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Die Gewerbesteuer wird in Pfullingen erhöht

Gewerbetreibende mit Sitz in Pfullingen müssen im kommenden Jahr etwas tiefer in die Tasche greifen. Der Gemeinderat stimmt der Erhöhung der Gewerbesteuer zu.

Gewerbetreibende in Pfullingen müssen im kommenden Jahr mehr zahlen.
Gewerbetreibende in Pfullingen müssen im kommenden Jahr mehr zahlen. Foto: Tschepljakow/dpa
Gewerbetreibende in Pfullingen müssen im kommenden Jahr mehr zahlen.
Foto: Tschepljakow/dpa

PFULLINGEN. Die Gewerbesteuer in Pfullingen wird zum 1. Januar 2026 erhöht. Das hat der Gemeinderat am Dienstag in seiner letzten Sitzung des Jahres mehrheitlich beschlossen - einzig Christine Böhmler (FWV) und Meike Schmied (CDU) stimmten dagegen. »Wenn wir einen genehmigungsfähigen Haushalt auf den Weg bringen wollen, dann kommen wir um die Erhöhung nicht herum«, betonte Bürgermeister Stefan Wörner. Der Gewerbesteuerhebesatz steigt nun Anfang des kommenden Jahres von 360 auf 390 Prozent. Die letzte Änderung wurde 2011 vorgenommen, damals von 340 auf 360 Prozent.

Die Erhöhung ist ein Mittel, um den Pfullinger Finanzhaushalt zu verbessern, erklärte Katja Melzer, Leiterin des Teams Finanzen. Gelingt dies, gemeinsam mit anderen Maßnahmen, kann der Doppelhaushalt 2026/27 genehmigungsfähig werden. Das sei wichtig, damit die kommunale Infrastruktur gesichert, unterhalten und erweitert werden könne, ohne dass dafür neue Schulden aufgenommen werden müssen, heißt es in der Rats-Drucksache dazu.

Rund 800.000 Euro mehr

In der Echazstadt gibt es aktuell 1.009 unterschiedliche Unternehmen und Betriebe, die zur Gewerbesteuer veranlagt werden (Stand November 2025). Viele von ihnen müssen also demnächst rund acht Prozent mehr Steuern zahlen. Durch diese Erhöhung können im städtischen Haushalt für 2026 rund 800.000 Euro und für 2027 rund 825.000 Euro mehr eingenommen werden.

Vergnügungssteuer

Auch die Vergnügungssteuer in Pfullingen wird zum 1. Januar 2026 steigen. Das hat der Gemeinderat einstimmig beschlossen. In der Echazstadt gibt es eigentlich nur Spielautomaten, erklärte David Bartsch, Leiter der Gruppe Steuern und Abgaben. Der Steuersatz wird von 20 auf 25 Prozent erhöht. Somit könne mit Mehreinnahmen von bis zu 225.000 Euro gerechnet werden. Auch viele umliegende Kommunen haben einen Steuersatz von 25 Prozent beschlossen - das teils schon seit 2020. (GEA)

»Ich finde das zwar alles aufschlussreich, aber ich bin gegen die Gewerbesteuererhöhung«, sagte Christine Böhmler (FWV). Vor der Ratssitzung seien ein paar Gewerbetreibende auf sie zugekommen, mit Sorge, dass sie mehr zahlen müssen. »Für sie und auch die anderen setze ich mich ein.« Traude Koch (GAL) verdeutlichte, dass die Steuer »ja nur auf den Gewinn erhoben wird«. Daher sei für sie alles nachvollziehbar und auch zumutbar.

Gewerbetreibende nicht belasten

Die Zustimmung fiel Stephan Wörner (UWV) nicht leicht: »Nicht jeder Gewinn ist auch eine Liquidität.« Unternehmen können zwar Gewinne machen, jedoch gleichzeitig Liquiditäts-Probleme haben. Er wolle die Gewerbetreibenden - zu denen er ja selbst auch gehöre - nicht mehr belasten, »aber eine Erhöhung in dem Maß und aus den Gründen kann ich vertreten«. Thomas Mürdter (SPD) stimmte ihm zu. »Wir Gewerbetreibende profitieren und nutzen ja auch die Infrastruktur der Stadt«, daher finde er die Steuererhöhung gut.

Auch Timo Plankenhorn (CDU) schloss sich dem an, auch wenn er »selbst keine Gewerbesteuer zahle«, wie er erklärte. »Wir kommen nicht drumherum, die Erhöhung vorzunehmen.« In seinen Augen sei die Anhebung zwar eine vorsichtige, aber trotzdem ein schwieriger Schritt für die Unternehmen. Hannes Mollenkopf (FWV) sprach sich klar für die Erhöhung aus.

Stadt wirtschaftlich voranbringen

»Wir haben in den vergangenen 15 Jahren von einer Erhöhung abgesehen, da sollte das jetzt machbar sein«, hob Bürgermeister Wörner hervor. Er dankte den Gewerbetreibenden, die die Stadt wirtschaftlich voranbringen und Menschen einen Arbeitsplatz bieten. »Aber die Haushaltslage sieht wirklich nicht gut aus und mit dem Geld können wir in unserer Heimat Gutes bewirken, von dem alle profitieren.« (GEA)

(GEA)

Grundsteuer C

In Sachen Grundsteuer C wurde in der Gemeinderatssitzung kein Beschluss gefasst. »Wir wollen die Entwicklungen abwarten und diese dann evaluieren«, sagte Bürgermeister Stefan Wörner. Im kommenden Jahr solle das Thema aber aufgegriffen und beraten werden. Mit der Grundsteuer C können unbebaute, aber baureife Grundstücke mit einem höheren Hebesatz besteuert werden. Das Ziel des Landes Baden-Württemberg ist es, so Bauland zu mobilisieren, damit mehr Wohnraum entstehen kann. (GEA)