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Neubau an der Ermsschleife soll Dettinger Pflegeheim Königshöhe ersetzen

Die Bruderhaus Diakonie investiert 2,5 Millionen Euro am Standort Schwalbenstadt II. Dort werden das »Seniorenzentrum an der Ermsschleife« und ein Gebäude für die Behindertenhilfe neu gebaut.

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Der Baubeginn für die beiden neuen Gebäude in der Ermsschleife soll erst im Juni sein, doch erste Vorbereitungen haben bereits begonnen: Hier wird eine Brücke gebaut, die später als Zufahrt zum Pflegeheim und zur Behindertenhilfe dienen soll. Foto: Kirsten Oechsner
Der Baubeginn für die beiden neuen Gebäude in der Ermsschleife soll erst im Juni sein, doch erste Vorbereitungen haben bereits begonnen: Hier wird eine Brücke gebaut, die später als Zufahrt zum Pflegeheim und zur Behindertenhilfe dienen soll.
Foto: Kirsten Oechsner

DETTINGEN. Ein Standort, zwei neue Gebäude: Die Bruderhaus Diakonie gibt das gerontopsychiatrische Pflegeheim Königshöhe hoch über Dettingen und die Behindertenhilfe in der Schwalbenstadt auf. Stattdessen wird im Sondergebiet Schwalbenstadt II in unmittelbarer Nähe zu den Werkstätten für behinderte Menschen neu gebaut. Jede Einrichtung wird für sich errichtet und doch wird an einem Strang gezogen. Der Baubeginn ist bereits für Juni 2026 geplant und die Fertigstellung für Mitte 2028 anvisiert. Die Bruderhaus Diakonie investiert fünf Millionen Euro in die beiden Projekte. Die Pläne wurden nun in der jüngsten Gemeinderatssitzung vorgestellt.

Die Gemeinde war schon frühzeitig in den Entscheidungsprozess eingebunden, gemeinsam wurde nach Standorten gesucht. Fündig wurde man letztlich auf einem eigenen Gelände in unmittelbarer Nähe zur Papierfabrik und zu Elring Klinger. Im Jahr 2019 war eine neue Landesheimordnung erlassen worden. Die Einrichtung auf der Königshöhe kann verschiedene Vorgaben davon nicht mehr erfüllen – unter anderem die nach Einzelzimmern.

Kein klassisches Altenpflegeheim

Eine Sanierung sei laut Thomas Stäbler, dem Fachbereichsleiter für die Altenhilfe im Ermstal, wirtschaftlich nicht umsetzbar, deshalb der Neubau. In der Königshöhe werden derzeit 55 Frauen und Männer mit gerontopsychiatrischen Beeinträchtigungen - hauptsächlich handelt es sich dabei um Demenzkranke - betreut, wie Stäbler ausführte: »Es ist kein klassisches Altenpflegeheim.«

Man wolle die Erfahrungen in der Betreuung von an Demenz Erkrankten nutzen und den zweigeschossigen, 3.200 Quadratmeter großen Neubau für 60 Bewohner entsprechend planen. Das künftige »Seniorenzentrum an der Ermsschleife« sei wie eine Acht angelegt, um zwei Innenhöfe gruppieren sich die Wohnbereiche. »Wir schaffen auch Rundwege innerhalb des Hauses«, erklärte Stäbler, deshalb werde es dort viel Tageslicht geben. Geplant sei auch die Anlage eines großen Garten sowie einer Dachterrasse. »Die Bewohner müssen sich ihre Demenz von der Seele laufen.«

Keine Hanglage mehr

Das Plus des Standorts laut Stäbler: Besucher könnten mit den Bewohnern leichter das Haus verlassen und spazieren gehen. Das sei wegen der Hanglage der Königshöhe bislang kaum möglich. Auch sei das neue Gebäude viel besser an den Öffentlichen Personennahverkehr angebunden - das bedeute eine deutliche Erleichterung für Besucher und Mitarbeiter.

Von Kai Münzing von der Unabhängigen Liste gab’s ein Lob für den Erhalt des Standorts Dettingen. Sein Fraktionskollege Evangelos Pattas wollte wissen, inwieweit sich der Neubau auf die Kosten für einen Pflegeplatz auswirken würden – damit er fürs Alter planen könne. Laut Stäbler werden derzeit in der Königshöhe pro Tag sieben Euro für das Gebäude fällig, die Kosten könnten nicht gehalten werden: »Das wird sich deutlich vervielfachen, aber unter 50 Euro bleiben«, erklärte Stäbler und schickte ein »hoffentlich« nach.

Königshöhe könnte Wohnhaus werden

Im denkmalgeschützten Gebäude in der Schwalbenstadt befindet sich die Behindertenhilfe, das weise laut Björn Ellinghaus schon seit längerem strukturelle Mängel auf. Der dreigeschossige, 1960 Quadratmeter große Neubau bietet Platz für 36 Bewohner in sechs Wohngruppen, dort werden sich auch Räume für die Tagesstruktur und Büros befinden. Das bislang genutzte Gebäude soll künftig Mitarbeiterwohnungen beherbergen, die Königshöhe könnte laut Stäbler zu einem Wohngebäude umgewidmet werden.

Gemeinsam mit einem Investor und der Gemeinde könnte die Bruderhaus Diakonie ein Konzept entwickeln. »Es ist wichtig, dass wir mit Investoren Hand in Hand arbeiten«, erklärte Dr. Rolf Hägele, der die Gemeinderatssitzung in Vertretung des Dettinger Bürgermeisters Michael Hillert leitete. Der Ortsbaumeister Felix Schiffner machte eins deutlich: Als Gemeinde werde man dieses Projekt in exponierter Lage städtebaulich begleiten, ohne jedoch zu investieren. (GEA)