BAD URACH. Ist das Kunst oder kann das weg? Ganz so ironisch hat sich Axel Steinhart im Uracher Gemeinderat nicht ausgedrückt, er hat aber keinen Zweifel daran gelassen, wie wenig er von den großen Holzböcken hält, die auf dem Uracher Marktplatz beim Schäferlauf-Denkmal stehen. »Der Aufruhr ist jetzt so groß geworden, dass ich Sie bitte, zeitnah - also noch diese Woche - woanders platzieren zu lassen«, schimpfte er Richtung Bürgermeister Elmar Rebmann. Die Teile sollten vors Rathaus, die leerstehende »Krone« oder sonst wohin, empfahl der FWV-Fraktions-Chef, »jetzt verschandeln sie das Denkmal.«
Sein Fraktionskollege Bruno Wörner berichtete, er sei ebenfalls schon auf die rätselhaften Böcke angesprochen worden. Sein Vorschlag: Ein altes Rad hinhängen, damit der Sinn der Holzgestelle klar wird. Michael Schweizer, der an der Spitze der CDU-Fraktion steht, und sich in der Freizeit auch bei der MTB-Initiative engagiert, moderierte: »Wenn man erklärt, dass das Fahrradständer sind, trifft man überall auf Verständnis.« Überhaupt: »Man sieht dafür ganz viel Begeisterung.« Er hat an Sonnentagen, wenn der Marktplatz voller Radfahrer ist, schon öfter beobachtet, dass Biker die Ständer sogar fotografiert oder davor Selfies gemacht haben. Schweizer: »Das ist moderner Rad-Tourismus.«
Axel Steinhart legte nach: Grundsätzlich finde er die Ständer nicht schlecht. »Super Idee, wir finden es gut - es geht uns nur um den Platz.« Was passiert jetzt also? Die Holzböcke sind extra nicht fixiert worden, damit man sie von der Stelle bewegen kann, sagt Michael Schweizer jetzt auf GEA-Nachfrage. Sobald die Sonne und die Radler wieder draußen sind, werden sich die Radständer ganz schnell wieder mit Rädern - die Sattelspitze wird auf den Querbalken gehängt - füllen. Jetzt dürfen sie aber erst mal an Ort und Stelle stehenbleiben, ist er sich mit den anderen Fraktions-Chefs und Bürgermeister Rebmann einig. (GEA)


