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Friedrich-Schiller-Gymnasium Pfullingen führt »Romeo und Julia« mit Musik auf

Das Publikum in den restlos gefüllten Pfullinger Hallen erlebte eine überaus einfühlsame, mitreißende Tragödie mit Schauspiel, Orchester, Chor und Sologesang.

Als Prolog erzählte der Chor den Beginn der Geschichte um ein berühmtes Liebespaar. Vorne rechts Lara Schmauder, die auch die "R
Als Prolog erzählte der Chor den Beginn der Geschichte um ein berühmtes Liebespaar. Vorne rechts Lara Schmauder, die auch die »Rosalinde« gab. Foto: Gabriele Böhm
Als Prolog erzählte der Chor den Beginn der Geschichte um ein berühmtes Liebespaar. Vorne rechts Lara Schmauder, die auch die »Rosalinde« gab.
Foto: Gabriele Böhm

PFULLINGEN. Eine Teenagerliebe, die seit Jahrhunderten fesselt: Das Friedrich-Schiller-Gymnasium führte in den restlos besetzten Pfullinger Hallen das Schauspiel »Romeo und Julia« von William Shakespeare auf. Das Publikum bekam ein Theaterstück mit Musik geboten, das überaus glaubwürdig präsentiert wurde und für das sehr viele im Einsatz waren.

»Die Bühnis« unter Leitung von Friederike Just hatten für die schönen Kostüme gesorgt und ein geniales Bühnenbild entworfen, das sich mit wenigen Handgriffen schnell verändern ließ. Die Technik-AG (Leitung: Maximilian Kolbe, Luis Reiff) organisierte Licht und Ton, die Musikschule kooperierte. Der Elternverein PFIFF, die Stiftung »Zeit für Menschen« und die Stadt Pfullingen hatten die Stimmbildung ermöglicht.

Passende, gekürzte Fassung

Unter dem Lektorat von Constanze Barocka, die auch die Choreinstudierung übernommen hatte, erstellten Jose Bosch, Bella Bertsch, Vera Mauser und Elena Streit eine passende, gekürzte Fassung des Shakespeare-Dramas mit modernen Adaptionen. Auch bei der Musik wurden, basierend auf der Orchestersuite »Romeo und Julia« von Sergej Prokofjew, meist aktuelle Gesangsstücke für Solo und Chor eingefügt.

Aufgestellt direkt vor dem Publikum erzählte der Chor in einer Vertonung von Helena Eißler, die später als »Tod« im Einsatz war, von der Feindschaft der beiden Veroneser Familien Capulet und Montague. Auf der Bühne gingen sie auch sofort aufeinander los, wobei Julia Alfrani, Hauptprotagonistin »Julia«, auch die wilden Kampfszenen choreografiert hatte.

Saftige Ohrfeige und traumhafter Gesang

Romeo (Vincent Hummel) hat unterdessen Stress mit seiner Ex »Rosalinde« (Lara Schmauder), die er nicht mehr so wirklich liebt und die sich mit einer saftigen Ohrfeige rächt. Julia hingegen soll Graf Paris (Jakob Mauser) heiraten, den sie ebenfalls nicht mag. Ihre Eltern (Jan Brielmann, Mia Cabraja) geben ein Fest zum Kennenlernen (Tanzchoreo: Ellen Hertel). Mit Unterstützung seiner Freunde (Michelle Hoffmann, Floris Martens), die »You´ve got a Friend in me« singen, traut sich Romeo dorthin. Damit beginnt die Liebesgeschichte mit Julia. Traumhaft schön singt der Chor »Der Gang zum Liebchen« von Brahms.

Bei der berühmten »Balkonszene« gibt es zunächst noch Zweifel auszuräumen, doch schließlich sind beide das »Pflaster« für die Seele des anderen. Um ihnen zu helfen, schlägt »Bruder Lorenzo« (Jose Bosch) vor, sie heimlich zu trauen. Dann soll Julia durch die Einnahme eines lähmenden Gifts ihren Tod vortäuschen, Romeo per Brief davon informiert werden, sie aus der Gruft abholen und mit ihr nach Mantua fliehen. Leider geht der Plan gründlich daneben, da kann auch Julias schwer beschäftigte Amme (Vera Mauser) nichts mehr retten. Am Ende liegen nicht nur Julias Verwandter Tybalt (Fabian Rudolf) und Romeos Freund, sondern auch die beiden Liebenden in der Gruft. Doch das Opfer war nicht umsonst. Die Familien Capulet und Montague beenden ihre Feindschaft.

Mit Hingabe im Einsatz

Das gesamte Team war mit Hingabe im Einsatz. Die Schauspielerinnen und Schauspieler waren ausgezeichnet für ihre Rollen gewählt und hatten diese ausnahmslos verinnerlicht. Mit schönen Stimmen sangen sie ihre Solostücke. Der Chor interpretierte seine Stücke mit viel Gefühl, sauberer Intonation und ausgefeilter Dynamik. Herzstück war das Orchester des Gymnasiums unter Leitung von Jochen Rohn, das die Handlung äußerst zuverlässig, sensibel und konzentriert stützte. Am Schluss bedankte sich das Publikum mit minutenlangem Beifallsstürmen, Pfiffen und Bravorufen. (GEA)