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Aktuell Großbrand

Rulamanschule: Unklar wie es weitergeht und warum es brannte

Nach wie vor ungeklärt ist die Ursache für Großbrand der Rulamanschule in Grabenstetten. Die Polizei ermittelt

Spezialisten der Zentralen Kriminaltechnik des Polizeipräsidiums Reutlingen haben gestern in Grabenstetten die Ermittlungen aufg
Spezialisten der Zentralen Kriminaltechnik des Polizeipräsidiums Reutlingen haben gestern in Grabenstetten die Ermittlungen aufgenommen. Foto: Andreas Fink
Spezialisten der Zentralen Kriminaltechnik des Polizeipräsidiums Reutlingen haben gestern in Grabenstetten die Ermittlungen aufgenommen.
Foto: Andreas Fink

GRABENSTETTEN. Was bis Montag noch die Rulamanschule war, ist nur noch eine Brandruine. Die Deckenteile, die beim Feuer nicht eingebrochen sind, wurden am späten Montagabend noch von außen mit dem Bagger abgerissen, um von der Drehleiter aus die letzten Glutnester ablöschen zu können. Aber das Feuer ist jetzt aus. In der Nacht zum Dienstag und gestern im Laufe des Vormittags eilten die Feuerwehrmänner aus Grabenstetten, die (anfangs zusammen mit ihren Kameraden aus Erkenbrechtsweiler) Brandwache gehalten hatten, immer mal wieder in die Ruine, wenn es rauchte. Am Tag danach begann die Suche nach Normalität.

Lob für die Lehrerinnen

»Wir sind alle so froh, dass bei diesem schrecklichen Unglück gestern niemand zu Schaden gekommen ist«, schrieb Schulleiterin Allesandra Saravanja am Dienstag auf der Homepage der Schule, »alles andere ist ersetzbar.«

Gestern Vormittag waren Spezialisten von der Zentralen Kriminaltechnik des Polizeipräsidiums Reutlingen nach Grabenstetten gekommen, um zu ermitteln, wo und wie der Brand ausgebrochen sein könnte. Bis jetzt ist nur klar, dass er von einem Schwelbrand unterm Dach ausging.

»Das war unsere Schule.« Mit ihrer Lehrerin Christine Schell schauten die Zweitklässler gestern die Brandruine an. Die Zweit- kl
»Das war unsere Schule.« Mit ihrer Lehrerin Christine Schell schauten die Zweitklässler gestern die Brandruine an. Die Zweit- klässlerin Wera hatte den Brand bemerkt, die Lehrerinnen evakuierten daraufhin sofort das Schulgebäude. FOTOS: FINK Foto: Andreas Fink
»Das war unsere Schule.« Mit ihrer Lehrerin Christine Schell schauten die Zweitklässler gestern die Brandruine an. Die Zweit- klässlerin Wera hatte den Brand bemerkt, die Lehrerinnen evakuierten daraufhin sofort das Schulgebäude. FOTOS: FINK
Foto: Andreas Fink

Ausgerechnet eine Zweitklässlerin, die kleine Wera, hatte ihre Lehrerin auf den Rauch aufmerksam gemacht, der aus dem Dach quoll. Die Pädagogen schlugen sofort Alarm und evakuierten das Schulgebäude. Mustergültig, wie Kreisbrandmeister Wolfram Auch noch am Abend lobte. Die Schüler waren so schnell raus und in der Falkensteinhalle untergebracht, dass sie von dem nachfolgenden Trubel nicht viel mitbekommen hatten.

Bürgermeister Roland Deh und Feuerwehr-Kommandant Andreas Müller besuchten die Kinder gestern im evangelischen Gemeindehaus, wo sie provisorisch untergebracht waren. »Die Schüler sind sehr gefasst«, berichtet der Schultes. Klar: Hier und da gab es ein paar Tränen, schließlich stehen viele Schulranzen noch in dem völlig zerstörten Gebäude.

Auch um ihre vermeintlich verbrannten Zeugnisse machten sich manche Sorgen. »Die sind noch in einem Alter, wo man heult, wenn man kein Zeugnis kriegt«, lächelt Deh. In diesem Punkt gab Schulleiterin Allesandra Saravanja gestern Entwarnung: Die Feuerwehr hat am Dienstag noch einen Laptop aus den Ruinen geborgen, auf dem eine Lehrerin ihre Noten gespeichert hatte. Er funktioniert. Die Zeugnisse für Einser und Zweier werden heute ausgegeben, als wäre nichts passiert, die der Dreier nachgemacht, die Vierer bekommen ihre Zeugnisse in den Ferien per Post zugeschickt.

Wie’s im neuen Schuljahr weitergeht, weiß derzeit noch niemand. Bürgermeister Roland Deh unterhielt sich gestern Abend mit dem Gemeinderat in einer schon länger geplanten nichtöffentlichen Sitzung über mögliche Lösungen. Erst muss mit der Versicherung geklärt werden, wie’s finanziell aussieht. In diesem Punkt ist Deh optimistisch. »Wir sind gut versichert«, sagt der Schultes, »das sind Kommunen in der Regel immer.«

Es geht weiter – wie, ist offen

Hatte man bis vor Kurzem noch ganz konkret über eine Sanierung der 1964 erbauten Schule gesprochen, »ist jetzt halt alles a bissle anders gelaufen«, sagt Deh lakonisch, »ich gehe von einem Neubau aus.« Wo die Kinder im neuen Schuljahr untergebracht werden, wird jetzt überlegt. Infrage kommt eine Containerlösung wie an der Metzinger Sieben-Keltern-Schule. Gleichzeitig hat die evangelische Kirchengemeinde gleich am Tag nach dem Unglück zwei Räume im Gemeindehaus zugesichert – so lange, bis die neue Schule steht. (GEA)