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Aktuell Hauptversammlung

Pfullinger DRK ist ein wichtiger Sicherheitsfaktor in Stadt und Kreis

Der DRK-Ortsverein in Pfullingen ist gut aufgestellt. Die Bereitschaft verfügt über 50 Einsatzkräfte, acht Helfer vor Ort wurden im vergangenen Jahr 564 Mal zu Hilfe gerufen. Und auch in Sachen DRK-Gebäude in der Schlossstraße soll sich bald etwas tun.

Ehrung für treue und langjährige DRK-Mitglieder in Pfullingen (von links): DRK-Vorsitzender Hubert Gulde, Bürgermeister Stefan W
Ehrung für treue und langjährige DRK-Mitglieder in Pfullingen (von links): DRK-Vorsitzender Hubert Gulde, Bürgermeister Stefan Wörner, Chiara Stenzel, Michael Gulde, Christoph Biber, Eduard Utta, Jonas Seelhorst und Bereitschaftsleiter Patrick Senft. Foto: Carola Eissler
Ehrung für treue und langjährige DRK-Mitglieder in Pfullingen (von links): DRK-Vorsitzender Hubert Gulde, Bürgermeister Stefan Wörner, Chiara Stenzel, Michael Gulde, Christoph Biber, Eduard Utta, Jonas Seelhorst und Bereitschaftsleiter Patrick Senft.
Foto: Carola Eissler

PFULLINGEN. Eine positive Bilanz des vergangenen Jahres präsentierte der Vorsitzende Hubert Gulde in der Jahreshauptversammlung des DRK Pfullingen am Samstag. Für ihn und das Vorstandsteam ist es erfreulich, dass der DRK-Nachwuchs überaus aktiv ist und auch in großer Zahl an der Versammlung teilnahm. Gulde betonte, der DRK-Ortsverein setze sich vor allem dafür ein, den Fahrzeugbestand und die Ausrüstung auf einem guten Stand zu halten, damit die Einsatzbereitschaft sichergestellt bleibe. Dazu gehörte 2024 auch eine hohe Investition in die Reparatur des Helfer-vor-Ort-Fahrzeugs. Aber: »Wir sind froh, dass unsere Helfer-vor-Ort, die 365 Tage im Jahr ehrenamtlich mit dem Fahrzeug unterwegs sind, die Zeit zwischen Unglücksfall und Eintreffen des Rettungsdienstes überbrücken. Dies ist eine gute Investition in die Sicherheit der Pfullinger Bürger«, betonte Gulde. Und kritisierte, dass das Land das Helfer-vor-Ort-System nicht finanziell unterstütze.

Bis Ende dieses Jahres soll ein neuer Rettungswagen beschafft werden. Das bisherige Fahrzeug ist inzwischen 26 Jahre alt. Neben Zuschüssen vom Kreisverband und von der Stadt wird der Ortsverein rund 100.000 Euro aus der eigenen Kasse finanzieren müssen. Im vergangenen Jahr wurde zudem ein neuer Mannschaftstransportwagen angeschafft.

Allein in Pfullingen 45 Veranstaltungen betreut

Die größten Ausgaben verzeichnete der Ortsverein auch 2024 für laufende Kosten an den Fahrzeugen und medizinischen Geräten, für die Digitalisierung des Funkverkehrs, für medizinische Ausrüstung, Bekleidung und Fortbildungen. Dennoch konnte das Jahr mit einem positiven Ergebnis abgeschlossen werden. Die Finanzierung erfolgt aus Spenden, Einnahmen aus den Erste-Hilfe-Kursen, Blutspenden und Sanitätsdiensten sowie aus Zuschüssen vom Kreisverband und von der Stadt. Auch im Kreisverband sind die Pfullinger sehr aktiv und bringen sich in verschiedenen Gruppen ein, was von verschiedenen Rednern am Samstagabend hervorgehoben wurde.

Wie wichtig und lebensrettend der ehrenamtliche Einsatz der DRK-Mitglieder ist, zeigte sich einmal mehr im Bericht von Bereitschaftsleiter Patrick Senft. Die 50 Einsatzkräfte sind durch ständige Fortbildungen ständig auf dem neuesten medizinischen Stand. Allein in Pfullingen wurden 2024 45 Veranstaltungen betreut und zudem in Nachbargemeinden bei Großveranstaltungen geholfen. »So sind wir immer wieder stark gefordert, wenn bis zu vier Veranstaltungen gleichzeitig stattfinden«, sagte Senft.

Die acht Helfer vor Ort wurden im vergangenen Jahr 564 Mal gerufen, bei Tag und Nacht. Zusätzlich arbeiten die Pfullinger bei der Schnellen Einsatzgruppe Erstversorgung im Kreisverband mit und führten 195 Erste-Hilfe-Kurse sowie fünf Blutspende-Aktionen in Pfullingen durch. Eine neue Herausforderung für das DRK ist laut Senft der vom Bildungsministerium neu ins Leben gerufene Katastrophentag an weiterführenden Schulen. Eine notwendige Veranstaltung, wie Senft betonte, aber die Hilfsorganisationen müssten diese auch stemmen können. Senft forderte diesbezüglich zumindest eine bezahlte berufliche Freistellung für die ehrenamtlichen Helfer.

Jonas Seelhorst und Chiara Stenzel berichteten von einem überaus aktiven Jugendrotkreuz mit zahlreichen Aktivitäten, auch auf der Ebene des Kreisverbands. Die Seniorengymnastikgruppe des DRK bietet unter der Leitung von Heidi Kletetschka jede Woche zwei Übungsgruppen an. Dabei geht es nicht allein um sportliche Aktivität, sondern auch um ein gutes Miteinander und um soziale Kontakte.

Grundlegende Sanierung am DRK-Gebäude notwendig

»Was Sie tun, ist unbezahlbar«, würdigte Bürgermeister Stefan Wörner die Dienste der DRK-Ehrenamtlichen. Daher bezuschusse die Stadt gern die Neuanschaffung von Fahrzeugen mit 10.000 Euro. In Sachen DRK-Gebäude machte Wörner den Rotkreuzlern Hoffnung: »Das Gebäude ist in die Jahre gekommen, da muss man einiges reinstecken und in eine grundlegende Sanierung investieren.« Auch die Bergwacht hat bereits Platzbedarf angekündigt. Wörner kündigte an, Stadt und Gemeinderat wollen jetzt das Sanierungsgebiet »Westliche Innenstadt«, in dem dann das DRK-Gebäude liegt, auf den Weg bringen. Die vorbereitenden Untersuchungen laufen. Noch in diesem Jahr sollen Mittel aus dem Landesförderprogramm beantragt werden. Wörner zeigte sich zuversichtlich, dass der Förderbedarf anerkannt wird und dass man in absehbarer Zeit das DRK-Gebäude in einen zeitgemäßen Zustand versetzen könne.

Der stellvertretende Kreisjugendleiter Markus Gellert zeigte sich in seinem Grußwort erfreut, dass der DRK-Nachwuchs in Pfullingen so engagiert ist. Michael Gulde ging in seiner Funktion als stellvertretender Kreisbereitschaftsleiter ganz aktuell auf den Stromausfall bei den Kreiskliniken ein. Alle Notfall-Patienten mussten (wie berichtet) in umliegende Kliniken transportiert werden, viel Zeit und mehr Fahrzeuge in Anspruch nahm. Eine außergewöhnliche Einsatzlage, die auch als solche ausgerufen wurde. »Unsere ehrenamtlichen Helfer, die tagsüber im Einsatz waren, konnten dementsprechend Lohnausfall geltend machen.«

Dieses Modul »außergewöhnliche Einsatzlage« werde man zunehmend ziehen müssen, sagte Gulde, um tagsüber die Versorgung der Bevölkerung sicherstellen zu können. Gulde beklagte in Sachen Digitalfunk, dass die DRK-Ortsvereine weitgehend auf den Kosten sitzen blieben, alle diesbezüglichen Gespräche - vom Bundestag übers Innenministerium bis zum Landtag - hätten zu keinem Ergebnis geführt. »Da muss doch weiterhin ein politisches Interesse bestehen, dass man hier Hilfe anbietet«, forderte Gulde.

Geehrt wurden in der Versammlung etliche Jubilare, die seit vielen Jahren im DRK-Ortsverein Pfullingen aktiv sind. Eduard Utta ist seit 50 Jahren beim DRK, Michael Gulde wurde für 25 Jahre Mitgliedschaft geehrt, Christoph Biber für 20 Jahre, Jonas Seelhorst für 15 Jahre und Chiara Stenzel für fünf Jahre. (GEA)