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Pliezhäuser zahlen 2026 mehr für Abwasser

Die Gemeinde erhöht die Gebühren für den Schmutzwasseranteil um zehn Prozent pro Kubikmeter. Der Preis für Niederschlagwasser bleibt hingegen konstant.

Spatenstich an einem anderen Ort. Wegen des strömenden Regens haben sich Bürgermeister Christof Dold (Sechster von rechts), Mita
Spatenstich an einem anderen Ort. Wegen des strömenden Regens haben sich Bürgermeister Christof Dold (Sechster von rechts), Mitarbeiter der beauftragten Firma und der Gemeinde sowie Gemeinderäte im März 2023 vor dem Feuerwehrgerätehaus Rübgarten statt vor dem Regenüberlaufbecken Kroatenäcker versammelt. Sie zeigen den Beginn der Bauarbeiten für den Anschluss der Orte Gniebel und Rübgarten an die Kläranlage Reutlingen-Nord. Foto: Malte Klein
Spatenstich an einem anderen Ort. Wegen des strömenden Regens haben sich Bürgermeister Christof Dold (Sechster von rechts), Mitarbeiter der beauftragten Firma und der Gemeinde sowie Gemeinderäte im März 2023 vor dem Feuerwehrgerätehaus Rübgarten statt vor dem Regenüberlaufbecken Kroatenäcker versammelt. Sie zeigen den Beginn der Bauarbeiten für den Anschluss der Orte Gniebel und Rübgarten an die Kläranlage Reutlingen-Nord.
Foto: Malte Klein

PLIEZHAUSEN. Im Januar 2026 werden die Abwassergebühren in Pliezhausen steigen. Allerdings gilt das nur für den Schmutzwasseranteil, also den in Haushalten und der Wirtschaft gebrauchten Teil des Wassers, der dann um zehn Prozent auf 3,45 Euro pro Kubikmeter erhöht wird. Bisher sind es 3,13 Euro pro Kubikmeter, also pro 1.000 Liter. Der andere Teil der Abwassergebühren für Niederschlagswasser, der nach überbauter und versiegelter Fläche berechnet wird, bleibt hingegen konstant bei 0,68 Euro pro Kubikmeter. Das haben die Ortschaftsräte von Rübgarten, Gniebel und Dörnach einstimmig und der Gemeinderat von Pliezhausen bei drei Enthaltungen so beschlossen. Diese Preise gelten so bis Ende 2026.

Pliezhausens Bürgermeister Christof Dold erläuterte neulich im Gremium, welche Regel für die Kalkulation der Abwassergebühren gilt: »Wir sind als Gemeinde verpflichtet, kostendeckende Gebühren zu verlangen. Sonst könnte die Rechtsaufsicht uns sagen, dass wir wegen der nicht-kostendeckenden Gebühren künftig keine Zuschüsse bekommen würden.« Die sind aber für die Gemeinde wichtig. Kurzum, sagt Dold, habe die Gemeinde bei der Kalkulation nur einen geringen Handlungsspielraum.

Keine Gebührendeckung, keine Zuschüsse

Zuschüsse spielen im Gemeindehaushalt durchaus eine Rolle. So bekommt Pliezhausen etwa für die Sanierung der Marktplatzstraße im Zentrum von den bisher aufgelaufenen Baukosten in Höhe von 1,2 Millionen Euro vom Land Baden-Württemberg knapp 425.000 Euro aus dem Programm Lebendige und verkehrsberuhigte Ortsmitten und 300.000 Euro aus dem Ausgleichsstock für nicht so finanzstarke Kommunen.

Im Übrigen erwarteten die Bürger für ihre Gelder ein funktionierendes System der Wasserversorgung und der Abwasserbeseitigung an 365 Tagen im Jahr, sagte Dold. Die Reinigung und weitere Arbeiten, um das zu gewährleisten, nähmen immer mehr zu. Das Sitzungspapier weist ein Aufkommen der Abwassergebühr von knapp 1,8 Millionen Euro aus. Damit ist dies die bedeutendste Gebühreneinnahme Pliezhausens.

Kläranlage Rübgarten außer Betrieb

Die Abwassergebühren berechnen sich nach den Betriebskosten und den kalkulatorischen Kosten, in denen die Investitionen der Gemeinde ins Abwassernetz enthalten sind. Für Letztere hatte die Gemeinde Eigenmittel verwendet und darüber hinaus Darlehen aufgenommen. Für diese Investitionen veranschlagt Pliezhausen seit 2019 einen Zinssatz von drei Prozent. Wie aus dem Sitzungspapier hervorgeht, wird 2026 das erste Jahr sein, in dem sich der Anschluss der Teilorte Rübgarten und Gniebel an die Kläranlage Reutlingen-Nord vollständig auf die Gebührenkalkulation auswirken wird.

Bisher gelangte das Abwasser von den Orten in die gemeindeeigene Anlage in Rübgarten und wurde dort geklärt. Die Abschreibungen steigen für Pliezhausen mit dem Anschluss an Reutlingen-Nord im Jahr 2026 auf 667.000 Euro und liegen damit etwa 120.000 Euro höher als 2024. Seit Februar 2025 sind Gniebel und Rübgarten nun an die Kläranlage Reutlingen-Nord im Probebetrieb angeschlossen. Die Anlage dort ist allerdings von 2021 und noch bis 2035 in einem geplanten Sanierungsprogramm von 35 Millionen Euro, während dem die Rechenanlage erneuert, die Phosphor-Fällung umgebaut und die Kohlenstoffquelle neugebaut wird. Die Gemeinde Pliezhausen ist mit 12,7 Prozent an den Investitionskosten beteiligt. Womöglich, so heißt es im Sitzungspapier, würden die Kosten aber auch höher ausfallen. (GEA)