BAD URACH. In Bad Urach endete 2025 so katastrophal, wie das Neue Jahr begonnen hat: Nach dem Ökumenischen Neujahrsgottesdienst ging Bürgermeister Elmar Rebmann in der Amanduskirche in seiner Neujahrsansprache gleich auf drei Brände in der Stadt ein, bei denen insgesamt rund 100 Feuerwehrleute im Einsatz waren. Am Silvesterabend ging es um 17.40 Uhr schon los, in der Straße Am Forst war ein Mehrfamilienhaus betroffen, im vierten Obergeschoss war ein Feuer in einer Wohnung ausgebrochen.
»Das Stockwerk ist völlig ausgebrannt, der Hausschaden ist so groß, dass vom vierten bis zum sechsten Obergeschoss alles komplett gesperrt werden musste«, betonte Elmar Rebmann sichtlich berührt. Die Bewohnerinnen und Bewohner mussten anderweitig untergebracht werden. Um 0.30 Uhr, kurz nach dem Start ins Neue Jahr, die nächste Katastrophe: Wieder war die Bad Uracher Feuerwehr alarmiert worden, in der Breitensteinstraße wurde ebenfalls in einem Mehrfamilienhaus ein Dachstuhlbrand gemeldet. »Zwei Drehleitern waren im Einsatz«, dazu weitere zehn Fahrzeuge sowie 66 Einsatzkräfte. Die Wohnung im Dachgeschoss war völlig ausgebrannt und sei nicht mehr bewohnbar.
Nächster Anruf bei der Feuerwehr um 3.30 Uhr: In Wittlingen gab es in einem alten Bauernhaus einen Kellerbrand. Ein aufmerksames junges Paar habe bei der Heimfahrt das Feuer bemerkt, die schlafenden Hausbewohner konnten glücklicherweise gerettet werden. Wie bei den anderen Bränden wurde auch hier niemand verletzt. Dies war eines der positiven Aspekte in dieser Nacht der Katastrophen. Hinzu kam laut Rebmann: »Wir können uns glücklich schätzen, dass über 100 toll ausgebildete Feuerwehrleute aus Bad Urach und auch aus Dettingen immer wieder bei solchen Einsätzen ihr Leben riskieren«.
Seinen Dank richtete der Bürgermeister zudem an die Rettungskräfte des DRK, der Kreisbereitschaft, Polizei und auch an die Mitarbeiter des Bad Uracher Bauhofs, »die bis kurz vor 6 Uhr am Neujahrsmorgen im Einsatz waren – ich bin stolz, dass sich die Rettungskräfte für uns alle so sehr einsetzen«, betonte Rebmann, der selbst auch eine ziemlich schlaflose Nacht erlebte.
Also ein katastrophaler Start ins Neue Jahr in Bad Urach? Für die betroffenen Bewohner der jeweiligen Häuser ganz sicher. Aber: Das Miteinander und der Zusammenhalt der Menschen in den Kommunen zeichnen laut Rebmann Deutschland aus. Optimismus sei dringend vonnöten, »auch Städte und Gemeinden brauchen Innovationen, doch ich bin sicher, wir schaffen das«.
Große Themen habe Bad Urach vor der Brust, die Landesgartenschau 2027 sei eines davon. Auch dafür würden noch mehr ehrenamtliche Helfer gebraucht. Generell rief Elmar Rebmann dazu auf, sich noch mehr für die Stadt zu engagieren. »Zuversicht hat eine Postleitzahl«, betonte der Rathauschef. »Und die lautet 72574 Bad Urach.« Rebmann rief dazu auf, doch öfter mal im Rathaus vorbeizuschauen. Gerade Gemeinderatssitzungen könnten durchaus interessant seien.
Vor den Ausführungen des Bürgermeisters war jedoch der Ökumenische Neujahrsgottesdienst in der Amanduskirche angesagt. Der evangelische Dekan Michael Karwounopoulos und Esteban Rojas als katholischer Diakon wünschten sandten ebenfalls die besten Wünsche für das Neue Jahr an alle Bad Uracherinnen und Bad Uracher sowie alle Menschen darüber hinaus. Die musikalische Untermalung des Gottesdienstes gestalteten die Amanduskantorei und der Kirchenchor St. Josef. (GEA)

