LICHTENSTEIN-HONAU. Es ist fast alles vorhanden, was zu einem Bahnhof gehört: Eisenbahnwagen, Drehscheibe, Wasserkran, Signalanlage, Stellwerk, eine Diesellok. Nur noch Gleise, die Städte und Gemeinden verbinden, fehlen. In absehbarer Zeit könnten sie verlegt werden, wenn die Regional-Stadtbahn auf die Alb hinauf verwirklicht wird. Das bietet dem Bahnhof Honau sowie dem Förderverein Bahnhof Honau viele Chancen.
Schließlich träumen die Mitglieder schon lange davon, mit der Zahnradbahn auf die Alb zu fahren, als Museumsbahn neben dem eigentlichen Gleis. »Wir wollen auf diesen Zug aufspringen und hoffen, dass es klappt. Es wäre eine Attraktion für die ganze Region. Dazu entwickeln wir gerade ein Konzept.« Aus Peter Beck sprudelt es förmlich heraus, wenn er von den Möglichkeiten erzählt, die das Mobilitätsprojekt - das derzeit die Region beschäftigt, wie kaum eines davor - mit sich bringt.
Seit Juli dieses Jahres führt der 36-Jährige als Vorsitzender die Geschicke des Vereins. Der identische Nachname mit seinem Vorgänger ist kein Zufall, er ist der Sohn von Klaus Beck. Der 66-jährige Eisenbahn-Enthusiast hat 2002 den Verein mit ein paar Weggenossen gegründet, nachdem Ulrike und Michael Halter in allerletzter Sekunde vor dem Abriss die Initiative zur Rettung eingeleitet hatten. Für einen symbolischen Euro hat der Verein den Bau erworben. Mit sehr viel Herzblut, noch mehr Körpereinsatz und Hirnschmalz haben es die engagierten Vereinsmitglieder geschafft, aus einer Bruchbude wieder ein kulturelles Aushängeschild der Gemeinde Lichtenstein zu machen und mit vielen Aktionen diesen historischen Ort zu beleben.
Das Hobby zum Beruf gemacht
Im Juli hat Klaus Beck sein Amt nach 23 Jahren niedergelegt. Sein Sohn Peter wurde nicht zufällig als Nachfolger ausgewählt, erläutert Bernd Hageloch. Klaus Beck sei ein leidenschaftlicher Eisenbahner mit enormer Kenntnis zur Geschichte der Württembergischen Staatseisenbahn, der über viele Kontakte verfüge. »Wir haben jemand gesucht, der das gleiche Wissen, die Leidenschaft und die Kontakte hat. Peter ist schon seit seiner Jugend dabei. Er ist die ideale Wahl für diesen Job«, so der Beisitzer im Gremium des Fördervereins und CDU-Gemeinderat.
Die Wahl anzunehmen, sei ihm nicht schwergefallen, sagt der neue Vorsitzende. »Ich bin damit aufgewachsen.« Schon von Anfang an hat er bei Arbeitseinsätzen mitgeholfen. »Mir liegt die Eisenbahn am Herzen und das Gebäude hier ebenso. Ich will helfen, das so weiterzuführen.« Schließlich hat Beck sein Hobby zum Beruf gemacht: Er ist Teamleiter bei der Regional-Stadtbahn im Ermstal in der Abteilung Fahrbahn. Mit seinen neuen Mitstreitern will er die Mammutaufgabe angehen, den Bahnhof Honau mit seinem Gelände als eine Art Freilichtmuseum und attraktiven Ausflugsort an der Regionalstadtbahn zu präsentieren.
Markt der Vielfalt
Bei der Wahl wurde das Vorstandsgremium teils neu besetzt: Neu dabei ist Aribert Christner als stellvertretender Vorsitzender, Nadine Pehl als Schriftführerin und Heiko Schoenfeldt als Beisitzer. Kassier bleibt Berthold Hartstein, Beisitzer sind weiterhin Bernd Hageloch und Philipp Stoll. Sie haben sich vor allem den Erhalt des Gebäudes auf die Fahnen geschrieben, was regelmäßige Arbeiten erfordert.
Weihnachtsmarkt am Bahnhöfle
Der Förderverein Bahnhof Honau veranstaltet am Samstag, 6. Dezember, von 16 bis 22 Uhr und am Sonntag, 7. Dezember, von 11 bis 18 Uhr einen Weihnachtsmarkt rund ums »Bahnhöfle« Honau. Essen, Trinken und weihnachtliche Geschenkideen bieten unter anderem die Motorradfreunde Lichtenstein, der TV Unterhausen, der Musikverein Unterhausen, zwei Schulklassen und verschiedene Aussteller an. Informationen gibt es vom Zweckverband Regional-Stadtbahn Neckar-Alb. (GEA)
Im Jahreslauf sollen Veranstaltungen den Bahnhof in den Fokus setzen, wie etwa der nun anstehende Weihnachtsmarkt. Rund 30 Stände werden sich rund um das Kulturdenkmal gruppieren und viel Abwechslung bieten. »Wir wollen nicht mehr nur Kulinarisches anbieten, sondern wieder zu den Wurzeln zurück. Es soll ein Markt der Vielfalt sein, bei dem neben handwerklichen Produkten und landwirtschaftlichen Erzeugnissen aus der Region auch Vereine, Schulklassen und Privatleute ihr Angebot vorstellen«, so Beck. (GEA)

