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Trotz Regen: Besucheransturm auf die Weihnachtsmärkte Metzingen und Urach

Drehorgel in Metzingen, Alpakas in Bad Urach ließen die Alltagshektik am Wochenende vergessen.

Gewusel bis zum Sonntagnachmittag auf dem Metzinger Kelternplatz.  FOTO: SANDER
Gewusel bis zum Sonntagnachmittag auf dem Metzinger Kelternplatz. FOTO: SANDER
Gewusel bis zum Sonntagnachmittag auf dem Metzinger Kelternplatz. FOTO: SANDER

METZINGEN/BAD URACH. Wen störte schon der Sprühregen? Über die Weihnachtsmärkte in Metzingen und Bad Urach strömten am Wochenende ihre Stammbesucher und neue, sie trafen auf bekannte Aussteller und solche, die sie zum ersten Mal sahen. Noch am Sonntagnachmittag wuselte es auf dem Kelternplatz.

Obwohl sich viel Märkte ähneln mit ihren Angeboten, gibt es immer wieder neben Bewährtem auch neue Ideen und Schwerpunkte. Und sie haben meist auch etwas Nostalgisches wie in Metzingen die »Weihnachtsträume« im Klosterhofkeller mit Darstellung von Weihnachten, wie es früher gefeiert wurde. Wie unterschiedlich ein Tannenbaum in der Gründerzeit des 19. Jahrhunderts oder im Ersten Weltkrieg geschmückt wurde, wie die Krippen aussahen, welche Geschenke es gab wie Puppenstuben, waren neben Dekorationsartikeln aus verschiedenen Zeiträumen nur einige Beispiele für Sehenswertes, liebevoll Gesammeltes aus der Vergangenheit.

Da passte es geradezu ideal, dass vor dem Gebäude Andrea Roths, vielen bekannt als frühere Inhaberin des »Sahnehäubchens«, mit ihrer Drehorgel traditionelle Weihnachtslieder erklingen ließ. Die Drehorgel hat sich jemand für einen Heiratsantrag in Dinkelsbühl nach alten Vorbildern bauen lassen, sie dann nie wieder gebraucht und verkauft.

»Hier trifft man Bekannte, die man lange nicht mehr gesehen hat«

Für Andrea Roths die Gelegenheit, sich einen lange gehegten Traum zu erfüllen und damit Gutes zu tun, denn die Spenden waren für das Alb-Hospiz bestimmt. Für die zehnjährige Angelina, deren Mutter im Klosterhofkeller selbst gebackene Gutsle verkaufte, war es eine große Freude, dass sie ebenfalls zwischendurch die Drehorgel spielen durfte. Sowohl der Innenstadtmarkt am Samstag als auch das mehrtägige Weihnachtsdorf auf dem Kelternplatz waren gut besucht, denn es wurde für alle etwas geboten. Die große Modelleisenbahnanlage in der Festkelter gehörte ebenso dazu wie die Waffeln aus den Holzöfen der DLRG oder die handwerklichen Arbeiten im Weihnachtsdorf, vor allem aber auch viele Gespräche an den Stehtischen und Ständen.

Letzteres gilt gleichermaßen für Bad Urach, denn »hier trifft man Bekannte und Freunde, die man lange nicht gesehen hat«, wie es manche Besucher beschreiben. Und es ist tierisch was los, denn die sanften Achalm-Alpakas aus Wasserstetten gehören zum Uracher Weihnachtsmarkt wie das Märchentheater in der Stadtbücherei Schlossmühle und ein musikalisches Rahmenprogramm mit verschiedenen Musikgruppen von Fanfarenzug über Swingchor bis Musikverein.

Der Marktplatz wird alljährlich am zweiten Adventswochenende zum beliebten Treffpunkt mit regionalen Köstlichkeiten, kreativen Geschenkideen und in diesem Jahr zu heißem Glühwein mit einer eiskalten Attraktion, denn die Kunsteisbahn auf dem Marktplatz war auch während des Weihnachtsmarkts geöffnet. Manche machten erste Schritte auf Kufen, andere zeigten beim Schaulaufen am Sonntag ihr Können. Eltern sahen nicht nur zu, sondern kamen teilweise auch mit auf die Kunsteisfläche, oft zuerst als Halt für die Kleinen, die dann nach kurzer Zeit schon sehr selbstsicher alleine ihre Kreise zogen.

»Wir wünschen uns, dass die Kriege in der Welt aufhören«

»Die Eisbahn muss bleiben«, waren sich viele Kinder einig, auch wenn sie noch andere Wünsche haben für das Fest, nicht nur Käufliches sondern auch, dass »viele Leute zum Krippenspiel in der Kirche kommen Weihnachten« oder »dass die Kriege in der Welt aufhören und die Kinder nicht arbeiten müssen in den armen Ländern«, wie einige kleine und größere »Sternsinger« betonten, die auch in Bad Urach wieder unterwegs sein werden. (GEA)