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Oberleitungs-Schaden zwischen Reutlingen und Nürtingen behoben

Am Samstag hatte ein Regionalzug die Oberleitung zwischen Reutlingen und Metzingen beschädigt. Auch zwischen Nürtingen und Metzingen gab es einen Defekt. Die Reparatur war aufwendiger als gedacht.

Wegen der umfangreichen Schäden an der Oberleitung hat die Deutsche Bahn das gelbe Instandhaltungsfahrzeug für Oberleitungen der
Wegen der umfangreichen Schäden an der Oberleitung hat die Deutsche Bahn das gelbe Instandhaltungsfahrzeug für Oberleitungen der Baureihe 711 am Dienstag in Metzingen eingesetzt. Foto: Markus Pfisterer
Wegen der umfangreichen Schäden an der Oberleitung hat die Deutsche Bahn das gelbe Instandhaltungsfahrzeug für Oberleitungen der Baureihe 711 am Dienstag in Metzingen eingesetzt.
Foto: Markus Pfisterer

METZINGEN. Die Oberleitungsstörung zwischen Nürtingen und Reutlingen ist seit Dienstagmittag um 14 Uhr behoben. Das teilte ein Sprecher der Deutschen Bahn am Dienstagnachmittag auf GEA-Anfrage mit. Eigentlich sollten bereits am Dienstagmorgen die Züge wieder regulär auf zwei Gleisen zwischen Nürtingen und Reutlingen fahren. Das hatte eine Sprecherin der Deutschen Bahn am Montag angekündigt. Ihr Kollege sagte zu der Verzögerung am Dienstag: »Die Reparaturarbeiten waren aufwendiger als gedacht. Es mussten Ausleger, an denen die Oberleitung aufgehängt ist, getauscht werden.«

Noch am Dienstagmorgen musste der verspätete MEX-Zug in Richtung Tübingen um 9.05 Uhr in Nürtingen auf dem linken Gleis auf den Gegenzug in Richtung Stuttgart warten. Es stand nämlich nur ein Gleis für Züge in beide Richtungen zur Verfügung. Verzögerungen gab es am Dienstagmorgen auch zwischen Tübingen und Reutlingen. »Ich habe fast eine Stunde nach Reutlingen gebraucht«, berichtete GEA-Redakteur Stanislav Schitz.

Sein Zug, der eigentlich um 8.33 Uhr abfahren sollte, hatte 25 Minuten Verspätung – und musste unterwegs nochmal über 20 Minuten warten, weil sich andere Regionalzüge auf der Strecke stauten. Auch das eine Folge des Nadelöhrs zwischen Reutlingen und Nürtingen mit nur einem befahrbaren Gleis. »Auch am Vormittag sind zahlreiche Züge ausgefallen«, hat Schitz nach Blick auf seine Fahrplan-App festgestellt. Auch mittags fielen noch einzelne Verbindungen aus, andere waren deutlich verspätet.

Abgerissene Oberleitung

Am Samstag hatte ein Regionalzug die Oberleitung zwischen Reutlingen und Metzingen abgerissen, woraufhin der Bahnbetrieb zeitweise eingestellt wurde. Am Montag fuhren die Züge zwar wieder, aber streckenweise auf einem Gleis. Eine Sprecherin der Deutschen Bahn berichtete am Montag, dass die Oberleitung an der betroffenen Stelle ausgetauscht werden muss.

Warum der Fahrdraht derartig beschädigt wurde, ermittelt die Bundespolizei. Der Pressesprecher Denis Sobek von der Bundespolizeiinspektion Stuttgart hatte am Montag berichtet, dass nach bisherigen Ermittlungen ein Regionalzug am Samstagnachmittag von Nürtingen in Richtung Reutlingen fuhr, als während der Fahrt aus bislang unbekannten Gründen der Stromabnehmer auf dem Zug beschädigt wurde. Auf der Rückfahrt in Richtung Metzingen soll der beschädigte Stromabnehmer des Regionalzugs in Kontakt mit der Oberleitung gekommen sein, sodass er diese über mehrere Kilometer herunterriss. Sowohl der entsprechende Triebzug selbst als auch ein dahinter fahrender Regionalzug mit mehr als 160 Passagieren mussten schnell bremsen.

Weiterer Schaden zwischen Nürtingen und Bempflingen

Der Bundespolizei-Pressesprecher Sobek ergänzte am Dienstag, dass der zweite Zug am Samstag in die bereits heruntergerissene Oberleitung gefahren war und somit den Schaden vergrößert hatte. Außerdem haben Ermittlungen ergeben, dass auch zwischen Nürtingen und Bempflingen die Oberleitung beschädigt wurde. »Wir ermitteln noch, ob es einen Zusammenhang zur anderen Beschädigung gibt. Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Beschädigung auch vom defekten Stromabnehmer kommt.« (GEA)