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CVJM-Posaunenchor begeistert mit flotten Rhythmen

Bläsermusik aus unterschiedlichen Epochen, Lieder zum Mitsingen, ein ansprechendes Konzertprogramm und der erste große Auftritt für den Bläsernachwuchs und die »Bänd«: Das Konzert des CVJM-Posaunenchors unter Leitung von Jörg Kleih zusammen mit den Jungbläsern und dem Jugendposaunenchor setzte vor einer voll besetzten Martinskirche in Pfullingen Akzente.

Der CVJM-Posaunenchor, Jungbläser, Jugendblasorchester und die »Bänd« begeisterten am Samstagabend das Publikum in der voll bese
Der CVJM-Posaunenchor, Jungbläser, Jugendblasorchester und die »Bänd« begeisterten am Samstagabend das Publikum in der voll besetzten Pfullinger Martinskirche. Foto: Carola Eissler
Der CVJM-Posaunenchor, Jungbläser, Jugendblasorchester und die »Bänd« begeisterten am Samstagabend das Publikum in der voll besetzten Pfullinger Martinskirche.
Foto: Carola Eissler

PFULLINGEN. Mit »Singt unserem Gott« aus Händels »Judas Maccabäus« stellte sich der rund 35 Musiker zählende große Posaunenchor gleich zum Auftakt des Konzertprogramms einer Herausforderung, die er später mit Verdis Opernmusik und Johann Sebastian Bachs Badinerie, einem bekannten Flötensatz aus der Orchestersuite, noch übertraf. Das ist gewagt für ein Laienblasorchester, aber die Spieler meisterten diese klassischen Stücke mit schwungvoller Gelassenheit. Den bekannten Flötensatz aus der Orchestersuite von Johann Sebastian Bach, normalerweise sehr schnell gespielt, mit einem Blasorchester zu spielen, war eine interessante Idee und ein ganz neues Klangerlebnis. Dem Meister Bach hätte dies sicherlich sehr gefallen.

Den vollen, strahlenden Klang der Instrumente konnte das Publikum bei zeitgenössischen Stücken wie »Harmony« von Heiko Kremers und dem »Lapo-Swing«, bei dem die Musiker sich mit spürbarer Freude voll ins Zeug legten, an diesem Abend genießen.

Jungbläser erstmals in der Öffentlichkeit

Erstmals stellten sich die Jungbläser in der Öffentlichkeit vor, bei denen Kinder mit acht Jahren bereits das Spielen auf der anspruchsvollen Trompete lernen. Neun Kinder und zwei Erwachsene werden derzeit als Jungbläser ausgebildet. Den jüngsten Trompeter konnte man hinter seinem Notenständer kaum sehen – aber alle konnten mit Stücken wie »Oh, when the Saints« und »Polly wolly Doodle« ganz stolz auf ihren gelungenen Auftritt sein, der ihnen sicher viel Mut abverlangte.

Das Programm war fröhlich und abwechslungsreich gestaltet, bereichert durch die lebhafte Moderation von Ronja Katz und Tobias Baisch, die die Zuhörer in die verschiedenen Musikepochen führten und sich dazu jeweils kleiner Verkleidungen und Requisiten bedienten. Die launigen Einwürfe und Hintergründe zu den Stücken lockerten das Programm auf und vermittelten den Besuchern wichtige musikalische Informationen. Pfarrer Benjamin Lindner betonte zum Auftakt des Konzertabends, Musik werde zu Recht als die Sprache der Engel bezeichnet.

Abwechslungsreich war auch der Einsatz der »Bänd«, die Lobpreislieder sang und zum Mitsingen animierte. »Bino Batata«, ein Bläsersatz von Jochen Rieger, erfüllte die Kirche mit den sehr flotten Rhythmen des Jugendposaunenchors, der gekonnt und mit großem Elan spielte. Auch für einen Kanon wurde das Publikum in der Kirche aktiv einbezogen, die Kirche füllte sich mit wunderschönem Gesang. Posaunenchöre sind traditionell in den Kirchen eine tragende Säule der Kirchenmusik und werden auch für die Verkündigung des Evangeliums eingesetzt. Da passte es, dass die »Bänd« und die Bläser zu einem wunderbaren Zusammenspiel zusammenfanden und das moderne Lobpreislied »Lobe den Herrn meine Seele« vortrugen. Denn »Lobet ihn mit Posaunen« heißt es bereits im Bibelpsalm 150.

Nachwuchsarbeit floriert

Auch Marschmusik durfte, wie sich das für ein ordentliches Blechbläser-Ensemble gehört, nicht fehlen. Mit dem Stück »The groovin March« wurde das schöne Konzert formvollendet abgerundet, bevor nach dem Segen noch »Alexander’s Ragtime Band« den Abschluss bildete. Der Hauptakteur des Abends, Posaunenchor-Leiter und Dirigent Jörg Kleih, erhielt dann noch eine besondere Ehrung: Seit einem halben Jahrhundert spielt er in Posaunenchören. 1975 hatte er als Jungbläser seine ersten musikalischen Schritte in einem Posaunenchor gewagt. Seit 2008 leitet Kleih den CVJM-Posaunenchor in Pfullingen, der inzwischen auf eine 128-jährige Tradition zurückblicken kann. Nicht nur bei den Erwachsenen ist der Chor gut aufgestellt, auch die Nachwuchsarbeit floriert, wovon sich die Besucher an diesem Abend überzeugen konnten. Man darf sich schon heute auf das nächste Konzert freuen. (GEA)