BAD URACH. In der Verwaltung der Stadt Bad Urach stellen sich Mitarbeiter aktuell Fragen, wie sich ältere Mitbürger besser ins Stadtleben integrieren lassen und sie nicht etwa abgehängt werden. Es geht ebenso um die Frage, welche Rahmenbedingungen geschaffen werden können, um generationsübergreifend ein gutes Zusammenleben zu ermöglichen. Und drittens darum, wie eine Nachbarschaftshilfe aufgebaut werden kann, um Menschen zu unterstützen, die in Bad Urach ohne familiäre Anbindung leben. Antworten und Gestaltungsmöglichkeiten soll das Projekt »Alt werden in Bad Urach - gemeinsam gut gestalten« geben. Das hat der Gemeinderat so einstimmig beschlossen.
Das Gremium beschloss, das Büro Stadtberatung Dr. Sven Fries zu beauftragen, den Prozess zu begleiten - wenn die Förderung bewilligt werden sollte. Die Gelder sollen aus dem Programm »Quartiersimpulse, Beratung und Umsetzung von Quartiersprojekten vor Ort?« des Sozialministeriums Baden-Württemberg kommen, die die Stadt beantragt. Eine Entscheidung, ob diese Gelder fließen oder nicht, erwartet die Stadtverwaltung dann im September. Wenn dies so eintrifft, müsste Bad Urach während der Laufzeit vom 1. Oktober 2025 zwei Jahre lang nur etwa 30.000 Euro zahlen, während 85.000 Euro gefördert würden.
Selbstbestimmt altern
Bereits aktuell komme es zu Situationen, die einen Plan für die Zukunft erforderten, heißt es im Sitzungspapier. Die Stadt nennt eine Perspektive: »Das zentrale Ziel dieses Projekts besteht darin, gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern eine generationengerechte und quartiersnahe Strategie für ein gutes und selbstbestimmtes Altern zu entwickeln.« Das solle so geschehen, dass das Miteinander der Generationen im Fokus steht. Zunächst solle es eine umfassende Bedarfsanalyse bei Menschen geben, die 60 Jahre und älter sind. »Diese Analyse soll die konkreten Lebenssituationen, Herausforderungen und Wünsche älterer Menschen im jeweiligen Quartier erfassen«, heißt es. Dabei möchte die Stadtverwaltung auch als schwer erreichbar geltende Senioren ansprechen, die von Armut bedroht sind und eine Migrationsgeschichte haben und somit besondere Bedürfnisse haben oder Barrieren überwinden müssen.
Auf der Basis der Bedarfsanalyse sollen Leitlinien entwickelt und passgenaue Angebote für die Bedarfe der Senioren entwickelt werden. Die Stadtverwaltung nennt Beispiele: »Hierzu gehören etwa ehrenamtliche Unterstützungsbörsen, generationenübergreifende Treffpunkte, die Begegnung und Austausch fördern, sowie alltagsnahe Hilfsangebote, die unkompliziert und wohnortnah zugänglich sind.« Um eine hohe Akzeptanz zu bekommen, sollten die Einwohner eingebunden werden. Innerhalb der Bad Uracher Stadtverwaltung soll es eine Koordinierungsstelle geben, die den Prozess steuert, die verschiedenen Gruppen und Personen zusammen bringt und die Kommunikation übernimmt. Letztlich soll sich ein Netzwerk aus lokalen Initiativen, Vereinen, sozialen Einrichtungen und ehrenamtlichen Gruppen bilden.
Miteinander Stadt gestalten
Die Stadtverwaltung bringt es auf den Punkt: »Insgesamt zielt das Projekt darauf ab, die Lebensbedingungen älterer Menschen in den Quartieren deutlich zu verbessern, soziale Isolation zu reduzieren und generationenübergreifendes Miteinander zu stärken - um so eine Stadt zu gestalten, in der alle Menschen gut und selbstbestimmt altern können.« (GEA)

