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Sanierter Pavillon im Pfullinger Laiblinspark ist übergeben worden

Am Donnerstag wurde der umfassend sanierte Pavillon im Park der Villa Laiblin in Pfullingen eingeweiht. Künftig soll er kleinen, feinen Veranstaltungen dienen.

Machten den Weg frei (von links): Britta Eichler, Waltraud Pustal, Michael Vogelbacher als Louis Laiblin, Stefan Wörner, Eberhar
Machten den Weg frei (von links): Britta Eichler, Waltraud Pustal, Michael Vogelbacher als Louis Laiblin, Stefan Wörner, Eberhard Wurst Foto: Gabriele Böhm
Machten den Weg frei (von links): Britta Eichler, Waltraud Pustal, Michael Vogelbacher als Louis Laiblin, Stefan Wörner, Eberhard Wurst
Foto: Gabriele Böhm

PFULLINGEN. »Ich bin überwältigt über die hervorragende Arbeit«, freute sich Louis Laiblin. »Ein Hoch auf Pfullingen und seine Bürgerinnen und Bürger!« - »Schauspieler« Michael Vogelbacher war überzeugend und charmant in die Rolle des Mäzens Laiblin geschlüpft. Am Donnerstagabend wurde der in sechs Monaten sanierte historische Pavillon im Park der Villa Laiblin mit rund 200 Gästen eingeweiht. An einem ungewöhnlich warmen und stimmungsvollen Novemberabend wurde das ebenso ungewöhnliche Gebäude aus dem Jahr 1912 wieder seiner Bestimmung übergeben. Das fast verfallene Bauwerk konnte dank der großzügigen Unterstützung von mehr als 800 Spenderinnen und Spendern, die eine Summe von 35.553 Euro zusammenbrachten, denkmalgerecht saniert werden.

Wirkung gemeinnütziger Taten

»Ich wünsche, dass der Pavillon auch Zeugnis ablegt von der überaus wohltuenden Wirkung gemeinnütziger Taten«, verkündete »Laiblin«. Diesen Gedanken äußerte auch Bürgermeister Stefan Wörner. »Es ist toll, zu sehen, wie die Stadtgesellschaft zusammenhält«, betonte er. »Das erfüllt mich mit Stolz. Es ist uns Ehre und Verpflichtung zugleich, dieses Erbe Laiblins zu erhalten.« Wörner dankte Professorin Waltraud Pustal, Vorsitzende des Geschichtsvereins Pfullingen, und Britta Eichler, Quartierskoordinatorin des Treffpunkts Kutscherhaus, für ihren großartigen Einsatz. Sein Dank galt allen Spendenden, den Kollegen des Gebäudemanagements und den Ausführenden, allen voran dem leitenden Architekten Eberhard Wurst, der sich der herausfordernden Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes mit Kuppeldach und hölzernen Einbauten angenommen hatte (wir berichteten). »Es hat sich gelohnt«, sagte Wörner. Rund 170.000 Euro betragen die Gesamtkosten der Sanierung.

Eberhard Wurst las sein im Rahmen des Schreibwettbewerbs selbst verfasstes, aber nicht eingereichtes Märchen »Der zauberhafte Pavillon« vor, das von »Prinzessin Pustal und Fürst Stefan Wörner« berichtet, die das Kleinod mit Einsatz von Oliver Polzin und Annika Haase vom Gebäudemanagement sowie Fachleuten vieler Gewerke retteten. »Manchmal wird ein Märchen wahr. Ein Pavillon mit großer Vergangenheit hat eine zauberhafte Zukunft vor sich.« Auch Dieter Reisner, zweiter Preisträger des Schreibwettbewerbs, las seine Geschichte vor, die den Pavillon als Treffpunkt des Liebespaars Hermann Hesse und der Künstlerin Elisabeth Rupp darstellte.

Louis Laiblin etwas zurückgeben

Laiblin habe sich sehr um Stadt und Vereine verdient gemacht, erinnerte Pustal. »Jetzt haben wir die Gelegenheit gehabt, ihm etwas zurückzugeben.« Britta Eichler bezeichnete den Abend als »Moment des Glücks« in schwierigen Zeiten. »Der Pavillon soll Strahlkraft entwickeln und als Lieblingsort Lebensqualität schaffen.« Passend zum besonderen Ambiente seien kleine Ausstellungen und Konzerte oder Lesungen denkbar.

Sehr für den Pavillon eingesetzt hatten sich mit Spendenläufen die Kinder der Laiblinschule. Am Donnerstag trugen sie großartig das auf die Renovierung umgedichtete Lied »Wer will fleißige Handwerker seh'n« vor und erhielten viel Beifall. Die Wettbewerbs-Siegerin bei den Kindern, Minusch Dietz, verteilte im stilechten Matrosenkleid die Andenken-Buttons an den besonderen Tag. Carin Fetzer, deren gehäkelte Glühwürmchen einen Erlös von 2.500 Euro erbracht hatten, verschenkte diese an die jungen Sängerinnen und Sänger.

Für den musikalischen Rahmen sorgte das Duo Monika und Markus Herzer mit Chansons wie »Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt«. Ein Empfang im Kutscherhaus rundete den Abend ab. (GEA)