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Schulleiterinnenteam der Pfullinger Uhlandschule verabschiedet

Heidrun Schmid-Salzer, Leiterin der Pfullinger Uhlandschule, und ihre Stellvertreterin Ulrike Lumpp gehen in den Ruhestand.

Im bequemen Sesseln verfolgten Heidrun Schmid-Salzer (links) und ihre Stellvertreterin Ulrike Lumpp die Lobesreden auf das schei
Im bequemen Sesseln verfolgten Heidrun Schmid-Salzer (links) und ihre Stellvertreterin Ulrike Lumpp die Lobesreden auf das scheidende Schulleiterinnen-Team. Foto: Sautter
Im bequemen Sesseln verfolgten Heidrun Schmid-Salzer (links) und ihre Stellvertreterin Ulrike Lumpp die Lobesreden auf das scheidende Schulleiterinnen-Team.
Foto: Sautter

PFULLINGEN. Sie sind seit 2009 ein Team und jetzt haben sich die Rektorin der Uhlandschule Heidrun Schmid-Salzer und ihre Stellvertreterin Ulrike Lumpp gemeinsam in den Ruhestand verabschiedet. Zwei Frauen, die in den vergangenen Jahren die Schule nicht nur verwaltet, sondern gestaltet haben – mit Energie, mit einem klaren pädagogischen Profil und mit dem Mut, Themen zu setzen, die über den Unterricht hinausgehen. »Für Sie stand immer der ganze Mensch im Fokus, mit Haltung und Herz«, wie Bürgermeister Stefan Wörner betonte.

Das Atrium der Burgwegschule bot kaum Platz für die vielen Gäste, die zur Verabschiedung kamen. Nicht verwunderlich, denn die beiden Frauen haben die Uhland- und die Burgwegschule für das Leben geöffnet, erklärte der leitende Schulamtsdirektor Martin Fouqué. Handfestes Beispiel dafür: Der Holzbackofen im Hof der Burgwegschule, den bis heute nicht nur die Schule nutzt. »Lust auf Leben« machen, das war über die vielen Jahre das Motto für die Angebote der Schule und das hat nicht nur dem Schulamtsdirektor gefallen. Heute, so der Mann vom Staatlichen Schulamt in Tübingen, würde das Resilienz heißen. Um ihr Konzept umzusetzen, haben die beiden Frauen immer Kooperationspartner gesucht, »sonst wäre das nicht machbar gewesen«, betonte Fouqué.

Bildung als weltumspannende Aufgabe

»Musik, Singen, gesunde Ernährung, globale Verantwortung – das waren keine Projekte, sondern Teile Ihrer Schulkultur«, lobte Bürgermeister Wörner. »Ihre über 30-jährige Verbindung nach Tansania und die aktive Partnerschaft mit der Schule in Tandala sprechen für sich.« Der Besuch mit der Lehrergruppe aus Tandala vergangenes Jahr im Rathaus sei Ausdruck dessen, wie sehr Heidrun Schmid-Salzer Bildung als weltumspannende Aufgabe begreife. Und dieser Einsatz endete nicht an der Schultür, das zeige auch ihr kontinuierliches Engagement in der Steuerungsgruppe »Fairtrade-Stadt Pfullingen«. Hier bringe sie sich mit Überzeugung für globale Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit ein.

Einen großen Strauß Rosen und viel Lob hatte Bürgermeister Stefan Wörner zum Abschied für Schulleiterin Heidrun Schmid-Salzer mi
Einen großen Strauß Rosen und viel Lob hatte Bürgermeister Stefan Wörner zum Abschied für Schulleiterin Heidrun Schmid-Salzer mitgebracht. Foto: Sautter
Einen großen Strauß Rosen und viel Lob hatte Bürgermeister Stefan Wörner zum Abschied für Schulleiterin Heidrun Schmid-Salzer mitgebracht.
Foto: Sautter

Ulrike Lumpp habe das Wirken von Schmid-Salzer mit großem Geschick ergänzt – »leise, verlässlich, immer praxisnah«, so Wörner weiter. Ihre Impulse – sei es auf der Streuobstwiese, beim gesunden Schulvesper oder in der engen Zusammenarbeit mit dem Kindergarten – haben Strukturen geschaffen, die über ihre Amtszeit hinaus Wirkung zeigen werden. »Wer mit Ihnen zusammengearbeitet hat, weiß: Sie sind jemand, auf den man sich verlassen kann – fachlich wie menschlich.« Beide hätten Verantwortung übernommen in einer Zeit, in der sich Schule rasant verändere: Digitalisierung, Ganztagsanspruch, zunehmende Heterogenität, gesellschaftlicher Wandel. Umso wichtiger sei es, dass es Menschen gebe, die sich nicht scheuen, diese Veränderungen mitzugestalten, betonte der Bürgermeister. Die jüngsten Aktionen – das gemeinsame Friedenssingen mit dem Gymnasium, der Beitrag zur Demokratie-Kundgebung auf dem Marktplatz – seien Beispiele dafür, wie Bildung auch gesellschaftliches Bewusstsein forme. »Es geht nicht nur um Wissen, es geht um Haltung. Und diese Haltung haben Sie vorgelebt.«

Spuren hinterlassen

»Sie haben unzähligen Kindern die Wurzeln fürs Leben gegeben«, so formulierte es die Elternbeiratsvorsitzende Leonie Gleichmann. »Sie haben Spuren hinterlassen, in unserer Schule, in unseren Kindern.« Jochen Wandel, Rektor der Wilhelm-Hauff-Realschule (WHR) und geschäftsführender Leiter der Pfullinger Schulen, erinnerte in launigen Worten, dass die beiden Frauen oft ihre ganze Familie und Freunde mit eingespannt haben, um die Schule am Laufen zu halten. Sei es als Feuermacher am Backofen oder als Betreuungskräfte. »Wer mit dir durchs Leben geht, hat auch viel mit der Schule zu tun«, sagte er mit einem Lächeln zu Heidrun Schmid-Salzer. »Diejenigen, die mit dir den Hof umgetrieben haben, haben es nun verdient zur Ruhe zu kommen.«

Jede Menge gute Wünsche für den Ruhestand hatten die Schüler und Schülerinnen parat.
Jede Menge gute Wünsche für den Ruhestand hatten die Schüler und Schülerinnen parat. Foto: Sautter
Jede Menge gute Wünsche für den Ruhestand hatten die Schüler und Schülerinnen parat.
Foto: Sautter

Die gemeinsame Abschiedsrede des Schulleiterinnen-Teams war dann auch geprägt von der Dankbarkeit für die vielfältige Unterstützung - nicht nur von der Familie. »Um ein Kind zu erziehen, braucht es das ganze Dorf.« Dieses afrikanische Sprichwort stimme und »wir müssen das auch leben«, betonte Heidrun Schmid-Salzer. Umso mehr freuten sich die beiden, dass so viele aus dem »Dorf« zu ihrem Abschied gekommen waren. Dabei machte Heidrun Schmid-Salzer auch noch einmal deutlich, wie wichtig eine Förderung der Kinder in der Grundschule ist: »Auf den Anfang kommt es an.« In Sachen Sprachförderung sei viel passiert, aber es sei letztlich immer noch zu wenig. Und sie nahm die Eltern in die Verantwortung: »Von einer Woche verbringen die Kinder einen Tag in der Schule, drei Tage schlafen sie und drei Tage sind sie in der Verantwortung der Eltern.« Alles, so ihr Schluss, könne die Schule nicht richten.

Nachfolge gesichert

Für die Lehrkräfte der Schule war es ein Tag des Abschieds und der Dankbarkeit. Ratgeberin, Teammitglied, Gärtnerin, Stimmungsaufhellerin, die sowohl für das leibliche als auch das seelische Wohlbefinden des Kollegiums gesorgt habe, sei Heidrun Schmid-Salzer gewesen, hieß es in den vielstimmigen Dankesworten, die auch an ihre Stellvertreterin gerichtet waren. Und die Schüler? Die hatten mit einem Lied in die Verabschiedung eingestimmt und auch Wünsche mit auf den Weg gegeben: »Lange ausschlafen und ein gutes Frühstück« war einer davon, »Ruhige Stunden mit guten Büchern und lieben Freunden« ein anderer. Jochen Wandel wünschte sich, dass die beiden ab und zu in der Mensa der WHR vorbeischauen. »Ich zahl’ das auch«, versprach er. Zuvor gab's aber noch Pizza und Sekt im Pausenhof und sicher viele gute Gespräche. Vielleicht auch über die neue Schulleitung. »Die kommt rechtzeitig«, hatte der Schulamtsdirektor auf GEA-Nachfrage versichert, aber noch keinen Namen genannt. (GEA)