LICHTENSTEIN. 55 Kilometer sind eine Hausnummer: So lang sind die Glasfaserleitungen, die das Unternehmen Unsere Grüne Glasfaser (UGG) bis Ende Sommer 2026 in Lichtenstein verlegt haben will. »Damit so ein großes Infrastrukturprojekt gelingt, braucht es ein gutes Zusammenwirken aller Beteiligten, sprich des Unternehmens, der ausführenden Baufirma und allen am Bau Beteiligten«, erklärte Lichtensteins Bürgermeister Peter Nußbaum beim symbolischen Spatenstich für den Glasfaserausbau. Die ersten Erfahrungen - schon im Mai haben die Arbeiten begonnen - stimmen den Rathauschef zuversichtlich, dass große Vorhaben zügig realisiert wird.
Für Nußbaum sind die jetzt gestarteten Arbeiten ein wesentlicher Schritt hin zu einer flächendeckenden Gesamtversorgung, zur Glasfasergemeinde Lichtenstein. Und damit eine Investition in die Zukunft. Und die übernimmt die UGG, zumindest für einen großen Teil des Gemeindegebiets, in dem sich nach ihren Plänen der Ausbau für ein Privatunternehmen rechnet. Außen vor sind bei diesem sogenannten eigenwirtschaftlichen Ausbau die Siedlungen Göllesberg und Traifelberg. Doch deren Bürger müssen nicht aufs schnelle Internet verzichten. Dort will die Gemeinde in Zusammenarbeit mit der Breitband Versorgungsgesellschaft Sigmaringen ein kommunales Glasfasernetz realisieren.
4.600 Hausanschlüsse sind möglich
Theoretisch können mit der Fertigstellung des UGG-Netzes in gut einem Jahr rund 4.600 Haushalte in Lichtenstein von der schnellen Datenübertragung profitieren. Bisher hat sich etwa ein Viertel für einen Hausanschluss entschieden, erklärt Ralph Wehberg, der den Ausbau der Netze für die UGG in Baden-Württemberg und Bayern leitet. »Das ist ordentlich.« Gleichwohl wird die UGG begleitend zu den Bauarbeiten weiter für ihr Produkt zu werben.
Apropos Bauarbeiten. In den kommenden Monaten werden sich in der gesamten Gemeinde Gräben auftun. Zwischen vier und sechs Teams mit jeweils fünf bis sechs Mitarbeitern werden dann die Glasfaserleitungen verlegen. Mehr geht nicht, sagt Wehberg, um die Infrastruktur nicht zu überlasten. Es müsse ja gewährleistet sein, dass etwa Feuerwehr und Rettungsdienst ihre Einsatzorte erreichen können und auch die Einschränkungen für die Bürger so gering wie möglich bleiben. Bei mehr Baustellen sei eine Koordination schwierig. Die Firma Fosvia erledigt die Bauarbeiten im Auftrag der UGG und ist damit vor Ort Ansprechpartner für die Bürger und die Gemeinde, wenn es um die Baustellen geht. Ende des Jahres sollen die ersten Anschlüsse in Betrieb gehen.
UGG auch in Pfullingen und Eningen
Nicht nur in Lichtenstein ist die UGG aktiv. Auch in Pfullingen will sie das Glasfasernetz ausbauen. Dort hat sich die UGG aber einen neuen Ausbaupartner gesucht, deswegen läuft dort zurzeit nicht viel. »Das ist zu verschmerzen«, sagt Wehberg und ist zuversichtlich, dass es in der Echazstadt bald weitergeht. Und in Eningen? Dort sei man gerade in Verhandlungen mit der Verwaltung, erklärte der Ausbauleiter, warum in der Achalmgemeinde noch keine Bautrupps unterwegs sind. (GEA)

