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Rathausneubau treibt Schulden hoch

ALTENRIET. Im Jahr 2013 lässt es Altenriet ruhig angehen. Nach dem Bau des neuen Rathauses braucht die Gemeinde eine finanzielle Verschnaufpause. Dabei ist erfreulich, dass die Einnahmen auf einem guten Niveau stabil sind. In der jüngsten Gemeinderatssitzung stellte Bürgermeister Bernd Müller dem Gemeinderat den Etat vor, der schließlich einstimmig gutgeheißen wurde.

Der Rathausneubau hat Altenriets Finanzen zugesetzt. GEA-ARCHIVFOTO: JOBA
Der Rathausneubau hat Altenriets Finanzen zugesetzt. Foto: Joachim Baier
Der Rathausneubau hat Altenriets Finanzen zugesetzt.
Foto: Joachim Baier
Insgesamt 3,902 Millionen Euro sind es, die die Gemeinde Altenriet in diesem Jahr bewegt. Den größten Batzen verschlingt dabei der Verwaltungshaushalt, der ein Volumen für die Finanzierung des laufenden Betriebs von gut 3,5 Millionen Euro hat.

Unverändert bleibt die Kinderbetreuung der größte Kostenfaktor im Zahlenwerk. Zwar sind die Zuschüsse des Landes mit der neuen Regierung gestiegen, trotzdem bleiben mit dem Einstieg in die Kleinkindbetreuung 158 000 Euro an Altenriet hängen (Vorjahr: 144 000). Auch bei den Personalkosten macht sich das neue Angebot für Kinder unter zwei Jahren bemerkbar: Sie erhöhen sich im Vergleich zum Vorjahr von rund 300 000 auf nun 341 000 Euro.

Zusätzliche Mittel stellte Bürgermeister Bernd Müller in diesem Jahr bei der Unterhaltung der Turn- und Festhalle ein: Hier muss ein weiterer Duschraum saniert werden. Hierfür sind 10 000 Euro im Etat eingeplant. Außerdem ist der Schaltschrank der Halle in einem schlechten Zustand und soll erneuert werden. Für diese Maßnahme rechnet Müller mit Kosten von 30 000 Euro. Allerdings habe er zunächst einmal einen Elektroplaner eingeschaltet, um das Projekt fachgerecht ausschreiben zu können, erläuterte er dem Gemeinderat. Weitere 35 000 Euro hat die Verwaltung für die anstehende Erneuerung der Flutlichtanlage am alten Sportplatz eingestellt. 20 000 Euro hat Müller zudem im Etat, um den Parkplatz hinter der Festhalle richten zu lassen. Das solle noch vor dem großen Dorffest, dem Altenrieter Brezelmarkt, geschehen.

Stabile Steuereinnahmen

Zufrieden zeigte sich Kämmerer Michael Castro mit der Entwicklung bei den Abwassergebühren. Hier pendelten sich die Zahlen ein, das Defizit beträgt nur 10 500 Euro. Hingegen steigt bei der Wasserversorgung der Zuschussbedarf erneut: War es 2012 noch eine Unterdeckung von rund 20 000 Euro, erwartet Castro für 2013 ein Minus von 27 800 Euro. Stabil sind dagegen die Steuereinnahmen. 224 000 Euro nimmt Altenriet über die Grundsteuern ein. Bei der Gewerbesteuer wurde der Ansatz für 2013 sogar um 40 000 Euro erhöht auf nun 140 000 Euro.

Der Anteil an der Einkommenssteuer wird in diesem Jahr schätzungsweise 1,099 Millionen Euro in die Gemeindekasse bringen, ein Plus von 60 000 Euro. Die sogenannten Schlüsselzuweisungen des Landes für finanzschwache Gemeinden gehen um 85 000 Euro auf dann 550 000 Euro hoch. »Seit ein, zwei Jahren sind die Zahlen stabil, das ist sehr erfreulich«, freuen sich Müller und Castro.

Den Einnahmen steht eine Umlagenlast von rund 1,08 Millionen Euro gegenüber: 395 000 Euro zahlt Altenriet in den Finanzausgleich, an den Landkreis Esslingen müssen als Umlage 655 000 Euro überwiesen werden. Unter dem Strich bleiben im Verwaltungshaushalt 166 000 Euro übrig, die als Zuführungsrate in den Vermögenshaushalt wandern.

Mit einem Volumen von lediglich nur 366 000 Euro fällt das Investitionsprogramm für 2013 vergleichsweise mager aus. Doch bedingt durch den Rathausneubau hat Bürgermeister Müller das Paket bewusst eng geschnürt, damit sich die Finanzen der Gemeinde wieder erholen können. Größter Brocken im Vermögenshaushalt sind die 150 000 Euro, die Altenriet für den Kauf der Straßenbeleuchtung veranschlagt. Außerdem gehen 65 000 Euro in die weitere Sanierung des Klärwerks in Neckartenzlingen.

Eventuell braucht's neuen Kredit

50 000 Euro hat Müller zudem als Beteiligung der Gemeinde am Neckar-Elektrizitätsverband vorgesehen. Gegenfinanziert werden die Ausgaben neben der Zuführungsrate über den Grundstücksverkauf, der 50 000 Euro bringen soll, sowie durch 40 000 Euro vom Sparbuch. Außerdem behält sich die Gemeinde eine Option auf einen weiteren Kredit über 110 000 Euro vor.

Jedoch wollen weder Müller noch Castro unnötig an der Schuldenschraube stehen. Denn nach dem Rathausneubau steht jeder Altenrieter Bürger umgerechnet mit exakt 599,88 Euro in der Kreide. Damit liege Altenriet zwar noch immer unter dem Landesdurchschnitt vergleichbarer Kommunen mit 679 Euro, doch sehen sowohl Kämmerer als auch Bürgermeister eine weitere Neuverschuldung kritisch. (GEA)