PFULLINGEN/STUTTGART. »Das war alles in allem der absolute Hammer«, sagt der Künstler Phil Haydt über seinen Auftritt bei den Jazzopen in Stuttgart. Der gebürtige Pfullinger spielte dort am vergangenen Samstag mit seiner Band als Vorgruppe für den italienischer Sänger Zucchero auf dem Schlossplatz vor tausenden von Menschen. Und obwohl nicht alles nach Plan lief, bezeichnet Haydt die Show als »ein einmaliges Erlebnis«. Er wirkt stolz, wenn er von dem spricht, was er mit seiner Band erlebt hat.
»Das war ein ganz anderer Druck, als der, den wir sonst vor einem Konzert haben«, erzählt der Künstler. Kurz vor den Jazzopen spielte er mit seiner Band am Freitagabend in Pfullingens Neuer Mitte. »Klar sind wir auch bei einem Heimspiel aufgeregt, aber in Pfullingen kennen uns viele. Die Jazzopen sind doch nochmal eine ganz andere Hausnummer.« Haydt und die Band, bestehend aus Jochen Probst und Linus Bucher an den Gitarren, Jonas Schmid am Bass und Jan Heidrich am Schlagzeug sowie Feli Barde und Jelena Probst als musikalische Begleiterinnen, hätten viel Zeit im Probenraum verbracht, um sich bestens auf den großen Gig vorzubereiten.
Erste Lieder waren Herausforderungen
»Die ersten drei Lieder waren für mich die größte Herausforderung.« Die Aufregung sei so enorm gewesen, dass er sich »nur langsam eingrooven« konnte. »Am Anfang fühlte es sich so an, als hätte ich vergessen, wie man Gitarre spielt«, sagt Haydt mit einem Schmunzeln im Gesicht. Doch mit jedem weiteren Lied und mit jedem weiteren Applaus sei er immer mehr »angekommen auf dem Schlossplatz«, habe das Konzert dann auch richtig genießen können. Nicht nur ihm, auch einigen seiner Bandmitglieder sei es so ergangen.
»Die Atmosphäre war einfach super«, schwärmt Haydt. »Das Wetter war richtig gut und die Zuschauer waren sehr offen, haben gut mitgemacht.« Was vermutlich keiner von ihnen wusste: Haydt und die Band hatten keinen richtigen Soundcheck und konnten sich nicht richtig einspielen. Trotz dieser kleinen Problemchen und der Aufregung sei das Konzert »im Endeffekt aber genau wie das in Pfullingen gewesen, nur mit mehr Zuschauern«, resümiert er.
Von Fachjury eingeladen
Doch wie kommt ein Künstler eigentlich an einen solchen Auftritt? Fester Bestandteil der Jazzopen in Stuttgart ist der Nachwuchswettbewerb »jazzopen playground BW«. Bei diesem Wettbewerb können sich Nachwuchsbands bewerben, um einen Platz als Vorband im Programm der Jazzopen zu bekommen. Die Besten erhalten dann von einer Fachjury eine Einladung per Mail. Haydt hatte sich damals auf gut Glück beworben. »Als ich die Mail mit der Einladung bekommen hatte, habe ich mich so sehr gefreut und hatte meine Emotionen nicht mehr unter Kontrolle. Das war definitiv mein Highlight in diesem Jahr.«
Der Auftritt bei den Jazzopen habe ihm und der Band Lust auf mehr Konzerte gemacht. »Auch wenn wir glauben, dass unser Gig nicht ganz so gut war, gehen wir doch mit mehr Selbstvertrauen aus dem Erlebnis heraus«, sagt Haydt. Klar, sie haben Fehler gemacht, doch trotzdem haben sie auch etwas gelernt und neue Erfahrungen gesammelt. »Wir dürfen auf unsere Routine vertrauen. Probleme wird es immer geben, doch wir haben in Stuttgart gesehen, dass wir trotzdem gut spielen können«, findet Haydt. »Wir sind auf einem wirklich guten Weg.« (GEA)
Weitere Konzerte
Wer den Pfullinger Künstler Phil Haydt, alias Nicolas Haydt, mit seiner Band live auf der Bühne sehen möchte, kann dies in diesem Jahr noch zweimal: am Freitag, 8. August, um 19 Uhr im Zirkuszelt beim "Umsonst & Draußen" in Stuttgart und am Samstag, 11. Oktober, in der Reutlinger Kaiserhalle. (GEA)


