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Walddorfhäslach hält Pläne für Freiflächen-PV vor Ort für unrealistisch

Gemeinderat in Walddorfhäslach ist verwundert über widersprüchliches Vorgehen des Landes Baden-Württemberg beim Naturschutz.

Hochspannungsleitungen bei Walddorfhäslach müssen ausgebaut werden.Foto: Müller
Hochspannungsleitungen bei Walddorfhäslach müssen ausgebaut werden.Foto: Müller Foto: Veit Müller
Hochspannungsleitungen bei Walddorfhäslach müssen ausgebaut werden.Foto: Müller
Foto: Veit Müller

WALDDORFHÄSLACH. Die erneuerbaren Energien sollen in Deutschland ausgebaut werden. Neben dem Aufstellen von Windrädern gehören auch Photovoltaik-Anlagen in freier Natur dazu. Die Regionalverbände im Land sind derzeit auf der Suche nach Flächen für solche Anlagen. Auch Walddorfhäslach sollte eine Fläche anbieten. Die gibt es nun auch. Sie ist rund zehn Hektar groß, liegt unter der Hochspannungsfreileitung in der Nähe der B 464. Dass dort aber einmal eine Photovoltaik-Anlage aufgestellt wird und ist sehr unwahrscheinlich.

Auslöser für die Suche ist das Erneuerbare-Energien-Gesetz von 2023. Das Land hat dabei zugesagt, bis zum Ende des Jahres 2025 in den Regionalplänen zwei Prozent der Regionsfläche für die Nutzung von Wind- und Solarenergie auszuweisen. Im Fall Walddorfhäslach ist der Regionalverband Neckar-Alb dafür zuständig, Flächen für die Errichtung von Photovoltaik-Anlagen in freier Natur festzulegen.

Mögliche Fläche für Photovoltaik fällt kleiner aus

Der Gemeinderat stimmte im Februar 2024 der Ausweisung einer Fläche auf den Wiesen und Feldern vor den Toren Walddorfs zu. Sie war ursprünglich 10,7 Hektar groß. Allerdings liegen dort Grundstücke, die der Modellfliegerverein Balsania nutzt. Auch gibt es in diesem Gebiet »Streuobstbestand«, weshalb die Fläche inzwischen auf 10,1 Hektar verkleinert wurde.

Auf das unterschiedliche Vorgehen des Landes in Sachen Naturschutz reagierten einige Gemeinderäte in der jüngsten Sitzung mit Unverständnis. Nur eine Viertelstunde zuvor habe man im Gremium darüber diskutiert, wie man Biotope miteinander vernetzen und erweitern könne und jetzt gehe es darum, dass man Freiflächen mit Photovoltaik-Modulen zubaut, meinte Gerhard Neuscheler (FWV) kopfschüttelnd.

Unrealistische Pläne?

In die gleiche Kerbe schlug auch sein FWV-Fraktionskollege Dr. Heiner Geigle. Man rede darüber, wie man einen Graben ein paar Meter verlegen könne, damit zwei Frösche zueinanderfinden und dann gehe es um Pläne für Photovoltaik-Freiflächen, die zudem nur rein theoretisch seien. »Da wird Geld verbrannt ohne Ende«, schimpfte Geigle.

Die Photovoltaik-Pläne hält auch Roswita Decker-Röckel für unrealistisch. Die Leitungen, um eine solche Anlage an den Ort anzuschließen, seien viel zu lang, »das ist nicht möglich«. Dem stimmte auch Bürgermeisterin Silke Höflinger zu, die anfügte, »dass man auch nicht einfach über Grundstücke hinweggehen kann«. Auch sie glaubt, dass die Pläne nicht umsetzbar sind und hält Flächen zum Beispiel an den »Ohren« der Zufahrt zu B27 für geeigneter. (GEA)