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Aktuell Zugunglück

Regional-Express rammt in Wannweil Anhänger

WANNWEIL. Ein schweres Zugunglück hat sich am Freitagnachmittag auf dem Bahnhof von Wannweil ereignet. Acht Personen erlitten wir durch ein Wunder nur leichtere Verletzungen, ein Mann zog sich schwere Blessuren zu.

Der Regionalexpress nach dem Unfall.
Der Regionalexpress nach dem Unfall. Foto: Jürgen Meyer
Der Regionalexpress nach dem Unfall.
Foto: Jürgen Meyer
Der Regional-Express von Tübingen nach Stuttgart hatte gegen 12.45 Uhr in voller Fahrt den leeren Anhänger eines Getränkelastwagens gerammt und zerfetzt, der auf dem Bahnübergang in der Eisenbahnstraße auf den Gleisen stand. Dabei ist der Zug die halbe Länge nach angeschlitzt worden und die komplette untere Fensterreihe der ersten drei Waggons ging zu Bruch.

Der Fahrer des Lkw, der von Wannweil auf dem Verbindungssträßchen verbotsweise Richtung Jettenburg fahren wollte, mußte beim Überqueren des durch eine Signalanlage gesicherten Übergangs halten. Ihm kam in der engen Kurve ein Traktor entgegen. Während der Landwirt noch vor dem Schließen der Schranken Richtung Ort weiterfahren konnte, blieb der Hänger des Lkws auf dem Übergang stecken.

Der 22jährige Lokführer des herannahenden Zuges, dessen nächster Halt in Reutlingen gewesen wäre, konnte, bedingt durch die leichte Kurvenführung, das Hindernis nicht rechtzeitig erkennen. Trotz Schnellbremsung rammte die Zugmaschine den Lkw-Hänger frontal. Im weiteren Verlauf des Bremsweges riß das Achsgestell die Seitenwände des Regios auf oder beschädigte die Außenverkleidung, Türen und Fenster schwer.

Sieben Passagiere in dem mit einigen Dutzend Fahrgästen besetzten Zug erlitten Verletzungen durch Glassplitter, darunter auch der Lokführer. Der Lkw-Fahrer wurde schwer verletzt. Laut dem Leitenden Notarzt Jörg-Uwe Renz war das DRK mit 11 Einsatzfahrzeugen vor Ort. Die Wannweiler Feuerwehr war mit der Bergung betreut. Polizeikräfte sperrten den Bahnhof weiträumig ab. Während den Aufräumungsarbeiten fielen zahlreiche Zugverbindungen aus. Der Schaden beläuft sich auf mehrere Hunderttausend Euro. (GEA)