WANNWEIL. Damit hätte selbst der Förster nicht gerechnet: Im Wannweiler Wald wurde in diesem Jahr mehr als doppelt so viel Holz wie geplant geerntet - 616 statt 300 Festmeter. Mit einem Ergebnis, dass die Gemeinde nur freuen kann: Statt eines erwarteten Plus von 3.700 Euro kann Kämmerin Lea Pflumm nun 26.700 Euro in der Gemeindekasse verzeichnen. »Geputztes Geld«, wie der Gomadinger Bürgermeister Klemens Betz - der Vater von Lea Pflumms Vorgänger Christian Betz - in solchen Fällen sagt. »Geputzt« deshalb, weil Einnahmen aus dem Wald bei der Gemeinde bleiben und nicht von Umlagen oder Abgaben welcher Art auch immer verkleinert werden können.
»In der Regel erwirtschaften wir in unserem Wald keine großen Gewinne«
»Es ist selbst für mich als Experten oft nicht vorauszusagen, wie viel Holz am Ende rauskommt«, sagt Revierförster Georg Baumbusch, »mir war bewusst, dass es etwas mehr würde, aber gleich so viel ...« Kein Problem aber für Wannweil: Es gibt noch genug Holzvorrat im Wald. In der Echaz-Gemeinde spielt das Thema Brennholz immer noch eine gewisse Rolle: 2025 haben die Forstwirte 216 Festmeter gemacht, das für 87 Euro pro Festmeter versteigert wurde.
»In der Regel erwirtschaften wir in unserem Wald keine großen Gewinne«, sagt Bürgermeister Dr. Christian Majer. Georg Baumbusch blickt als Revierförster 19 Jahre zurück: »Meistens sind wir bei einem kleinen Plus rausgekommen.« Bei einem nur 90 Hektar großen Wald in einer 534 Hektar großen Gemeinde spielt das unterm Strich aber nicht die große Rolle. Der Forst ist den Wannweilern vor allem wegen seiner Öko- und Naherholungsfunktion wichtig. »Wir wollen den grünen Gürtel um unserer Gemeinde erhalten«, sagte der Rathaus-Chef beim Waldumgang 2023.

Geprägt war und ist der Wannweiler Forst davon, dass es im Winter kaum Frost gab. Dazu kam ein relativ trockenes Frühjahr und ein nasser Juli - lauter Faktoren, die die Holzernte schwieriger machen. Ein großes Problem für den Wald sind - neben nicht ganz banalen Dingen wie dem Eschentriebsterben und dem Borkenkäfer - steigende Temperaturen.
»Wir wollen den grünen Gürtel um unserer Gemeinde erhalten«
Für 2026 plant Georg Baumbusch 300 Festmeter Einschlag. Auf einer Größe von 1,9 Hektar soll der Jungbestand gepflegt werden, zudem hat er die Wegemittel etwas erhöht. In diesem Jahr wurde der Jägerweg instandgesetzt. »Da ist schon lange nichts mehr passiert«, sagt der Revierförster, »er war ausgeschwemmt.« Unterm Strich erwartet er im nächsten Jahr ein kleines Minus: 23.240 Euro Einnahmen stehen 24.730 Euro Ausgaben entgegen. Die Hiebe sind in diesem Jahr etwas komplizierter, erklärt Baumbusch. Aber auch hier gilt wieder: Der Wald ist in Wannweil wichtig, aber kein wichtiger Wirtschaftsfaktor. (GEA)

