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Regional-Stadtbahn: Wie viel muss Pfullingen zahlen?

Nachdem die Stadt Reutlingen die Kostenschätzungen für begleitende Baumaßnahmen zur Regional-Stadtbahn (RSB) veröffentlicht hat, fragen sich manche, mit welchem Betrag die Stadt Pfullingen rechnet.

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Entwurf für eine Haltestelle Große Heerstraße im Zuge der alten Bahntrasse in Pfullingen: Wie die Stadt das Umfeld der Trasse gestaltet, ist ihre Sache und kostet auch ihr Geld Foto: Regional-Stadtbahn
Entwurf für eine Haltestelle Große Heerstraße im Zuge der alten Bahntrasse in Pfullingen: Wie die Stadt das Umfeld der Trasse gestaltet, ist ihre Sache und kostet auch ihr Geld
Foto: Regional-Stadtbahn

PFULLINGEN. Was kostet die Regional-Stadtbahn die Stadt? Diese Frage bewegt sowohl diejenigen, die das Projekt in den Himmel loben, als auch alle, die es gern begraben würden. Vor Kurzem hat die Stadt Reutlingen die Berechnungen für die Kosten auf den Tisch gelegt, für die die Großstadt locker aufkommen muss. Der eine oder andere war dann schon überrascht davon, was für die Reutlinger unterm Strich auf der Rechnung stehen könnte. Wie sieht das in Pfullingen aus?

Pfullingens Pressesprecher Markus Hehn machte deutlich, dass die Stadt mit den Zahlen nicht hinter dem Berg gehalten hat, dass diese schon deutlich vor dem Ratsbeschluss für die alte Bahntrasse kommuniziert worden sind und sich tatsächlich auch in den Ratsunterlagen finden. Wichtig ist es dabei zu unterscheiden, von welchen Kosten man spricht. An erster Stelle stehen die Baukosten für die RSB.

Die liegen für den Streckenabschnitt Pfullingen auf der alten Bahntrasse samt Planungen bei 138,9 Millionen Euro. Die Gesamtkosten für die Echaztal-Bahn von Reutlingen-Süd bis Engstingen liegen bei rund 328,9 Millionen Euro. Davon werden rund 262,4 Millionen Euro über das GVFG-Bundesprogramm abgedeckt. Etwa 16,7 Millionen Euro bleiben beim Landkreis Reutlingen. Von diesen 16,7 Millionen Euro muss die Stadt vorbehaltlich der weiteren Abstimmung und Verhandlungen mit dem Landkreis rund 2,54 Millionen Euro tragen. Für das Geld baut der Zweckverband die Trasse und stellt alles wieder so her, wie es vor dem Verlegen der Gleise war. Will die Stadt aber etwas ändern, muss sie das selbst finanzieren.

Geschätzt 6,7 Millionen Euro

Die Stadt schätzt, dass sie rund 6,7 Millionen Euro ausgeben müsste, um die Umgebung der Trasse städtebaulich auf Vordermann zu bringen. Das entspricht etwa fünf Prozent der Bau- und Planungskosten für den Streckenabschnitt Pfullingen des Schienenprojekts. Im Gegensatz zu den Reutlingern, die die städtebaulichen Kosten auf ihren Streckenabschnitten auf zehn Prozent der Gesamtkosten schätzen, hat sich die Pfullinger Stadtverwaltung die Sache genauer angeschaut. Die Verwaltung geht davon aus, dass entlang der Strecke knapp 17.000 Quadratmeter Fläche saniert, aufgehübscht oder etwa die Anbindung der Umgebung an die Stadtbahn verbessert werden könnten. Pro Quadratmeter rechnet die Stadt mit Kosten von 400 Euro.

Dabei orientiert sich die Verwaltung an dem Betrag, den die Stadtentwicklung GmbH (STEG) für die anstehende Sanierung »Westliche Innenstadt« veranschlagt hat. Sowohl die Fläche als auch die Kosten seien großzügig berechnet, merkt Hehn dazu an. Er macht deutlich, dass die Stadtbahn auch ohne diese Maßnahmen fahren könnte. Es gehe darum, wie die Stadt die Bereiche an der Stadtbahnstrecke aufwerten wolle. Damit liege die Entscheidung darüber, was letztlich passiert, beim Gemeinderat und wie viel Geld dieser letztlich in die Hand nehmen wolle. Insofern könnten die Zahlen auch nur eine Schätzung sein, da konkrete Maßnahmen noch nicht feststünden.

Betriebskosten liegen bei rund 167.000 Euro

Mehr als zuversichtlich ist Hehn in Bezug auf die Refinanzierung der Investitionen sowie Betrieb und Unterhalt der Bahnstrecke. Insgesamt belaufen sich nach den momentanen Berechnungen die Kosten dafür, wie mehrfach berichtet, auf rund 167.000 Euro im Jahr. Für Zins und Tilgung muss die Stadt Pfullingen dabei knapp 32.000 Euro aufbringen.

Die Summe setzt sich aus dem Anliegeranteil (40 Prozent) und dem Beitrag über die Kreisumlage (60 Prozent) zusammen. Hinzu kommen die Kosten für Betrieb und Unterhalt der Linien S5 und S6, die in Pfullingen fahren werden.

Rund 135 .000 Euro werden dafür pro Jahr fällig. Auch dieser Betrag ist abhängig davon, wie hoch die Kreisumlage in den kommenden Jahren ausfällt. Aber angesichts der überschaubaren Summe habe eine höhere Kreisumlage in diesem Fall keine dramatischen Auswirkungen auf die Kostenentwicklung für die Stadt Pfullingen, macht Hehn deutlich. (GEA)