Eher weniger. Die jungen Wähler, die zum ersten oder zweiten Mal den Gang an die Urne antreten, bekunden zwar ein geringeres Interesse an Politik als noch die Generation vor ihnen. Aber Jugendforscher sehen darin eher eine Parteien- als eine Politikverdrossenheit. Was haben die Parteien den jungen Wählern zu bieten, warum gerade sie wählen? Der GEA hat nachgefragt.
CDU: Die Christdemokraten bleiben allgemein und setzen auf »Generationengerechtigkeit in der Finanz-, der Bildungs- und der Familienpolitik«. Heißt: die Schuldenbremse ziehen, »optimale Startbedingungen in der Schule, bei der Ausbildung und an den Hochschulen« schaffen und Familien fördern. Vor allem der zweite Punkt bleibt schwammig.
SPD: Die Sozialdemokraten setzen sich für »Investitionen im Bildungsbereich« ein, konkret: Gebührenfreiheit etwa für Kindergarten und Studium, aber auch eine verbesserte Kinderbetreuung und mehr Geld für Familien. Im Bereich Arbeit will die SPD unter anderem den Mindestlohn. Der Atomausstieg bis 2021 wird außerdem angeführt.
Von Studium bis Rente
FDP: Bessere Perspektiven, Generationengerechtigkeit, Schutz der Bürgerrechte - das sind für die Liberalen die Kernpunkte. Konkret heißt dies: Die FDP will mit ihrer Wirtschaftskompetenz »die Konjunktur beleben«, die Staatsverschuldung abbauen sowie dafür sorgen, »dass Sicherheit und Freiheit in einem vernünftigen Verhältnis zueinander stehen«.LINKE: Die Rechte von Kindern im Grundgesetz zu verankern, ist ein Ziel der Linkspartei - auch wenn die Menschenrechte dort schon stehen. Als zweiter Punkt wird eine »Ausbildungsumlage« angeführt; dazu zählen gesicherte Ausbildungsplätze und die Abschaffung von Studiengebühren. Drittes Ziel ist die »Einführung eines Mindestlohns«, der »jedem gesellschaftliche Teilhabe und eine gute Rente ermöglicht«.
GRÜNE: Klimaschutz, soziale Gerechtigkeit und der Atomausstieg stehen unter anderem auf dem Wahlprogramm der Grünen. Auf die GEA-Anfrage, warum junge Menschen gerade sie wählen sollten, gab es jedoch keine Antwort. (baf)
