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Aktuell Verkehr

Herantasten an ein Gesamtkonzept für bessere Mobilität in Pfullingen

Das Fachforum Mobilität traf sich zu einem ersten lockeren Austausch im Feuerwehrhaus Pfullingen.

Rund 20 Experten und Bürger kamen zur ersten Sitzung des Fachforums Mobilität zusammen. Die Runde sei nicht fix, sondern verände
Rund 20 Experten und Bürger kamen zur ersten Sitzung des Fachforums Mobilität zusammen. Die Runde sei nicht fix, sondern veränderbar, betonte Bürgermeister Wörner. FOTOS: HAILFINGER
Rund 20 Experten und Bürger kamen zur ersten Sitzung des Fachforums Mobilität zusammen. Die Runde sei nicht fix, sondern veränderbar, betonte Bürgermeister Wörner. FOTOS: HAILFINGER

PFULLINGEN. »Mobilität fängt vor Verkehr an.« Eugen Hilbertz ist nicht nur Vorsitzender des Pfullinger Liederkranzes, sondern auch Experte für Verkehrsplanung, unter anderem als Berater und als Lehrbeauftragter an der Hochschule. Als Bürgervertreter brachte er seine Expertise in der ersten Sitzung des Fachforums Mobilität ein.

Die Expertenrunde traf sich am Mittwochabend zum Kennenlernen im Feuerwehrhaus. Neben Vertretern verschiedener Interessengruppen waren neun Pfullinger Bürger gekommen, um erste Überlegungen zu formulieren. Ziel ist, möglichst umfassend Perspektiven zusammenzutragen, die für die Erstellung eines Mobilitätskonzepts wichtig sind. Das Konzept ist Teil des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts (ISEK) und soll die Frage klären, wie Mobilität in Pfullingen in Zukunft aussehen soll. Es wird künftig Grundlage, Orientierung und Steuerungselement für die Verkehrsentscheidungen in der Stadt sein.

Bevor nun auf die unterschiedlichen Verkehrsmittel geschaut werde, sollten die Ziele ausgemacht werden, erklärte Eugen Hilbertz: »Wo sind die Menschen und wo wollen sie hin?« Dass sich das seit der Corona-Pandemie geändert hat, gab die Pfullingerin Susanne Hofmann zu bedenken. Die Leute würden vermutlich auch künftig mehr Zeit zu Hause verbringen und vermehrt Einkäufe im Ort erledigen, statt wie bisher auf dem Heimweg von der Arbeit. Mit Blick auf das geänderte Arbeitsverhalten gelte es auch, den Breitbandausbau im Blick zu behalten, fand Uli Hasert von der Klimaschutzagentur des Landkreises, und sich Gedanken zu gemeinschaftlich nutzbarer Bürofläche (Shared Offices) zu machen.

Ziele zu formulieren, sieht Michael Jasch von der Projektgruppe Radverkehr Pfullingen als besonders wichtig an. Die Entwicklung eines Mobilitätskonzepts hat für ihn daher eine starke politische Komponente. Dabei gelte es auch, die auf Landesebene formulierten Klimaziele nicht aus den Augen zu verlieren, betonte Gemeinderätin Antje Schöler (GAL). Werner Fesseler vom Bürgerbus schlug zunächst eine Bestandsaufnahme vor, die Klärung der Frage: »An was leiden wir?« Er erinnerte an die Antworten, die im ISEK-Fragebogen darauf gegeben worden waren: An erster Stelle sei moniert worden, dass nichts los ist in Pfullingen, an zweiter Stelle sei die Verkehrssituation beklagt worden.

Darüber hinaus wies Fesseler auf die große Bedeutung der Regionalstadtbahn hin, das Gesamtkonzept sei stark mit diesem Projekt und den Entscheidungen zum Streckenverlauf verbunden.

Das sah auch Jochen Gewecke vom Verein Pro RegioStadtbahn so. »Es macht einen massiven Unterschied, welche Trasse umgesetzt wird.« Es werde einen Konflikt um den Verkehrsraum geben, in dem zu klären sei, welche Verkehrsmittel wo ihren Platz haben.

Die Fußgängerwege von denen für Radfahrer zu trennen, würde Bürgervertreterin Ulrike Benz als sinnvoll ansehen. Schon jetzt gebe es Konflikte zwischen den beiden Gruppen. Auch auf sichere Schulwege zu achten, mahnte Markus Werthmann vom Gesamtelternbeirat der Pfullinger Schulen an.

Büro wird ausgewählt

Gemeinderätin Christine Zössmayr (FWV) überlegte, ob es eine Möglichkeit wäre, Studenten in die Überlegungen miteinzubeziehen. »Die könnten offener rangehen als wir«. Mit Blick auf den Zeithorizont – das Mobilitätskonzept soll 2035 realisiert sein – empfahl Eugen Hilbertz, lieber auf ein Büro zu setzen.

Die Auswahl eines solchen sei nun auch der nächste Schritt, erklärte Bürgermeister Stefan Wörner, der den Abend moderierte. Es soll in der Sitzung des Gemeinderats am 9. November beauftragt werden. Das Fachforum soll sich von nun an regelmäßig treffen, zu Schwerpunktthemen in die Tiefe gehen. Das Erarbeitete werde in die Sitzungsvorlagen und die Gemeinderatssitzung einfließen, erklärte er auf die Frage von Uli Hasert nach der Schnittstelle von Rat und Forum. (GEA)

Bürgermeister  Stefan Wörner moderierte das Fachforum mit Experten und Bürgervertretern. Eine breite Bürgerbeteiligung soll folg
Bürgermeister Stefan Wörner moderierte das Fachforum mit Experten und Bürgervertretern. Eine breite Bürgerbeteiligung soll folgen. Foto: Claudia Hailfinger
Bürgermeister Stefan Wörner moderierte das Fachforum mit Experten und Bürgervertretern. Eine breite Bürgerbeteiligung soll folgen.
Foto: Claudia Hailfinger