PFULLINGEN. Ereignisreiche Tage stehen am Wochenende der Pfullinger Innenstadt bevor. Die Kombination aus Kreativ- und Biosphärenmarkt, verkaufsoffenem Sonntag und Fest der Kulturen könnte abwechslungsreicher und faszinierender nicht sein. Neben Schauplätzen rund um die Martinskirche über die Stadtbücherei bis zum Laiblinsplatz steht das Kulturhaus Klosterkirche mit im Mittelpunkt des Geschehens. Ein internationales Kulturprogramm kredenzt das Integrationsmanagement der Stadt in Kooperation mit i’kuh, dem Verein für Kulturveranstaltungen in Pfullingen.
Drei Tage voller Musik, Tanz, Theater, Kunst, Workshops, Vorträgen und Kinderprogramm stehen an, bereichert mit Essen und Trinken wie in Griechenland, Kroatien, Türkei und Schwaben. Die Begegnung der Kulturen ist beabsichtigt, sie weist auf die Vielfalt der Angebote im Kulturhaus hin. »Das zeigt, was hier alles möglich ist, und es werden Beispiele in allen Räumen umgesetzt«, informiert Sieger Maier von i’kuh.
Auf zwei Etagen und dem Vorplatz spiegelt sich das internationale kulturelle Leben der Echazstadt wider, zeigen Künstler ihr Spektrum, lassen Ehrenamtliche die Besucher an ihrem Engagement teilhaben. »Es gibt viele Gemeinsamkeiten zu entdecken, das wollen wir sichtbar machen. Denn wir leben hier nebeneinander und es gibt viel Kultur in Pfullingen«, betont Nana Mamphoria vom städtischen Integrationsteam. Kredenzt werde ein Erlebnis bei freiem Eintritt, auch eine Anmeldung sei nicht erforderlich, etwa zu den einzelnen Tanzworkshops oder den Mitmach-Aktionen für Kinder und Jugendliche rund um die Klosterkirche. »Die Tanzveranstaltungen auf dem Vorplatz sollen den Charakter haben wie in Pfullingens Neuer Mitte auf dem Marktplatz, wenn denn das Wetter mitmacht«, erklärt Maier.
Musik, Tanz und Kunst einmal anders
Bis zum 12. Oktober ist die Einzelausstellung der syrischen Künstlerin Rasha Deeb in der Klosterkirche zu sehen, die mit einer Vernissage am Freitagabend eröffnet wird. Enthüllt wird dabei ihre Skulptur im Klostergarten, die von der Stadt erworben wurde und dort ihren Platz haben wird. Zuvor starten die Besucher im Klarissensaal mit Oni Edeko und afrikanischem Tanz und Trommeln in das Festwochenende, im Cäciliensaal präsentieren sich verschiedene Ensembles der Städtischen Musikschule.
Volles Programm gibt es dann am Samstag und Sonntag. Zum Mitmachen bieten sich Folkloretänze und Workshops aus Usbekistan, Griechenland, Kroatien, Nigeria, Türkei und Betzingen an. Mit dem Videobeitrag »Vielfalt und Heimat« und dem Schauspiel »Hinter uns mein Land«, ergänzt von einer Trommelgruppe, wirken Schüler der Wilhelm-Hauff-Realschule mit. Traditionelle Melodien aus dem jeweiligen Herkunftsland der Musizierenden lassen neue Klangräume entstehen, das ist das Anliegen der transkulturellen Musik-Initiative aus Tübingen. »Das passt genau zu unseren Überlegungen«, betont Mamphoria und Maier ergänzt, dass sich dafür internationale Studierende zusammenfanden.
Bevor am Sonntag auf dem Vorplatz getanzt wird und der ukrainische Chor »Chervona Kalyna« aus Münsingen seinen großen Auftritt hat, geht Jürgen Strohmaier in seinem Vortrag der Frage nach: »Sind wir zuhause auch daheim?« Er versucht darin aufzudecken, welche Wirkungen und Herausforderungen mit Konflikten und politischen Utopien internationaler Phänomene gegenwärtig verbunden sind. Welten prallen am Abend aufeinander im Theaterstück »L’amour auf Umwegen«. Die Theatergruppe Kolpinghaus inszeniert die berührende Geschichte der Liebe eines jungen Mannes aus Guinea zu einem griechischen Mädchen.
Parallel zum Kreativ- und Biosphärenmarkt
Am Sonntag schalten sich auch die Gewerbetreibenden in der Stadtmitte zu. Der Kreativ- und Biosphärenmarkt wird mit mehr als 70 Ausstellern Anziehungspunkt für viele Besucher. Kunsthandwerker zeigen ihre Ideen und Kreatives aus unterschiedlichsten Materialien und lassen sich bei der Arbeit über die Schulter schauen. Hersteller aus der Region warten mit heimischen Spezialitäten auf. Mit dabei ist auch der Brauchtumsverein, der alte Geräte und Maschinen zeigt und frischgepressten Apfelsaft vom Schaumosten offeriert. Auch die Stadtbibliothek und der örtliche Handel schließen sich mit einem Tag der offenen Tür dem Markt an. Reichhaltig ist auch hier die Speisenpalette, die vielen Mitmachaktionen und die Unterhaltung mit Angeboten für Kids. »Wir wollen die Vielfalt und Kreativität der Stadt für Alt und Jung präsentieren«, ergänzt Sabine Hohloch, Leitung der Stabsstelle für Kultur, und fügt hinzu: »Der Bürgerbus ist übrigens sonntags unterwegs, sodass die Innenstadt leicht erreichbar ist.« (GEA)

