PFULLINGEN. Rund 333 Millionen Euro hat der Deutsche Bundestag für das Bundesprogramm »Sanierung kommunaler Sportstätten« bereitgestellt. Wie der Name vermuten lässt, geht es darum, Kommunen bei der Sanierung ihrer Sportstätten zu unterstützen. Die Stadtverwaltung Pfullingen wird sich mit zwei Projekten für die Teilnahme an dem Programm bewerben: mit der Generalsanierung des Echazbads und dem Ersatzneubau der Burgweg-Turnhalle. Das hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig beschlossen.
Gefördert werden können alle kommunalen baulichen Anlagen, in denen Sport getrieben werden kann, die öffentlich zugänglich sind und die eine besondere regionale oder überregionale Bedeutung für den gesellschaftlichen Zusammenhalt haben. Wichtig sei außerdem, dass die Projekte langfristig genutzt werden können, erklärte Mona Hertl, Projektleiterin Sportentwicklung. Wird eine Kommune in das Programm aufgenommen, muss sie sich mit mindestens 10 Prozent - maximal 55 Prozent - an den Kosten beteiligen.
Projektskizzen werden eingereicht
»Jetzt bekunden wir mit dem Einreichen der beiden Projektskizzen erst einmal unser Interesse«, sagte Hertl. Das sei bis zum 15. Januar 2026 möglich. Ende Februar 2026 entscheidet dann der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestags, welche Projekte gefördert werden. »Für uns gehört auf jeden Fall die Sanierung des Echazbads mit in dieses Programm«, sagte Jana Ziehme-Pfau, Leiterin des Fachbereich 3 Bildung und Sport im Rathaus. Das Hallenbad wurde 1981 gebaut. Seither habe es zwar immer wieder kleinere Sanierungen und Erhaltungsmaßnahmen gegeben, aber noch keine umfassende Grundsanierung.
»Es ist kein Geheimnis, dass das Bad stark sanierungsbedürftig ist.« Die Gebäudesubstanz sowie das Dach müssen grundlegend erneuert werden. »In dem Zuge könnte auch eine Photovoltaik-Anlage installiert werden.« Außerdem müssen die Badewasseraufbereitung sowie die Gebäudetechnik an sich ausgebessert und die Umkleiden inklusive des Personalbereichs modernisiert werden. Das alles sei allein nicht stemmbar, kostet die Generalsanierung nach einer ersten Hochrechnung aus dem Jahr 2022 doch rund 12.750.000 Euro. Daher müssen Fördergelder her. Während der Sanierungsmaßnahmen soll das Bad geöffnet bleiben: »Wir werden schauen, dass die Arbeiten über ein paar Jahre hinweg außerhalb der Badesaison, also in den Sommermonaten stattfinden«, betonte Ziehme-Pfau.
Nicht genug Kapazität
Für das zweite Projekt, den Ersatzneubau der Burgweg-Turnhalle, sprechen mehrere Gründe: Zum einen der Pfullinger Schulentwicklungsplan, nach dem in naher Zukunft die Burgweg-Schule, die aktuell eine Außenstelle für die Uhland-Burgweg-Grundschule ist, mit dieser zusammen gelegt werden soll. »Es soll eine 3-zügige Grundschule mit Ganztagsangebot entstehen, die dann Platz für mehr Schülerinnen und Schüler bietet«, erklärte Ziehme-Pfau. In diesem Zuge müsse dann auch die Turnhalle größer werden: aus einer 2-Feld-Turnhalle soll eine 3-Feld-Turnhalle werden.
Hinzu komme, dass einige Vereine aus der Echazstadt bisher die beiden Turnhallen rege nutzen und auch in Zukunft nutzen wollen. »Ein Ersatzneubau der Burgweg-Turnhalle würde dringend benötigte Kapazitäten für Vereins-, Schul- und Freizeitsport erhalten und die Flexibilität der Belegung erhöhen«, heißt es in der Rats-Drucksache dazu. Obendrein befinden sich die bisher genutzten Hallen in einem baulich kritischen Zustand und müssten so oder so dringend saniert werden.
Mögliches drittes Projekt
Als ein mögliches drittes Projekt war die Tennisanlage des VfL Pfullingen kurz im Gespräch: Der Verein plant eine grundlegende Sanierung der Tennishalle (mit Kosten in Höhe von rund 600.000 Euro), des Tennisheims (rund 115.000 Euro) und einiger Außenplätze (rund 400.000 Euro). »Da nur Kommunen die Fördermittel aus dem Bundesprogramm beantragen können, kam die Überlegung auf, dass wir dies für den VfL tun«, sagte Ziehme-Pfau. Jedoch unter der Voraussetzung, dass die im Programm vorgesehen finanzielle Eigenbeteiligung der Stadt von 10 Prozent ausgesetzt werde.
»Wir wollen den dritten Punkt, also das Tennisanlagen-Projekt, zurückstellen«, sagte Bürgermeister Stefan Wörner. Die Stadtverwaltung wolle sich eher auf die Projekte 1 und 2 konzentrieren. Grund dafür seien vor allem Bedenken, dass das dritte Projekt nicht angenommen werden könnte, da die Anlage dem Verein gehöre und daher nicht den Voraussetzungen für eine Förderung entspreche. Thomas Mürdter (SPD) findet das gut. Traude Koch (GAL) fragte nach, ob die Stadt für Projekte - wenn sie für eine Förderung infrage kämen - diese auch annehmen müsse. »Nein, solange wir die Förderung nicht annehmen, sind wir nicht verpflichtet, die Projekte umzusetzen«, erklärte Wörner.
Verein trotzdem unterstützen
Auch Britta Wayand (FWV) unterstützt das Vorgehen der Stadt, zunächst die ersten beiden Projekte einzureichen. »Klar, vor allem die Tennishalle muss wirklich dringend saniert werden«, sagte sie als bekennende Tennisspielerin. Doch die Stadt könne den Verein ja trotzdem bei der Sanierung unterstützen. Timo Plankenhorn (CDU) findet es gut und sinnvoll, sich mit Projekt 1 und 2 für eine Förderung zu bewerben. »Auch wenn die Turnhalle wichtig ist, hoffe ich wirklich, dass vor allem das Projekt Hallenbad angenommen wird«, sagte Ute Jestädt (UWV). Die Entscheidung, das Tennisanlagen-Projekt hinten anzustellen, könne sie so mittragen.
Die Stadtverwaltung Pfullingen wird nun also in den kommenden Wochen die Projektskizzen für die Generalsanierung des Echazbads und den Ersatzneubau der Burgweg-Turnhalle weiter ausarbeiten, um sie dann fristgerecht einzureichen. Ob es eine Förderung gibt und ob sie auch für beide Projekte kommt, zeigt sich dann Ende Februar 2026. (GEA)

