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Aktuell Kunst

17 Künstler zeigen 32 Werke in der Pfullinger Klosterkirche

In der Klosterkirche Pfullingen findet zum 23. Mal die Ausstellung der Pfullinger Kunstschaffenden »Die Kreativen« statt. Bei der Vernissage lobte Bürgermeister Stefan Wörner die Bedeutung der Künstlerinnen und Künstler für die Stadt und die Region.

In ihrer Acrylmalerei »Inspiration« zeigt Valentina Elshani einen ungewöhnlichen Blick auf drei Frauen in feenhaften Kleidern.
In ihrer Acrylmalerei »Inspiration« zeigt Valentina Elshani einen ungewöhnlichen Blick auf drei Frauen in feenhaften Kleidern. Foto: Gabriele Böhm
In ihrer Acrylmalerei »Inspiration« zeigt Valentina Elshani einen ungewöhnlichen Blick auf drei Frauen in feenhaften Kleidern.
Foto: Gabriele Böhm

PFULLINGEN. »Es ist schön, dass wir diese Veranstaltung bereits über so viele Jahre erleben können. Jedes Jahr gibt es wundervolle Exponate. Die Kreativen tun viel für Pfullingen und die Region«, sagte Bürgermeister Stefan Wörner. Am Freitag wurde unter großer Resonanz die 23. Ausstellung der Pfullinger Kunstschaffenden auf zwei Etagen in der Klosterkirche eröffnet. Zu sehen sind 32 Werke in den unterschiedlichsten Techniken von 17 Künstlerinnen und Künstlern. Den musikalischen Rahmen gestaltete Leo Schneider von der Städtischen Musikschule. Großartig bot er auf seinem Saxophon Swing, Jazz und Pop.

»Was die Welt heute, wo es an allen Ecken brennt, braucht, sind Menschen, die lebendig geworden sind«, sagte die Künstlerin Miriam Madaus-Kuhn in ihrer Einführungsrede. »Kreativität war und ist lebensnotwendig, besonders in kritischen Situationen. Kreativität bedeutet, das Leben zu studieren und emotional wahrzunehmen.« Daraus würden in individueller Vielfalt Kunstwerke geboren und Lösungen gefunden.

Mystische Hügel

Möglicherweise hatten keltische Höhenburgen den Künstler Siegfried Benndorf inspiriert, der mit Tusche und Farbstiften seinen grafischen »Mystischen Hügel« schuf. Auf einer Anhöhe, die an die Achalm oder den Runden Berg denken lässt, erheben sich buntgefärbte Bäume. Schloss Lichtenstein griffen Thomas Dietz und Susanne Werner als heimisches Motiv auf. Ebenfalls Bäume, jedoch als filigrane Radierung/Monotypie, gestaltete Marlene Neumann, während Claudia Haussmann frühlingshafte Wälder in Grüntönen erstrahlen lässt. Hildegard Gleich zeigt in ihrer Ölmalerei knospende, aufgeblühte und verblühende Zweige. In Wassergläser gestellt symbolisieren sie den Lauf des Lebens. Auch bei dem Stillleben von Paul Jenner spielt Transparenz eine Rolle.

Mit temperamentvollem Pinselschwung widmete sich Monika von der Burchard den Szenerien »Eierbach« und »Eiche beim Komposthof«. Nighear Maurer zauberte eine Frühlingsstimmung in Acrylmalerei und verwandte Acryl-Pouring, um eine an Gletscher erinnernde Landschaft zu kreieren. Mit seinen Fotografien von einem Farn und einem Rotbuchenkeimling setzt Georg Rogge den Focus auf kleine Details in der Natur.

Aus der Drohnenperspektive

Tini Kindt holt in ihrer eigenen Formensprache eine geheimnisvolle Gasse und eine südliche Landschaft aus der Drohnenperspektive gesehen in die Klosterkirche. Maria Bendig schuf in warmen Tönen vier Collagen und Mix Media, die in der Vitrine zu sehen sind. Margrit Etter eröffnet mit ihrer Makrofotografie auf Acrylglas eine neue Sichtweise auf eine Glasperle. Auch Manfred Kober nutzte die Makrofotografie in einer Fotoserie, die in Unschärfe einen Kaffee, eine Brezel und die Tageszeitung zeigt. »Alles, was man braucht!« meinte ein Gast humorvoll. »Das Bild hängt tatsächlich bei uns in der Küche«, so der Künstler.

Auf großes Interesse stieß auch die Zeichnung »Welt Unordnung« von Wolfgang Weiler, die kritisch Krieg und Zerstörung sowie Diktatoren wie Putin und Stalin anprangert. »Die wären mir noch nicht mal einen Zeichenkarton wert«, kommentierte eine Besucherin trocken. Fotorealistische Malerei ist das Metier von Paulina Renz, die in Bleistift-Kohle-Zeichnung fesselnd naturalistisch die Augen von Frauen darstellt. Fröhlich bunt wird es bei Valentina Elshani. »Inspiration« zeigt drei Frauen in leuchtend farbigen Kleidern, jedoch ohne Köpfe. (GEA)