Dieses besondere Flair in der ehemaligen Klosteranlage lockt nicht nur die Aussteller immer wieder nach Pfullingen, auch viele der Besucher kommen deswegen. Und es gibt sogar Einheimische, die zum ersten Mal in den zweiten Klosterkeller hinabsteigen und das Atelierhaus betreten. Im Innern der Klosterkirche überraschen die überbordende Kreativität der Aussteller, die Qualität und die Vielfalt ihrer Produkte.
Ohne vorne und hinten
Bei Sybille Weber aus Haigerloch gibt es beispielsweise »Stimmungsröcke«, selbst gewebt aus hochwertigen Garnen. Das Besondere: Die Röcke haben kein vorne und hinten, sondern können je nach Laune gedreht werden.Im ersten Klosterkeller präsentiert Claudia Eckert aus Pforzheim eine der insgesamt drei Papeterien dieser Ausstellung, alle originell mit individuell gefertigten und verzierten Karten, Kartons und Büchern und doch jede mit einer ganz eigenen Handschrift.
Die haben auch Harald und Kathrin Bosch von bo-form, die gleich nebenan Holz und Metall zu ungewöhnlichen Sitzmöbeln und Lampen verarbeitet haben. Bei Richard Burgert aus Hohenstein können sich Interessierte individuelle Messerschäfte fertigen lassen, zum Beispiel aus geschnitztem Holz, in das Materialien wie Bernstein, Silber oder Gold verarbeitet werden können. Außerdem zeigt Burgert Skulpturen in Assemblage-Technik.
Im Durchgangskeller zum Atelierhaus liegt die Mitmachwerkstatt von Heidi Degenhardt, eine der Organisatorinnen. Kinder wie der elfjährige Adrian modellieren hier Klosterkatzen aus Ton, die später gebrannt werden.
Zum vierten Mal ist die Gruppe »zeitraum 5«, der neben Heidi Degenhardt auch Randi Kvanka, Christina Votteler und Ute Zeiher angehören, mit ihrer Ausstellung »Kunst im Kloster« in Pfullingen. »Es sind malerische Räume hier«, erklärt Degenhardt, die sehr geeignet seien für eine solche Ausstellung.
Maximal drei Jahre
Etliche Anmeldungen erhalten die Vier mittlerweile von Kunsthandwerkern, die hier ihre Kreationen präsentieren wollen. Doch es gibt strenge Regeln: Aussteller dürfen nur drei Jahre mitmachen, dann müssen sie pausieren. »So bleibt die Schau lebendig, erneuert sich stets«, erklärt Heidi Degenhardt.Und obwohl diesmal relativ viele Aussteller zum ersten Mal dabei sind, ist die Atmosphäre herzlich. »Man hilft sich gegenseitig und es entstehen Freundschaften«, so die Keramikerin. Sehr zufrieden ist sie auch mit dem Catering »Barischda« aus Betzingen, das mit Kaffee und Kuchen, Kürbissuppe und Zwiebelkuchen die im Laufe des Sonntags immer zahlreicheren Besucher im Gartenpavillon verköstigte.
Erstmals konnten die Besucher der Ausstellung auch spenden. Dafür erhielten sie ein Tütchen mit einem kleinen Geschenk der Aussteller. Der Erlös der Spendenaktion soll der Pfullinger Stiftung »Zeit für Menschen« zugutekommen. (GEA)
