PFULLINGEN. »Der VfL Pfullingen ist der größte Sozialarbeiter in der Stadt«, lobte VfL-Urgestein Gert Seeger am Dienstagabend, als er die Delegierten des Vereins um die Entlastung des Vorstands bat. Die Anwesenden sahen keinen Grund, dieser Bitte nicht nachzukommen – was der gerade mal seit einem Jahr tätigen, neuen jungen Vorstandsriege sichtlich guttat.
Die große Sorge, die den Vorsitzenden Markus Hehn sowie Maik Wörner, Felix Röckel und Kimi Hirsch zum Start in ihre neuen Positionen umgetrieben hatte, ist laut Hehn kleiner geworden. Und was noch wichtiger ist: »Dieses erste Jahr hat Spaß gemacht«, betonte der Vorsitzende. Zwar fühle er sich immer noch »wie ein Vorsitzender in Ausbildung«, weil er noch ständig dazulerne.
Aber: Als Backup, als Sicherheit im Hintergrund steht Hans-Georg Finkbohner noch zwei weitere Jahre bereit. Einstimmig (bei einer Enthaltung) wählte die Delegiertenversammlung ihn erneut zum stellvertretenden Vorsitzenden. »Das werden aber die letzten beiden Jahre sein«, sagte Finkbohner. Neu im Vorstandsteam ist zudem Konstantin Vogel, der als Vereinsjugendleiter künftig die Interessen der Kinder und Jugendlichen in der Leitungsebene des VfL vertreten wird.
""Markus Hehn ist das neue Gesicht des VfL, er hat sich schnell freigeschwommen"
»Markus Hehn ist das neue Gesicht des VfL, er hat sich schnell freigeschwommen«, betonte Finkbohner. Gleichzeitig hob er bei der Präsentation der Finanzen des Vereins hervor, dass weiterhin dringend eine Person gesucht werde, die die Aufgaben des Finanzvorstands übernimmt. Geändert werden müsse zudem, dass fast jede einzelne der annähernd 20 Abteilungen des Vereins anders abrechne. »Die Finanzstruktur im Gesamtverein muss neu geordnet werden.« Allerdings sei da eine Lösung in Sicht.
Im zurückliegenden Jahr hat der VfL den Schritt in einen neuen Bereich gewagt: Die Bewegungs-Kita hat ihre Arbeit aufgenommen. Sie wird mit derzeit 13 Mitarbeiterinnen, neun Kindern in der Krippe und 31 im Kindergarten bis zum Ende des Kita-Jahres nach den Sommerferien 2026 die Maximalstärke erreicht haben, wie Kita-Leiterin Linda Holderle am Dienstagabend erläuterte.
Der Bewegungsraum in der Kita werde intensiv genutzt, auch von einer Karate-AG, die sich nach Hehns Angaben zum Ende der diesjährigen Sommerferien gegründet hat. Weitere Neuigkeiten im ablaufenden Jahr: Die Geschäftsstelle ist ins peb2 umgezogen. »Es gab nur noch wenig Publikumsverkehr am Laiblinsplatz und so können wir uns die Miete dort sparen«, erläuterte Hehn.
»Es gibt die Krise im Ehrenamt, aber bei uns im Verein rücken Jüngere nach, die Älteren gehen in die zweite Reihe«
Einen Wechsel in der Leitungsebene gab es beim VfL zudem gleich bei vier Abteilungen: Beim Turnen hat ein Vierer-Team die Verantwortung übernommen, beim Fußball wurde aus einem Dreier- ein Vierer-Leitungsteam. Neuen Schwung gibt es auch bei der Leichtathletik und beim Handball mit neuen Abteilungsleitern. »Es gibt die Krise im Ehrenamt, aber bei uns im Verein rücken Jüngere nach, die Älteren gehen in die zweite Reihe«, betonte Hehn.
Lobende Worte für den Verein gab es in ihren Grußworten des Abends. »Was mich ganz besonders beeindruckt, ist die Bewegungs-Kita des VfL«, betonte Manuel Hailfinger MdL, Vorsitzender des Sportkreises Reutlingen. Er hoffe auf möglichst viele Nachahmer in anderen Kommunen und bei anderen Vereinen. »Ihr seid da ein tolles Vorbild«, hob er hervor.
Jana Ziehme-Pfau, Fachbereichsleiterin Bildung und Sport im Pfullinger Rathaus, dankte dem VfL im Namen der Stadtverwaltung und von Bürgermeister Stefan Wörner »für die gute Zusammenarbeit und den Austausch«. Zuversichtlich zeigten sich die Delegierten des mehr als 4.000 Mitglieder zählenden Vereins, dass es mit der neuen Führungsspitze weiter positiv vorangehen werde. (GEA)

