ENINGEN. Das Ergebnis war eindeutig beim Abschluss-Workshop des Fußverkehrs-Checks am Dienstagabend im Saal des Eninger Feuerwehrgerätehauses: Bei der Frage, welche Maßnahmen im Rahmen der Verbesserung des Fußgängerverkehrs nun vorrangig angegangen werden sollen, »siegte« die Achalmstraße. Zu Schulbeginn und Schulende könnte die Straße temporär für den Verkehr gesperrt werden.
Dieser Vorschlag stammte (wie alle anderen) von Jule Engelmann von der Planersocietät, also dem Büro, das vom Land beauftragt wurde, um solche Checks in ausgewählten Kommunen durchzuführen. »Das ist ein hervorragender Vorschlag«, freute sich eine der rund 15 Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Workshops.
Chaos zu Schulbeginn und -ende
Es war die vierte Veranstaltung zur Erkundung der Schwächen und Stärken im Fußverkehr in Eningen. Dass in der Achalmstraße Handlungsbedarf besteht, hatte Engelmann verdeutlicht: »Zu Schulbeginn und Schulende herrscht dort ganz viel Chaos.« Was vor allem an der Vielzahl der »Elterntaxis« liege. Ein »Verkehrsversuch« könne nach den Worten der Planerin mit einem »Schulstraßen«-Banner und mit entsprechenden Verkehrsschildern durchgeführt werden. Anwohner und Schulbeschäftigte könnten eventuell mit Sondererlaubnis rein- und rausfahren.
Zu dem Thema »sicherer Schulweg« gebe es bereits in Form von »Elternhaltestellen«weitere Pläne, erklärte Bürgermeister Eric Sindek. Gleiches gelte für die Aktualisierung des Schulwegeplans in der Gemeinde. Doch der Fußverkehrs-Check hatte sich nicht allein mit Schulwegen befasst. Als ebenfalls wichtig bewerteten die Workshop-Teilnehmenden die Instandsetzung von Gehweg-Oberflächen im Gemeindegebiet, aber auch die Entwicklung von weiteren Parkplatzflächen. Des Weiteren ging es um Nutzungskonflikte zwischen Fußgängern und Kraftfahrzeugen sowie die »Optimierung der Gehwegnase« im Markwiesenweg.
Zunächst hatte Jule Engelmann aber den gesamten Prozess des Fußverkehrs-Checks in Erinnerung gerufen. Zwei Begehungen hatte es am 23. Juli und am 30. September dieses Jahres gegeben, jeweils rund 25 Interessierte hätten dabei die Schwachstellen für Fußgänger angesteuert, für Gehbeeinträchtigte (mit oder ohne Rollator), Rollstuhlfahrer, blinde Menschen sowie eben für Kinder und Jugendliche auf dem Schulweg.
Knapp 20 Vorschläge zu möglichen Verbesserungen im Fußwegenetz der Gemeinde hatte Engelmann am Dienstagabend mitgebracht. Dazu zählte unter anderem die Prüfung von Zebrastreifen am Kreisverkehr Wengenstraße und Panoramastraße oder auch in der Bahnhofstraße, wo die Sicht auf den Fußgängerüberweg durch Büsche und Bäume eingeschränkt sei.
Bei der Begehung am 23. Juli waren auch die Querungen in der Reutlinger Straße auf Höhe der Kreuzung In der Raite ein gewichtiges Thema. Die Mittelinsel könnte verbreitert werden, schlug Engelmann vor. Denn: Die Verkehrsinsel sei zu schmal, allein schon für Rollstuhlfahrer mit einer Person dahinter, aber auch für Fahrräder mit Radanhänger, der stehe dann komplett auf der Fahrbahn, wie eine Teilnehmerin betonte.
Überwege wie in Spanien
Der Bürgermeister betonte, dass im Zuge der Weiterentwicklung von Wohnraum in der Alten Weberei der »Knotenpunkt« in diesem Bereich ohnehin neu bewertet und geordnet werde. Das sei dringend notwendig, denn »das ist wirklich eine superblöde Stelle«, hob eine Workshop-Teilnehmerin hervor. Kurzfristige Änderungen, wie die Verbreiterung der Insel, seien durchaus möglich, sagte Sindek. Er zeigte sich zudem überzeugt, dass in der Reutlinger Straße bald Tempo 30 eingeführt werde.
Einen besonderen Vorschlag trug Annegret Romer bei: Erhöhte Fußgänger-Überwege »funktionieren in Spanien hervorragend«. Ob das für Eningen nicht auch eine Möglichkeit wäre? Vor den Zebrastreifen müssten die Kraftfahrzeuge langsamer fahren, die Aufmerksamkeit der Fahrzeuglenker werde dadurch deutlich erhöht. Und die Sicherheit der Fußgänger gewinne dadurch. (GEA)

