PFULLINGEN. Ob JukeBox oder Männerchor oder als Gemeinsamer Chor - die Eintracht verstand es einmal mehr, das Publikum mit ihren Liedern zu bewegen. Was Matrosen so alles bewegt, brachten sie in den »Melodien zu Wasser und zu Lande« zum Ausdruck. »Wir wollen mit unseren Liedern musikalisch vom Herzschmerz der Zurückgebliebenen erzählen, von der Sehnsucht der Matrosen nach Ferne, von deren Kameradschaft und ihren Abenteuern auf See«, vermittelt der Vorsitzende Dietmar Dannecker. »Wir setzen auf maritime Stimmung und präsentieren musikalische Highlights.«
Darunter Titel, mit denen der österreichische Unterhaltungssänger und Wahlhamburger Freddy Quinn in den 1950er- und 60er-Jahren die deutschen Hitlisten eroberte. »Die Gitarre und das Meer« und »Seemann – deine Heimat ist das Meer« überzeugten die Besucher, die den Akteuren reichlich Beifall spendeten. Wie auch den 15 Sängern der JukeBox, die sich unter der Leitung und mit Klavierbegleitung von Christina Staneker und Michael Bader an der Percussion sich mit englischsprachigen Versionen in Szene setzten. Einen deutschen Part widmeten sie speziell der Gruppe »Santiano«, einer auf seemännischen Liedern basierenden Band aus dem äußersten Norden Deutschlands. Eigentlich bräuchten sie Rum, aber »Es gibt nur Wasser« beklagten sie in diesem Titel.
In »Frei wie der Wind«, »St. Malo« und dem auf Plattdeutsch gesungenen »Hamborger Veermaster«, einem Shanty von 1849, schwelgten sie im Seemannsleben und spannen Seemannsgarn. Dafür hatten sie sich mit Matrosensets aus Marine-Mütze und Schal ausgestattet, um dem Publikum diese Welt auf See nicht nur musikalisch näher zu bringen. »Sugar, tea and rum« forderten neuseeländische Walfänger in dem Song »Wellerman« über die drei Kaufmannsbrüder Weller aus dem 19.Jahrhundert. Der schottische Sänger Nathan Evans löste mit seiner Coverversion vor gut vier Jahren eine Seemannsliederwelle aus. Wie die JukeBox, die mit »What shell we do with the drunken sailor«, »Leave her, Johnny leave her« und »Loch Lomond« auftrumpfte.
»Capri Fischer« und »La mer« als finaler Höhepunkt
Gemeinsam mit dem Männerchor unter der Leitung von Axel Göller machten sie sich musikalisch auf zum »Kloster Grabow«. »Kein Fisch kam mehr, sie hätten sich sollen begnügen mit einem«, mahnte der Text an die Begierde der dort ansässigen Mönche. Große Oper dann mit dem »Matrosenchor« aus Richard Wagners »Der fliegende Holländer« und »Vineta« des Schweizer Musikers und Komponisten aus dem 19. Jahrhundert Ignatz Heim.
Einen Volltreffer landeten sie auch mit dem Chanson »La mer« des französischen Chansonniers Charles Trenet und dem deutschen Schlager »Capri Fischer«. Ralph Maria Siegel verfasste den Text zu der Komposition von Gerhard Winkler. Großes Finale dann mit der Zugabe »Das Schifferlied«, für das es nochmal heftigen Beifall gab. »Wir waren gut vorbereitet und es lief sehr gut. Das hört man«, bestätigt Staneker. »Es war wunderbar. Das ist gut, wenn die Leute mitziehen. So kann man Chormusik publik machen«, sieht es Eugen Hilbertz, Vorsitzender des Liederkranzes Pfullingen.
Die Männerchöre beider Vereine bestreiten am Volkstrauertag gemeinsam den musikalischen Teil. »Wir wollen enger zusammenarbeiten«, unterstreicht er. Sein Liederkranz hat am 18. April kommenden Jahres mit »TanzKLÄNGE« den nächsten großen Auftritt. »Ich freue mich über diesen Abend mit einem sehr guten Programm. Und über die JukeBox mit den jungen Leuten«, betont Bürgermeister a.D. Rudolf Heß. (GEA)

