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Was Wirtschaftsministerin Hoffmeister-Kraut in Bad Urach besucht hat

Baden-Württembergische Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut besucht Sika und Bischoffs

Werksführung bei Sika durch Tobias Metzger (Sika).  FOTO: RUOF
Werksführung bei Sika durch Tobias Metzger (Sika). FOTO: RUOF
Werksführung bei Sika durch Tobias Metzger (Sika). FOTO: RUOF

BAD URACH. Es war fast ein Heimspiel für die baden-württembergische Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut als sie am Montagnachmittag auf Einladung der CDU-Gemeinderatsfraktion unter Führung des Ersten Stellvertretenden Bürgermeisters und Fraktionsvorsitzenden Michael Schweizer auf ihrer Sommertour der Firma Sika und dem Hotel Bischoffs einen Besuch abstattete.

»Ich bin in den Neunzigern noch viel auf Reitturnieren im Maisental gewesen. Das waren immer tolle Events«, bekannte die Ministerin. Auch das Hotel Bischoffs war ihr von einer Übernachtung in angenehmer Erinnerung.

Erste Station der Ministerin war die Firma Sika. Frank Rösiger, Mitglied der Geschäftsleitung, stellte das Schweizer Unternehmen vor, das in Stuttgart seinen Hauptsitz für Deutschland hat, und das bekannt ist in der Produktion von Spezialitätenchemie. »Wir sind führend in der Entwicklung und Herstellung von Systemen und Produkten zum Kleben, Dichten, Dämpfen, Verstärken und Schützen für die Bau- und produzierende Industrie. Wir sind auf allen fünf Kontinenten in 101 Ländern mit über 30.000 Mitarbeitenden vertreten und produzieren in über 300 Fabriken«, so Rösiger.

Wasser zur Stromerzeugung

Sika Produkte sind laut Rösiger überall: »Unsere Produkte sind vielleicht nicht immer sichtbar, aber die Resultate, die sie erzielen, sind deutlich zu sehen. Vom Flughafen in München über die Hochmoselbrücke und den Tunnel Rendsburg bis zur Elbphilharmonie in Hamburg. Ganz gleich, ob wir Ihren Keller oder Ihr Dach abdichten, Ihren Wolkenkratzer oder Ihr Auto versiegeln, an Ihrem Haus, Ihrem Gebäudekomplex, Ihrem Tunnel oder Ihrer Brücke arbeiten. Und wir sorgen dafür, dass beim Spülschwamm die gelbe und die grüne Seite zusammenhalten«, sagte er schmunzelnd.

Nachhaltige Produktion ist bei Sika ein zentrales Thema, so Johannes Schulze. »Wir wollen die natürlichen Ressourcen schützen.« Sika nutzt deshalb beispielsweise das Wasser der Erms zur Stromerzeugung. »17 Prozent erzeugen wir selbst«, sagte Schulze. Die sogenannte »Net-Zero-Belastung« soll bei Sika bis zum Jahr 2050 bei 90 Prozent liegen.

Bauchschmerzen bereitete der Sika in jüngster Zeit, dass der Bau des neuen Entwicklungszentrums auf der freien Fläche hinter dem Werkgelände, direkt an der B 28 gelegen, sehr schleppend verlief. »Wir kämpfen mit vielen Auflagen und immer mehr Behörden, die mitreden«, betonte Rösiger.

Die Ministerin lobte Sikas Bekenntnis zum Standort, was ja auch Beschäftigungssicherheit für die Mitarbeiter mitbringe. »Sie sind gut aufgestellt, und wie ich weiß, aufgestellt für den Deutschen Nachhaltigkeitspreis.«

»Innovation und Fortschritt sind ihren Worten zufolge die Treiber, sonst führe der Weg in die Sackgasse und man verliere die Mitarbeiter. Wir müssen Ökonomie und Ökologie zusammendenken.«

Für den Fraktionsvorsitzenden Michael Schweizer ist es ganz wichtig, dass die Sika ihr Entwicklungszentrum am Ort bauen kann, denn allzu viele Gewerbeflächen gebe es in der Stadt Bad Urach nicht. »Und wir benötigen die Einnahmen aus der Gewerbesteuer.«

Nach ihrem Rundgang durch die Produktionsanlagen betonte Nicole Hoffmeister-Kraut wie wichtig Unternehmen wie die Sika für die Aufrechterhaltung des Wirtschaftsstandorts Baden-Württemberg sind. Deshalb sei es gut, in Forschung und Entwicklung zu investieren.

Vom produzierenden Gewerbe zur Dienstleistung sind es in der Kurstadt nur wenige Hundert Meter: Von Sika zu Bischoffs.

CDU-Neu-Stadträtin Anja Bischoff betreibt mit ihrem Mann Michael. Das Power-Ehepaar übernahm 2009 den »Wilden Mann«, betrieben erfolgreich eine gehobene Gastronomie, kauften das Areal 2014 von der Quenzer Brauerei und schufen »Bischoffs Welten«. Mit dem Kesselhaus, einer Hommage an vergangene Zeiten, dem Bräustüble und einem angeschlossenen Hotel mit 19 Zimmern.

Zuwachs für die CDU

»Alles ist mit unseren Erfahrungen gewachsen«, erzählte Anja Bischoff beim Rundgang durchs Haus der Ministerin. Anja Bischoff und ihr Mann sitzen zudem im Prüfungsausschuss der IHK. Denn nur wer auch ausbildet, hat eine Überlebenschance, ist sie überzeugt. Das Bischoffs beschäftigt zwar 28 Mitarbeiter, aber davon sind nur vier mit 70 oder bis zu 100 Prozent beschäftigt, die anderen sind Teilzeitkräfte.

»Herausragend«, lobte Hoffmeister-Kraut das Engagement der Bischoffs. »So viel Risikobereitschaft, so viel Arbeitseinsatz, so viel Vision, das spricht für Qualität.« Das i-Tüpfelchen jüngst war der erste Preis in der TV-Sendung »Mein Lokal, Dein Lokal«. »Wir haben uns lange überlegt mitzumachen«, gestand Anja Bischoff, denn es gab vehemente Befürworter, aber auch Gegner.

Die Gastronomie hat sich laut Ministerin Hoffmeister-Kraut mittlerweile von Corona erholt: Die Übernachtungszahlen sind höher als 2019 ebenfalls die Zahl der Vollzeitbeschäftigten. Den Hinweis auf Finanzierungshilfen des Landes für die Gastronomie, sieht Anja Bischoff zwiegespalten. »Das ist sicher hilfreich, aber dieses Geld muss zurückgezahlt werden, das ist eine enorme Verantwortung.«

Hoffmeister-Kraut bedankte sich zuletzt bei Anja Bischoff für deren Einsatz als Stadträtin: »Kommunalpolitik ist der Maschinenraum der Demokratie.«

Michael Schweizers Resümee des Ministerinnenbesuchs fiel sehr positiv aus: »Sie ist sehr nah an den Menschen, es ist gut, dass wir über Manuel Hailfinger (MdL CDU) den Kontakt geknüpft haben und zeigen konnten, dass sich in Bad Urach was bewegt.« Und dies vor dem Hintergrund einer gewonnenen Gemeinderatswahl, die einen Zuwachs von fünf Sitzen für die CDU brachte. (GEA)