PLIEZHAUSEN. Wer viel und zielgerichtet aussät, darf auf eine gute Ernte hoffen. So geht es der Musikschule Pliezhausen: Am Samstag präsentierten sich deren Zöglinge in der Pliezhausener Gemeindehalle in den verschiedenen Standards zwischen Anfängern und Könnern. Es werden möglicherweise nicht alle zur Meisterschaft bringen, aber es ist eine große Anzahl an Talenten vorhanden, die es in ihrer jeweiligen Sparte einmal weit bringen könnten.
Martina Trost-Gelse, Leiterin des Cello-Ensembles »Broken Bows« führte durch das Programm, das mit der Ballettgruppe begann. Deren bisherige Leiterin Birgit Thumm ging zwar jüngst in den Ruhestand. Sie legte allerdings so gute Grundlagen, dass ihr Nachfolger, der Engländer Aonghus Hoole, daran anknüpfen konnte – dabei hatten seine neuen Zöglinge lediglich vier Stunden Vorlaufzeit.
Das Programm begann mit Ballett
Zur »Paper Moon«, der neoklassizistischen Musik des 1983 geborenen Italieners Luca D’Alberto zeigte die Gruppe eine impressionistische Aufführung, die ein Stück weit von klassischem Ballett abwich, etwa durch Elemente, in denen die vier Tänzerinnen auf dem Boden sitzend ihre Beine in die Luft schwangen. Von der Ältesten des Quartetts, der 15-jährigen Romina Neuberg wird später noch die Rede sein.
Im Streicherspielkreis, geleitet von Kerstin Wengel, werden Kinder an die klassischen Streichinstrumente von der Violine bis zum Violoncello herangeführt. Für sie gilt es, ein gemeinsames Tempo zu finden und aufeinander zu reagieren. »Wir kooperieren mit den Grundschulen der Gemeinde«, erklärte Martina Trost-Gelse: »Wir gehen mit den Instrumenten in die Klassen und stellen sie den Schülerinnen und Schülern vor.« Dabei bleiben stets einige Interessierte hängen.
Einsteiger werden behutsam ans Instrument herangeführt
Kerstin Wengel wählte Melodien aus, die einfach zu spielen sind. Etwa Klassiker wie Georg Friedrich Händels Menuett oder speziell für diese Anforderungsstufe geschriebene Stücke zeitgenössischer Musikpädagogen wie den »Mückentanz« – bei dessen Autorin, der österreichischen Musikpädagogin Andrea Holzer-Rhomberg, besuchte Martina Trost-Gelse unlängst eine Fortbildung.
Im Blockflötenorchester werden die Jüngsten herangeführt. Und die begeisterten mit dem schottischen »Cumberland Square Eight« auch durch jeweils doppelt ausgeführte Fußstampfer. Im Musikschulchor »Starlights« versammeln sich Anfänger im Bereich Gesang, die Fortgeschrittenen sind im Gesangsensemble »Diamonds« versammelt. Sie begeisterten mit Anna Kendricks flottem »Cups (when I’m gone)« das Publikum.
Dann begann die Riege der Pop- und Rockbands, die an der Musikschule Pliezhausen üben, mit dem ersten Auftritt der Band »Pulse«, die das Publikum mit Bon Jovis »It’s my life« in die Pause entließ. Danach gab es einen unfassbar starken Auftritt: »Burning Notes« hauten kurz und knackig Billy Talents Rocker »Fallen Leaves« raus. Das Publikum forderte lautstark Zugabe, aber die gab es nicht. Die bereits erwähnte Romina Neuberg, hier als Frontfrau, bewies als Sängerin eine enorme Bühnenpräsenz. Von ihr wird man hoffentlich bald mehr hören.
Starke Bands, von denen noch zu hören sein wird
Und das wahrscheinlich weiterhin im Paket mit ihrer coolen, Bass spielenden Schwester Nora Neuberg, die bei der übernächsten Band Kryptonite aushalf, die wiederum jemanden für die Bass-Position sucht. Ihr namensgebendes Stück »Kryptonite« von Three Doors Down kam flott und kompetent interpretiert daher. Die Sängerin dieser Band, Luisa dos Santos Ferreira, war zuvor bereits mit der Pop-Band »Treasures« zu hören.
Auch auf sein Jugendblasorchester kann die Musikschule Pliezhausen stolz sein. Es bekommt laufend Zulauf von neuen Mitspielern aus Schulen oder Musikklassen. Am Samstag spielten sie Henry Mancinis »Moon River« aus dem Film-Klassiker »Frühstück bei Tiffanys«, sowie »Latin Fire« von John Higgins. Den Abschluss bildete der Stolz der Pliezhausener Musikschule, sein Sinfonieorchester, dirigiert von Jakob Janotta, dem Leiter der Musikschule Pliezhausen. Der »Kaiserwalzer« von Johann Strauss (Sohn) und »Two Steps From Hell« leiteten das Publikum auf klassischere Pfade zurück. Eine starke Vorführung! (GEA)


