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Neues Fahrzeug für die Lichtensteiner Feuerwehr

Die Lichtensteiner Feuerwehr musste im vergangenen Jahr zu 175 Einsätzen ausrücken. Mannschaftstransportwagen in Dienst gestellt.

Der neue Mannschaftstransportwagen der Lichtensteiner Feuerwehr.
Der neue Mannschaftstransportwagen der Lichtensteiner Feuerwehr. Foto: Sautter
Der neue Mannschaftstransportwagen der Lichtensteiner Feuerwehr.
Foto: Sautter

LICHTENSTEIN. Ein Rekordjäger sei er nicht, das versichert Lichtensteins Feuerwehrkommandant Andreas Daum nachdrücklich. Einen Rekord kann er gleichwohl vermelden: 175-mal ist die Lichtensteiner Feuerwehr im vergangenen Jahr ausgerückt. So oft wie noch nie. Und das durchaus auch zu habhaften Einsätzen. Daum erinnert an den Gasalarm in Holzelfingen, den Wohnhausbrand in Honau vor Kurzem oder die Suche nach einem flüchtigen Fahrer in Holzelfingen. Einsätze, bei denen die gesamte Mannschaft gefordert war. Umso erfreulicher ist für Daum, dass nach zwei Jahren Wartezeit endlich der neue Mannschaftstransportwagen vor dem Feuerwehrhaus in Unterhausen parkt.

Zwei Jahre Wartezeit für ein Busle? Bei dieser Frage muss Daum nicht schmunzeln. Das sei leider inzwischen Realität, sagt der Kommandant. Das Unternehmen Ford, das den Bus baut, habe monatelang auf das Automatikgetriebe für den achtsitzigen Mannschaftstransportwagen gewartet, erklärt er. Rund 75.000 Euro kostet das neue Fahrzeug. Massive Kostensteigerungen, sagt Daum, seien neben den langen Lieferzeiten inzwischen leider üblich beim Kauf von Feuerwehrfahrzeugen. Allein das Fahrgestell sei inzwischen rund 12.500 Euro teurer als für den baugleichen Bürgerbus, den die Gemeinde vor wenigen Jahren beim gleichen Hersteller geordert hatte. Mit dem neuen Mannschaftstransporter wächst der Bestand der Lichtensteiner Feuerwehr auf zwölf Fahrzeuge. »Wir kommen damit zurecht«, macht Daum deutlich, dass seiner Meinung nach die Ausstattung eher knapp ist.

Einsatzbereitschaft gesichert

Die Neuanschaffung erfüllt bei der Feuerwehr unter anderem zwei wichtige Funktionen. Zum einen stellt der Wagen sicher, dass die Einsatzbereitschaft vor Ort gewährleistet werden kann, indem er weitere Feuerwehrleute zum Einsatzort bringt. Zum anderen dient der Mannschaftstransportwagen als mobile Umkleidekabine. So ist gewährleistet, dass die aktiven Kräfte die stark verschmutzte und möglicherweise teils auch belastete Einsatzkleidung noch am Einsatzort ablegen können. »Atemschutzträger dürfen nicht mehr mit der Einsatzkleidung ins Auto einsteigen«, erklärt Daum. So kann die Belastung mit gesundheitsgefährdenden Stoffen in den Fahrzeugen und in den beiden Feuerwehrhäusern minimiert werden. Vier Waschmaschinen und zwei Trockenschränke sorgen dafür, dass die Kleidung schnell und zuverlässig vor Ort gereinigt werden kann.

82 aktive Mitglieder hat die Feuerwehr in Lichtenstein. Die verteilen sich grob zur Hälfte auf die beiden Abteilungen Unterhausen und Holzelfingen. »Die Kinderfeuerwehr hat richtig gut eingeschlagen«, ist Daum vorsichtig optimistisch, dass der Stand auch gehalten werden kann. 44 Kinder und Jugendliche stellen den Nachwuchs der Einsatzabteilung. Daum weiß aber wohl, dass davon bei Weitem nicht alle bei der Feuerwehr bleiben. Dabei könnten die Lichtensteiner durchaus noch ein paar Hände mehr gebrauchen.

Denn 82 Aktive sind knapp. Dabei denkt Daum weniger an die Einsätze, diese können bewältigt werden: »Eine Doppelbesetzung der Fahrzeuge bekommen wir hin«, erklärt der Kommandant. Die größere Herausforderung sei es, die internen Aufgaben auf viele Schultern zu verteilen. Viele seien deshalb doppelt belastet. Zugführer, Schlauchwart, Schriftführer. »Das ist auch nicht anders als in andern Vereinen«, sagt Daum. Und damit es nicht immer nur diejenigen treffe, die sich ohnehin schon engagierten, wäre es gut, »wenn wir 20 Feuerwehrmitglieder in jeder Abteilung mehr hätten«.

Unterstützung für Freibadmitarbeiter

Überraschend war das Einsatzspektrum der Lichtensteiner Feuerwehr im vergangenen Jahr. Inzwischen würde die Feuerwehr oft auch zu Einsätzen gerufen, die früher nachbarschaftlich und gemeinsam erledigt worden wären, erklärt Daum. Das will er nicht als Vorwurf verstanden wissen, sondern nur als Feststellung, dass sich die Gesellschaft verändert. So stellte die Feuerwehr 2025 auch Kräfte ab, die im Honauer Freibad präsent waren, um dort dem Team zur Seite zu stehen, wenn's brenzlig wird, berichtet Daum. Er hat selbst erlebt, wie ein Vater die Kontrolle am Freibadeingang verloren hat, weil er es nicht einsah, dass seine Kinder ebenfalls Eintritt bezahlen sollten. Angesichts solcher Unbill freut sich der Kommandant umso mehr, dass sich die Zusammenarbeit mit anderen Hilfsorganisationen richtig gut entwickelt. »Wir haben ein super Verhältnis zu den Helfern vor Ort, der DLRG und der Bergwacht in Pfullingen«, betont Daum. (GEA)