacki garnierte die Musikstücke mit Gedichten von Julius Sturm, Sebastian Blau oder Annette von Droste-Hülshoff sowie dem türkischen Märchen »Die drei Töchter«. Zum ersten Mal wären die beiden Chöre die Kooperation eingegangen, erklärte Maier, weshalb das Programm auch am vergangenen Sonntag in Honau schon aufgeführt worden sei. Dort fand das Konzert bei heißen Temperaturen im Freien vor der Galluskirche statt.

Mit dem geistlichen Abendlied »Nun ruhen alle Wälder« von Heinrich Isaac, einem franko-flämischen Komponisten der Renaissance, bei dem noch mal alle Protagonisten des Abends einstimmten, ging der Konzertabend zu Ende. (lpt)