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Neue Räume und zu wenig Personal bei der Mobilen Jugendarbeit Metzingen

Die Mobile Jugendarbeit Metzingen feiert die neuen Räumlichkeiten in der Silcherstraße. Es gibt - bei aller Freude - aber auch Probleme, die gelöst weren müssen.

Mitarbeiter des Vereins »Hilfe zur Selbsthilfe« feiern zusammen mit der Sozialarbeiterin Fine Gross (Bildmitte) von der Mobilen
Mitarbeiter des Vereins »Hilfe zur Selbsthilfe« feiern zusammen mit der Sozialarbeiterin Fine Gross (Bildmitte) von der Mobilen Jugendarbeit Metzingen die Eröffnung der neuen Räume in der Silcherstraße. Foto: Norbert Leister
Mitarbeiter des Vereins »Hilfe zur Selbsthilfe« feiern zusammen mit der Sozialarbeiterin Fine Gross (Bildmitte) von der Mobilen Jugendarbeit Metzingen die Eröffnung der neuen Räume in der Silcherstraße.
Foto: Norbert Leister

METZINGEN. Eigentlich kaum mehr vorstellbar, aber in dem bisherigen Raum, in dem die Mobile Jugendarbeit in Metzingen residierte, gab es keine Toilette. Wer mal musste, musste aus dem alten Gebäude raus in den Hof gehen. Ein untragbarer Zustand, der jetzt aber behoben werden konnte: Vor allem mit der Unterstützung von Steffen Uebele als Fachbereichsleiter für Integration, Inklusion und Jugend bei der Stadt Metzingen konnten im Juni neue Räume bezogen werden.

Darüber freute sich besonders Sozialarbeiterin Fine Gross am vergangenen Freitag bei der offiziellen Einweihungsfeier – sie ist seit Januar dieses Jahres die einzige verbliebene Mitarbeiterin der Mobilen Jugendarbeit in der Sieben-Keltern-Stadt. Zu den neuen Räumen sagte sie: »Wenn man hier in die Räume reinkommt, fällt das viele Licht besonders auf – hier ist viel mehr Wärme und Helligkeit.« Besonders hervorzuheben sei, dass die Stadt als Zwischenmieter für die Räume auftritt und sie an die Mobile Jugendarbeit weitervermietet, wie Daniel Bergers vom Verein »Hilfe zur Selbsthilfe« erläuterte. Bürgermeister Patrick Hubertz freute sich »über die tolle, absolut notwendige Einrichtung in Metzingen«.

»Die Stadt ist sehr dankbar für die Mobile Jugendarbeit«

In den Räumen der Silcherstraße 7 würden junge Menschen zwischen 14 und 26 Jahren eine Anlaufstelle finden, »die ansonsten womöglich vergessen würden«, so Metzingens Bürgermeister. Der Slogan der Mobilen Jugendarbeit – dass dort die Probleme der Jugendlichen gelöst werden sollen und nicht die Probleme, die Jugendliche vermeintlich verursachen – sei genau der richtige Ansatz, wie Hubertz betonte. »Die Stadt ist sehr dankbar für die Mobile Jugendarbeit.« Auch aus diesem Grund heraus habe die Metzinger Stadtverwaltung vor allem in der Person von Steffen Uebele zusammen mit dem Jugendhaus dafür gesorgt, dass die neuen Räumlichkeiten renoviert, saniert und neu eingerichtet wurden. Etwa mit der alten Küche aus dem Jugendhaus, die in der Silcherstraße eine neue Heimat fand.

Ein nicht unbeträchtliches Problem habe die Mobile Jugendarbeit aber: Die Sozialarbeiterin Fine Gross ist seit Januar allein, ihre bisherige Kollegin Katharina Huber wurde Mutter. »Wir suchen seit Anfang des Jahres nach Ersatz«, sagte Bergers. Auch Hubertz wies in seinem »Werbeblock« darauf hin: »Wir hätten da noch eine mega coole Stelle zu vergeben.«

»In Metzingen haben wir die Themen Gemeinschaft und Verbundenheit hautnah erlebt«

Daniel Bergers sagte in seiner Ansprache: »Ein Thema, das mich schon lange beschäftigt, ist die gesamtgesellschaftliche Haltung von ‚me first‘ – das merkt man auch in der Sozialen Arbeit, die Finanzen werden enger«, betonte der Bereichsleiter bei der »Hilfe zur Selbsthilfe«. In Metzingen sei das »jedoch ganz anders, hier haben wir die Themen Gemeinschaft und Verbundenheit hautnah erlebt«, so Bergers.

Neben der Gewerblichen Schule mit Gebäudereinigungs-Azubis hatten auch einige Firmen den Umzug und die Neugestaltung der Räume in der Silcherstraße tatkräftig oder auch finanziell unterstützt. Seinen Dank richtete Bergers an alle Beteiligten wie die Stadt, an die Vermieter und auch an das Mitarbeiter-Team seines Vereins.

Fine Gross wird nun zumindest zwei Abende in der Woche von Achmed Ait Moh unterstützt, der Soziale Arbeit studiert. Die Öffnungszeiten der MJA sind bislang gleichgeblieben, »ich versuche, alles beim Alten zu belassen«, so Gross. Montags und dienstags ist sie von 17 bis 19 Uhr vor Ort, mittwochs von 15 bis 17 Uhr. Ansonsten vereinbaren Jugendliche mit ihr Termine. »Seitdem Katharina nicht mehr da ist, ist spontan kaum mehr was möglich – aber die Jugendlichen haben viel Verständnis dafür«. Aktuell hat die Sozialarbeiterin Kontakt zu rund 60 Jugendlichen, denen sie mit Rat und Tat zur Seite steht. (GEA)