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Pfullinger Weihnachtsmusik: Mit Inbrunst dem eisigen Wind getrotzt

Das Pfullinger Weihnachtssingen auf den Treppen vor der Martinskirche lockte bei eisigem Wind mehr als 500 Menschen an.

ffortissimo in Aktion.
ffortissimo in Aktion. Foto: Norbert Leister
ffortissimo in Aktion.
Foto: Norbert Leister

PFULLINGEN. Eisig pfiff der Wind am Sonntagabend um die Häuserecken auf dem Pfullinger Marktplatz. Trotz dieser widrigen Umstände waren mehr als 500 Sangeslustige und Interessierte an diesem vierten Advent in Pfullingens Stadtmitte gekommen, um sich auf Weihnachten einzustimmen. »Tochter Zion« hat zu Beginn des stimmungsvollen Konzerts eine Bläsergruppe aus den Fenstern des Rathauses II herausgeblasen – was zunächst den Blick von all den anderen Musikerinnen und Musikern auf den Treppen vor der Martinskirche ablenkte.

Ein Teil der Marktplatz-Besucherinnen und -Besucher hatte sich zu diesem Zeitpunkt schon mit Punsch, Glühwein und einer Roten Wurst versorgt, sodass das Mitsingen bei all den folgenden Liedern ohne vollen Mund möglich war. Die Stadtkapelle, Chöre von Pfullinger Eintracht und Liederkranz sowie ffortissimo gaben Lieder aus lang - und auch nicht ganz so lang - vergangenen Zeiten zum Besten. »Schon seit 1959 gibt es diese Weihnachtsmusik in Pfullingen«, sagte Bürgermeister Stefan Wörner in seiner kurzen Ansprache an die Zuhörer.

»Schon seit 1959 gibt es diese Weihnachtsmusik in Pfullingen«

Als »bewegend und berührend« bezeichnete der Rathauschef der Stadt »dieses jährliche Highlight im Pfullinger Veranstaltungskalender«. Damit war klar: An diesem Sonntagabend war Weihnachten nicht mehr weit entfernt. »Gemeinschaft ist, wenn Menschen sich mit offenen Herzen begegnen«, zitierte Wörner Dietrich Bonhoeffer. Der Bürgermeister forderte die Anwesenden auf dem Marktplatz dazu auf, den Optimismus nicht zu verlieren. »Wir sind eine gute Gemeinschaft und werden das hoffentlich auch 2026 sein.«

Der kalte Wind ließ nicht nur ungeschützte Ohren, Nasen und Hände der Anwesenden frieren, sondern beeinträchtigte auch die Funktionsfähigkeit so mancher Instrumente der Stadtkapellen-Bläser. »Deshalb muss ich den Posaunenzug immer in Bewegung halten, damit der leichter läuft«, verriet einer der Posaunenbläser kurz bevor Oliver Kaldewey den Taktstock hob und den ersten Einsatz der Bläserinnen und Bläser ankündigte. Der Dirigent war für Stadtmusikdirektor Alfred Epp eingesprungen – »was ich sehr gern getan habe«, sagte Kaldewey mit einem Lächeln im Gesicht.

»Gemeinschaft ist, wenn Menschen sich mit offenen Herzen begegnen«

Voller Inbrunst und mit viel Herzblut trugen auch die Sängerinnen und Sänger von Eintracht, Liederkranz und ffortissimo unter der Leitung von Sieghart Wollwinder und Kay Ocker die populärsten - und auch ein paar nicht ganz so bekannte - Weihnachtslieder vor. Die Quote der Mitsingenden unter den Zuhörerinnen und Zuhörern war groß, das Fazit nach einer guten halben Stunde auf dem Marktplatz? »Schee war’s«, war aus so manchen Mündern zu hören. Aber eben auch kalt – weswegen sich die große Zahl der Besucherinnen und Besucher schnell auf den Heimweg machte. (GEA)